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Neonazi-Kundgebung in Brandenburg/Havel

Aufmarsch am Wochenende Neonazi-Kundgebung in Brandenburg/Havel

Am kommenden Samstag soll erneut eine fremdenfeindliche Kundgebung mutmaßlicher Neonazis in Brandenburg an der Havel stattfinden. Nachdem zu Jahresbeginn das Bramm-Gespenst durch die Stadt geisterte, wird am Wochenende allerdings eine weitaus kleinere Zahl fremdenfeindlicher Demonstranten erwartet. Es regt sich Widerstand gegen die Neonazis.

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Zu Jahresbeginn marschierte „Bramm“ durch Brandenburg, nun kündigt sich eine neue Gruppe an.

Quelle: Archiv

Brandenburg an der Havel. Am Samstag, 31. Oktober, soll erneut eine fremdenfeindliche Kundgebung mutmaßlicher Neonazis in der Stadt Brandenburg stattfinden. Die Kundgebung auf dem Neustädtischen Markt läuft unter dem Titel „Überfremdung unserer Heimat“, berichtet Edgar Wasser für die AG Antifa Brandenburg. Diese Organisation hat inzwischen zum Protest gegen „die rassistische Kundgebung“ in Brandenburg an der Havel aufgerufen.

Polizeisprecher Heiko Schmidt gelang es am Montag nicht herauszufinden, ob in seinem Verantwortungsbereich dieser Aufmarsch von Neonazis angemeldet und genehmigt wurde. Die MAZ-Anfrage blieb jedenfalls bisher unbeantwortet.

Mit Reichskriegsflagge posiert

Heiko Rehfeldt aus Ziesar gehört nach MAZ-Informationen zumindest zu den Unterstützern der „Überfremdungs“-Kundgebung. Denn auf seiner Facebook-Seite ruft er zur Teilnahme auf. Nicht ganz rechtschreibsicher fordert er dazu auf, Gesicht zu zeigen, weil die angebliche Überfremdung der Heimat „nicht an uns vorbeigehen“ dürfe. Der Mann ist der AG Antifa damit aufgefallen, dass er in seinem Facebook-Auftritt die Reichskriegsfahne zeigt und zum Jahreswechsel vor knapp zwei Jahren wünschte, dass man „gut ins Kampfjahr 2014“ komme.

Die Kundgebung wäre bei weitem nicht die erste fremdenfeindliche Aktion von Neonazis in der Stadt. Immer wieder baute die NPD Infostände am Neustädtischen Markt auf, zuletzt als eine Szene des gerade angelaufenen Hitlerfilms „Er ist wieder da“ dort gedreht wurde.

Im Laufe dieses Jahres hatte zudem eine Gruppe zu „Spaziergängen“ aufgerufen, die sich „Bramm-Pegida“ nennt und hinter der Heiko Müller sowie andere Mitglieder der Republikaner im Land Brandenburg standen. Im Januar und Februar hatten sich mehrere Dutzend Bramm-Pegida-Demonstranten in Brandenburg versammelt.

Bramm-Wiederbelebung scheiterte

Der Versuch, diesen fremdenfeindlichen Aufmarsch wieder aufleben zu lassen, scheiterte am 1. Juni, als sich gerade einmal zwölf Demonstranten dazu einfanden. Die Zahl der Gegendemonstranten mit Politikern fast aller in Brandenburg aktiver Parteien war ohnehin zu jeder Zeit höher gewesen. Gegen den Neonazi-Spuk hatte sich in der Stadt ein Aktionsbündnis gebildet, das politisch breit getragen wurde.

Für den 30. Oktober und den 27. November hat die Initiative „Brandenburger für Meinungsfreiheit und Mitbestimmung“ (Bramm-Pegida) nun laut Innenministerium Kundgebungen in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) mit jeweils 80 bis 100 Teilnehmern angemeldet.

Für die Gegendemonstranten der AG Antifa scheint die Ausrichtung der Kundgebung am 31. Oktober auf dem Neustädtischen Markt eindeutig zu sein. Es sei naheliegend, so heißt es, „dass vor allem ein rassistisch-rechtspopulistisch bis neonazistisches Klientel erreicht werden soll und wird“. Allerdings könnten mit dem eher internen Aufruf wohl nicht sehr viele Bürger erreicht werden.

Von Jürgen Lauterbach

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