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Loriots Waldmöpse vermehren sich munter

Brandenburg an der Havel: Kunst im öffentlichen Raum Loriots Waldmöpse vermehren sich munter

Die Erfolgsgesichte der Brandenburger Waldmöpse geht weiter. Die Berliner Künstler Clara Walter und Raphael Danke arbeiten mit Hochdruck an neuen Figuren. Die Spendenbereitschaft für die niedlichen Tierchen und potenziellen Wahrzeichen der Stadt Brandenburg an der Havel ist ungebrochen.

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Der Waldmops ist seit dem 18. April 2015 in Brandenburg an der Havel heimisch.

Quelle: Benno Rougk

Brandenburg an der Havel. Brandenburg an der Havel ist eine überaus fruchtbare Gegend für wilde Waldmöpse. Ende August werden vier neue Möpse das Brandenburger Stadtbild bereichern. Vier weitere sind in Arbeit. „Zwei Waldmöpse können wir in der nächsten Woche von der Gießerei Sartorius in Bremen abholen, die nächsten zwei sind auch schon gegossen, müssen aber noch aufwendig bearbeitet werden“, erzählt Clara Walter. Die junge Künstlerin ist sozusagen die „Mutter“ der Waldmöpse. Die Innenarchitektin hatte sich in dem vom Kulturverein der Stadt Brandenburg ausgelobten Loriot-Wettbewerb gegen fast 100 Mitbewerber durchgesetzt und die Loriot-Ehrung realisiert, die am 18. April 2015 zur Buga-Eröffnung eingeweiht wurde.

Neue Stellen wurden erkundet

Ursprünglich gehörten zu dem Projekt acht Waldmöpse, die an der Johannis-Kirche und dem Humboldthain ausgewildert wurden. Zwei weitere Möpse folgten schnell: Sie sind an der Werft und an Packhof zu entdecken.

Zusammen mit Vertretern des Kulturvereins und Katrin Witt vom Denkmalschutz machten sich dieser Tage Clara Walter und der Bildhauer Raphael Danke auf, um die Stellen zu erkunden, an denen – mit dem Segen der Stadtplaner – künftig weitere Waldmöpse zu entdecken sein werden. „Unsere Idee ist einfach, dass die Brandenburger und ihre Gäste entlang eines Weges durch die Altstadt, die Neustadt und über den Dom die schönsten Stellen der Stadt und immer neue Waldmöpse entdecken“, sagt Kulturvereins-Vize Friedrich Perker. Allerdings sollen die kleinen Racker aus Bronze, die mit schweren Fundamenten diebstahlsicher im Boden verankert sind, meist nicht auf den ersten Blick zu sehen sein. „Sie wollen entdeckt werden“, sagt Clara Walter. Ausgehend von der Johanniskirche führt der Waldmops-Wanderweg durch den Humboldthain. An dessen Eingang am Plauer Torturm wird bald ein neuer Mops zu entdecken sein. Ein weiterer wird dann am Brunnen vor dem Altstädtischen Rathaus stehen, auch vor der Gotthardt-Kirche wird bald ein solches kleines Raubtier sein Unwesen treiben.

Immer neue Spendenaktionen

Weiter führt der Weg über den Grillendamm und die Schönherr-Brücke auf den Burghof des Doms, für den der Brandenburger Florian Schmidt bereits ein Waldmops gespendet hat. Auch unter den Domlinden sollen sich Waldmöpse verstecken: In der Nähe des Architekturbüros von Achim Krekeler wird ebenso ein Waldmobs ausgewildert wie neben der Litfaßsäule am Domkiez. Für diesen Mops hat der „Domer“ Klaus Hoffmann eine Spendenaktion ins Leben gerufen, an der sich bereits fast ein Dutzend Anwohner beteiligt haben.

Etwa 4500 Euro kostet ein Waldmops von der Idee bis zur Aufstellung. „Das ist allerdings wirklich nur der Herstellungspreis“, sagt Perker. Da der Kulturverein von den Loriot-Erben ausschließlich die Rechte zur Nutzung der Loriot-Idee als Kunstprojekt im öffentlichen Raum bekommen hat, ist ein privater Verkauf der Waldmöpse nicht möglich. Dem auf der Internetseite des Vereins veröffentlichten Aufruf „Schenken Sie einem Waldmops das Leben!“ waren mehrere Brandenburger gefolgt. Darunter beispielsweise Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann, der Domstiftsgutpächter Heinrich Thiermann und der Architekt Manfred Semmer.

Eine ganze Reihe weiterer Interessenten wollten sich einen Waldmops auf die Terrasse oder in den Garten stellen. „Das geht leider gar nicht!“, sagt Friedrich Perker.

Künftige Standorte stehen fest

Eine Reihe weiterer künftiger Standorte stehen – abhängig vom Spendenaufkommen – bereits fest: Dazu gehören der Mühlentorturm und der große Schiffsanleger an der Oberhavel, der Eingang zur Stadt-Information, die Grünfläche mit den Esskastanien am Paulikloster, der Steintorturm, der Theaterpark, das alte Stadtbad und das Heine-Ufer kurz vor der Jahrtausendbrücke. „So schließt sich der Kreis“, freut sich auch Katrin Witt, die das Projekt von Beginn an begleitet hat.

Zwischen 25 und 30 Waldmösen sollen und dürfen es werden, die den Rundgang prägen. Dazu wird es ein App geben, mit deren Hilfe man die Waldmöpse digital entdecken und etwas über die Sehenswürdigkeiten ihres Standortes erfährt. Darüber hinaus soll ein Faltblatt erarbeitet werden, mit dem man den etwa zweistündigen Stadtrundgang absolvieren kann.

Der Kulturvereinsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier hatte schon vor Monaten prophezeit: „Der Waldmops wird ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt Brandenburg.“

Clara Walter, die ab und an ihre Waldmöpse besucht und sie auch mit künstlicher DNA gegen Buntmetallwilderer gesichert hat, weiß aus eigenem Erfahren, dass Steinmeier Recht hat. „Die Leute sind begeistert. Fast jeder fotografiert sie. Ich wüsste wirklich gern, wie oft sie schon in die Welt getragen wurden.“

Neulich hat sie in Berlin mit Menschen zusammen gesessen, die von ihrem Besuch der Buga und den Waldmöpsen geschwärmt haben, ohne ihre Beziehung zu den Waldmöpsen zu kennen. Da sei sie, wie sich sagt, „richtig stolz gewesen.“ Darf Sie auch! Die Brandenburger sind es ja auch.

Von Benno Rougk

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