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Brandenburg/Havel Tiemann will Oberbürgermeisterin bleiben
Lokales Brandenburg/Havel Tiemann will Oberbürgermeisterin bleiben
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11:39 20.07.2015
Dietlind Tiemann will noch einmal antreten.  Quelle: dpa
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Brandenburg an der Havel

 Dietlind Tiemann (CDU) will in vier Jahren noch einmal zur Wahl als Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel antreten. Das sagte sie am Sonntag dem RBB.

 Die 59-Jährige ist seit 2003 im Amt. Im ersten Anlauf war sie gescheitert. 2003 schlug ihre Stunde, 2011 wurde sie mit deutlicher Mehrheit wieder gewählt.

Die Ankündigung zum Bergfest der zweiten Amtszeit, es 2019 erneut zu versuchen, wurde am Sonntag nur in den Reihen der CDU mit Begeisterung aufgenommen. „Das ist im Sinne des CDU-Kreisverbandes, wir begrüßen die überraschende Ankündigung“, sagt Bürgermeister Steffen Scheller (CDU). Bei Tiemanns Kooperationspartner, den Linken - im Stadtparlament haben die CDU und die Linke ihre Zusammenarbeit vertraglich besiegelt – überwiegt Skepsis. „Es wird Zeit für frischen Wind und neue Impulse“, sagte der Linken-Fraktionschef René Kretzschmar. Nach 16 Amtsjahren sei es 2019 „wirklich Zeit für ein anderes Gesicht.“

Skepsis bei anderen Parteien

Bei der SPD sieht man das ebenso. „Wir brauchen einen neuen Oberbürgermeister. Ich halte die Ankündigung für einen taktischen Schritt, um die Leute für den Kampf gegen die Einkreisung aufzurütteln“, sagte der frühere Bürgermeister Norbert Langerwisch (SPD), den Tiemann 2005 abwählen ließ. Nach dem Motto: „Ich bleibe nur Oberbürgermeisterin, wenn wir kreisfrei bleiben.“ Überdies gehe es „um Machterhalt. Frau Tiemann ist der einzige Kitt, der die CDU hier zusammenhält“, so Langerwisch.

Tiemann hat in ihrer Amtszeit viel bewegt. Die vormals graue Stahlstadt präsentiert sich heute als schmuckes, mittelalterliches Ensemble. Die Bundesgartenschau 2015 wurde maßgeblich durch sie in die Region geholt und mit ihr fassten auch Stolz und Selbstbewusstsein der Bürgerschaft auf ihre Stadt in Brandenburg wieder Fuß.

Fast 200 Millionen Euro Schulden

Zu Tiemanns Bilanz gehören aber auch ein Schuldenberg von fast 200 Millionen Euro, der sich seit ihrem Amtsantritt aufgetürmt hat und der größte Stadtwerkeskandal des Bundeslandes, für den sie als damalige Aufsichtsratsvorsitzende Mitverantwortung trug.

Dass Tiemann überhaupt noch einmal antreten kann, ist die Folge einer geplanten Gesetzesänderung, die die Altersgrenze nach oben setzt. In der Vergangenheit hatte Tiemann wiederholt gesagt, dass sie bereits zwei Amtszeiten für Oberbürgermeister für zu lang halte. Selbst in der CDU-Führung hatte man bisher den Eindruck, dass Dietlind Tiemann „nach zwei Amtszeiten eine andere Lebensplanung hat.“ Ihr Mann, der Unternehmer und CDU-Stadtverordnete Klaus-Peter Tiemann, feierte jetzt seinen 70. Geburtstag.

Von Benno Rougk

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