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Das dickste Baby wog mehr als 5.000 Gramm

Wonneproppen in Brandenburg Das dickste Baby wog mehr als 5.000 Gramm

Fast jedes zehnte Neugeborene im Brandenburger Kreißsaal war im vergangenen Jahr übergewichtig, berichtet Chefarzt Peter Ledwon. Die Ernährungsgewohnheiten der Mütter könnten ein Grund dafür sein. Das schwerste Brandenburger Baby des Jahres 2015 brachte sage und schreibe 5060 Gramm auf die Waage, seine Mutter fast 200 Kilogramm.

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Neugeborene Kinder werden im Durchschnitt immer dicker.

Quelle: dpa

Brandenburg/H. Sie werden gern Wonneproppen oder Pummelchen genannt. Mehr als fünf Kilogramm brachte das schwerste Brandenburger Baby des Jahres 2015 gleich nach seiner Geburt im städtischen Klinikum Brandenburg auf die Waage. Fast jedes zehnte Neugeborene war im vergangenen Jahr übergewichtig, berichtet der Chefarzt der Brandenburger Geburtshilfe Peter Ledwon. Ernährungsgewohnheiten der Mütter könnten ein Grund dafür sein.

Die Hebammen und Ärzte des Klinikums in der Hochstraße haben im vergangenen Jahr 965 kleine Kinder in die Welt geholt, 33 mehr als im Jahr zuvor. Auffällig ist aber nicht nur die Zunahme der Geburten von 903 auf 943. Chefarzt Peter Ledwon verzeichnete für 2015 einerseits einen Rückgang der Kaiserschnittgeburten.

Mütter ernähren sich falsch

„Die Rate liegt bei den Kaiserschnittgeburten mit 25,7 Prozent für ein Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe niedrig“, sagt der Gynäkologe und Geburtshelfer. Im Jahr 2014 hatte er noch eine Rate von 27,9 Prozent verzeichnet.

Von den 474 Mädchen, die im Kreißsaal des Brandenburger Klinikums zur Welt kamen, war besonders schwer: 5060 Gramm brachte die Kleine bei seiner Geburt auf die Waage. Damit liegt sie rund anderthalb Kilogramm über dem Durchschnitt, der bei Mädchen rund 3450 Gramm beträgt und bei Jungen etwa 3550 Gramm.

Das hohe Gewicht des Kindes hing mit dem Übergewicht der Mutter zusammen, die fast 200 Kilogramm schwer war, als sie das Kind gebar. Obwohl solch schwere Kinder zumeist per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, war das Brandenburger Fünf-Kilo-Baby eine Spontangeburt, wurde also entbunden.

Steigende Geburtenzahl wegen Bad Belzig

Im Brandenburger Klinikum wurden im vergangenen Jahr 491 Jungen und 474 Mädchen geboren. 2014 waren es 464 Jungen und 458 Mädchen.

In den Monaten November und Dezember verzeichnete die Geburtshilfe in Brandenburg überdurchschnittlich viele der 22 Zwillingsgeburten im Jahr 2015.

Die Steigerung der Geburtenzahl von 903 auf 943 in Brandenburg führt Chefarzt Peter Ledwon überwiegend auf die Schließung der Geburtshilfe in Bad Belzig zurück. Seit April würden pro Monat acht bis zwölf 12 Frauen aus jenem Postleitzahlengebiet entbunden, das mit 148 beginnt.

Auch wenn die eigene Klinik von der Schließung zahlenmäßig profitiert, ist die Freude des Mediziners verhalten. Er sieht als Hauptprobleme die umständlichen Transportbedingungen, wenn sich die Frauen mehrfach in der Klinik vorstellen müssen. Dies sei besonders für die sozial schwächer gestellten Familien belastend.

Die Hebammenstellen im Kreißsaal sind laut Ledwon wieder besetzt. Vor einem Jahr war die Personaldecke dünn gewesen.

Der Chefarzt beobachtet die Tendenz, dass neugeborene Kinder im Durchschnitt von Jahr zu Jahr moppeliger werden. „Die Rate der besonders schweren Kinder mit einem Geburtsgewicht über 4000 Gramm ist weiter angestiegen“, berichtet er. Ab einem Geburtsgewicht von mehr als 4000 Gramm gilt ein Neugeborenes als zu schwer.

92 Säuglinge waren im gerade abgelaufenen Jahr bei ihrer Geburt im Brandenburger Kreißsaal schwerer als vier Kilogramm Kinder, 2014 waren es 67 Neugeborene. Das bedeutet einen Anstieg der Rate in Brandenburg von 7,3 auf 9,6 Prozent.

Nach Angaben von Peter Ledwon kann ein Zusammenhang vom Geburtsgewicht eines Kindes und den Ernährungsgewohnheiten seiner Mutter bestehen. Der Mediziner stellt auch eine steigende Zahl diabetischer Mütter fest, wodurch das Geburtsgewicht eines Kindes beeinflusst werden kann.

92 Kinder über 4.000 Gramm

Außerdem können sich bei älteren Müttern Stoffwechselstörungen und Übergewicht auf das Neugeborene. übertragen.

Das Brandenburger Klinikum steht mit dem Trend zum dicken Baby nicht allein. In Deutschland bringen inzwischen acht bis zehn Prozent aller Neugeborenen mehr als 4000 Gramm auf die Waage. „Das Gros der Babys ist nach wie vor nicht dick, aber verglichen mit den Zeiten vor 10 oder 20 Jahren sind die Neugeborenen schon größer und schwerer geworden, bestätigt auch die Brandenburger Hebamme Sandra Reichmann.

Am anderen Ende der Gewichtsskala stehen die früh geborenen Kinder. Zwanzig Kinder kamen nach Angaben des Chefarztes in Brandenburg mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm zur Welt und wurden auf der Neugeborenenintensivstation betreut. Der Kleinste von ihnen war ein Zwillingsjunge, der bei seiner verfrühten Geburt nur 500 Gramm wog.

Von Jürgen Lauterbach

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