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Retter kommt ans Krankenbett

Nach schwerem Zusammenstoß in Brandenburg an der Havel Retter kommt ans Krankenbett

Längst nicht jeder Autofahrer in Brandenburg an der Havel hat geschnallt, dass es am Grillendamm seit gut zwei Jahren einen Fußgängerüberweg gibt. Oft kommt es hier zu Beinahe-Unfällen, vergangene Woche krachte es dann richtig. Vor Ort bewies ein junger Ersthelfer Handlungsschnelligkeit. Die Opfer sind dankbar.

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Enkeltrick auf die Spitze getrieben

Gefährliches Pflaster zwischen Schule und Sportplatz.
 

Quelle: Foto: Jast

Brandenburg an der Havel. „Wir hatten einen Schutzengel. Ach was, mehrere“, sagt Gudrun Wolff. Die  frühere Kinderärztin ist  mitgenommen. Aber längst nicht so schlimm wie ihr Mann Reinhard Wolff (70) , der als Allgemeinmediziner jahrzehntelang praktizierte.  

Am Donnerstag um 18.27 Uhr ist ihr Leben aus den Fugen geraten. Zusammen waren sie mit dem Rad unterwegs. Sie vornweg, schiebt das Rad über den Fußgängerweg am Grillendamm zum Dom. Er schiebt hinterher. Sie sitzt auf, radelt los, als es hinter ihr furchtbar kracht. „Ich dachte, zwei Autos sind ineinander gerauscht.“

Schwerer Zusammenstoß mit einem Pkw

Mitnichten. Ein Mercedes-Fahrer hat, die Sonne steht über der Homeyenbrücke sehr tief, ihren Mann und sein Rad überhaupt nicht wahrgenommen und vom Zebrastreifen gefegt. Meterweit fliegen Wolff und das Rad, das Bein splittert, der Arm auch.  

Wie durch ein Wunder bleibt die Wirbelsäule unverletzt, der Kopf bekommt nur wenig ab. „Dann war ich wie in Trance, unter Schock“, sagt Gudrun Wolff. Während sie starr vor Schreck ist, stürzt ein junger Mann aus einem der folgenden Autos und beginnt sofort mit der Rettung des Schwerverletzten. Er fixiert den offenen Bruch des Beins, weist heraneilende Helfer ein, kümmert sich um Arm- und Kopfverletzungen. „Ich bin ja Ärztin“, sagt Gudrun Wolff.

Zu erleben, wie der junge Mann den Unfall vor Ort gemanagt habe, bis die Rettung und die Polizei eintrafen, habe sie „mit Respekt und tiefer Dankbarkeit erfüllt“. Als der Schwerverletzte im Rettungswagen ins Klinikum fährt, bringt die Polizei sie eilig hinterher. Bis spät in die Nacht wird  Wolff behandelt und wartet jetzt auf Operationen.

„Das war alles so schrecklich“, sagt Gudrun Wolff. Schlimm auch: Sie konnte sich gar nicht mehr bedanken bei dem weißen Engel, denn der Unbekannte war plötzlich wieder fort. Doch dann die    Überraschung: Der stille Held hat im Krankenhaus vorbeigeschaut und sich nach dem Befinden seines Schützlings erkundigt.

Von Benno Rougk

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