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Brandenburg/Havel Erste Menschen ziehen in die Rolandkaserne
Lokales Brandenburg/Havel Erste Menschen ziehen in die Rolandkaserne
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18:34 02.03.2016
Familie Assaff aus Syrien ist am Montag in ihre beiden Räume gezogen. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Für Alaa Assaff (28) und seine Familie und für 125 weitere Menschen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Iran und Tschetschenien hat am Dienstag ein wieder neuer Lebensabschnitt begonnen. Von der Notunterkunft in der Nicolaischule mit ihren 10- bis 12-Personen-Schlafräumen sind sie nach Hohenstücken in den ersten neu hergerichteten Block der früheren Rolandkaserne gezogen.

Türschild im neuen Wohnheim. Quelle: malo

Für die Söhne Amir (2) und Sheby (4) war es der siebte Umzug in den vergangenen sechs Monaten. Die anstrengende Flucht aus der Heimat an der syrisch-türkischen Grenze ist da nicht eingerechnet. Auch nicht die Station im Libanon, wo die Mutter Sareb Shaber (24) Opfer eines schlimmen gewalttätigen Verbrechens geworden war.

Der siebte Umzug in sechs Monaten

„Unseren Kindern geht es jetzt gut, sie sind aber noch verwirrt und nicht ganz stabil“, erzählt Alaa Assaff, während sein Jüngster munter MAZ-Luftballons vor die Kameralinse des Stadtfernsehens bugsiert. Die Söhne waren zuletzt zweimal im Krankenhaus, die vielen Strapazen haben ihre Spuren in ihren kleinen Körpern hinterlassen.

Heimleiter Hartmut Donth hält große Stücke auf die syrische Familie, die Hilfe dankbar annimmt und sich sehr intensiv mit den Kindern beschäftigt. Donth hat zuvor die Notunterkunft in der Nicolaischule geleitet, er zeigt Fotos, wie die Bewohner bester Laune im Bus sitzen, um in Hohenstücken mehr Privatheit in Zwei- und Vierbett-Familienzimmern zu finden.

MAZ-Luftballons steigen in die Luft

Von nun an erhalten die Bewohner kein fertiges Essen mehr geliefert, sondern können sich mit ihrem Hartz-IV-Satz – abzüglich zehn Prozent für Strom und Wasser – eigenes Essen kaufen und in einer der Gemeinschaftsküchen zubereiten.

Wolfgang Erlebach, Andreas Griebel und Hartmut Donth (von links) beim Rundgang durch den neu eingerichteten Block in der Upstallstraße. Quelle: MALO

Die Unterkunft in der Upstallstraße erinnert an Wohnheime des vergangenen Jahrhunderts. Lange Flure, pro Etage zwei Räume mit gemeinsamen Toiletten, Waschbecken und Duschen und zwei Küchen an beiden Enden: Sechs Herde pro 70 Bewohner.

Fünf Sozialarbeiter und DRK-Geschäftsführer Andreas Griebel und Wolfgang Reitsch haben die Bewohner am Montag freundlich und wohl organisiert aufgenommen. „Wir haben gemeinsam das geordnete Chaos durchlebt, aber am Ende hatte jeder seinen Schlafplatz“, berichtet Andreas Griebel, dem jeder Tag eine neue Überraschung und zusätzlich Arbeit bringt.

DRK-Team hat die Menschen freundlich aufgenommen

Nach und nach zieht der Sozialbeigeordnete Wolfgang Erlebach (Linke) die vier Notunterkünfte in der Stadt frei, die Einzelpersonen und Familien kommen zeitlich versetzt in die neue Bleibe, die mehr Komfort, aber weder Fernsehen noch Internet oder großartige andere Annehmlichkeiten bereithält. Am Donnerstag kommen die Flüchtlinge von der Regattastrecke.

Die Zimmer sind sehr ordentlich, aber ein bisschen spartanisch eingerichtet: Tisch, Stühle, Bett, Schrank, ein Kühlschrank. Das war’s. Vor allem die Tschetschenen hatten aufgrund von Fehlinformationen in ihrer Heimat Besseres erwartet: Geld, eine Wohnung und Arbeit.

Die Familie in einem der spartanisch eingerichteten Zimmer. Quelle: MALO

In jeder der vier Etagen befinden sich Büros, in denen die Sozialarbeiter den Alltag unterstützen, Hilfe von außen koordinieren. Denn die ehrenamtliche Hilfe geht weiter, wie Werner Jumpertz versichert, der Vorsitzende des Stadtsportbundes. Hausaufgabenhilfe, Deutschkurse zum Beispiel, Schulungsräume befinden sich unter dem Dach. Jumpertz hofft, dass auch die bestehenden Sportanlagen draußen mit Hilfe von Ehrenamtlern bald genutzt werden.

Ordentlich, aber spartanisch eingerichtet

Ihren neuen Alltag müssen die ersten von am Ende fast tausend Bewohnern der drei Blöcke langsam finden. Wer einen grünen Daumen hat, darf und soll helfen, vor der Tür zu gärtnern. Wer sich sonst wie nützlich macht im Haus, kann ein paar Euro hinzuverdienen.

Die Atmosphäre im Haus war am Dienstag ruhig und gelassen. Die meisten Bewohner sind nicht zu sehen, sind vielleicht erst einmal froh, wieder eigene vier Wände zu haben. Für Lkw-Fahrer Assaff Alaa ist vorrangig, dass seine beiden Söhne vernünftig deutsch lernen. Seine Frau wartet auf eine Nachricht aus der Heimat. Seit zwanzig Tagen hat sie nichts mehr gehört von ihrer Familie in Syrien.

Von Jürgen Lauterbach

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