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Brandenburg/Havel So ahndet die Polizei das Blockieren von Rettungsgassen
Lokales Brandenburg/Havel So ahndet die Polizei das Blockieren von Rettungsgassen
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22:16 26.02.2018
Wieder fehlt eine Rettungsgasse. In diesem Fall brauchte der Rettungswagen über 30 Minuten, um den Unfallort zu erreichen. Quelle: Julian Stähle
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Mittelmark

Die Rettungsgasse schafft Platz, um Leben zu retten. Doch immer wieder scheitern Feuerwehrleute daran, zum Unfallort zu gelangen, weil Autofahrer die Rettungsgasse blockieren. Erst am 11. Februar musste die Beelitzer Feuerwehr auf der Autobahn 10 einen Einsatz abbrechen, weil sie im Stau nicht bis zum brennenden Auto vorrücken konnte.

Wer bei stockendem Verkehr auf Autobahnen keine Rettungsgasse bildet, muss seit vorigem Jahr zwischen 200 und 320 Euro zahlen. Verbunden ist das mit einem Monat Fahrverbot. Zuvor waren lediglich 20 Euro fällig. Im Oktober 2017 hat die Polizei sogar einen Aufruf zur Beachtung der Rettungsgasse gestartet und auch auf Rastplätzen darüber informiert.

Die Polizei führt keine Statistiken

Die MAZ hat nun in der Pressestelle der Polizeidirektion West nachgefragt, wie häufig tatsächlich Autofahrer, die Einsatzkräfte behinderten, seitdem zur Kasse gebeten wurden. Polizeisprecher Daniel Keip sagte dazu: „Zu Ihrer Frage kann die Polizei keine Aussagen treffen, da keine statistische Erfassung über die Anzahl der Ordnungswidrigkeiten über die Nichteinhaltung der Rettungsgasse geführt wird“.

>>LESEN SIE AUCH: Lkw-Fahrer wenden in Rettungsgasse

Feuerwehrleute, die Einsätze auf der Autobahn übernehmen, fordern jetzt härteres Durchgreifen der Polizei gegen Rettungsgassen-Blockierer. Tino Bastian, selbst Polizist und langjähriger ehrenamtlicher Amtsbrandmeister in Niemegk, sagt dazu: „Ich habe weder gehört, noch selbst gesehen, dass die Polizei tatsächlich das geahndet hat. Ich würde es mir auf jeden Fall wünschen.“ Oft seien nicht genügend Polizisten dafür vor Ort.

Eine eingreifende Frau wurde jüngst schwer verletzt

Bei einem Einsatz auf der Autobahn 2 bei Lehnin am 11. Dezember griff die Polizei tatsächlich durch. Eine 37 Jahre alte Frau war mit ihrem Wagen gegen einen Lastwagen und anschließend in die Mittelleitplanke geschleudert. Sie wurde schwer verletzt.

Mehrere Fahrer ließen die Rettungsgasse für Feuerwehr, Polizei und Notarzt nicht frei. Daraufhin hagelte es Anzeigen der Polizei wegen Behinderung von Einsatzfahrzeugen.

Amtsbrandmeister würde mehr Polizisten begrüßen

„Selbstverständlich nehmen Kolleginnen und Kollegen im Rahmen ihrer Streifen- und Einsatzfahrten auch solche Verstöße auf und ahnden diese, wenn sie ihnen bekannt werden“, sagt Polizeisprecher Daniel Keip.

Amtsbrandmeister Tino Bastian würde es eigenen Angaben nach begrüßen, „wenn genügend Polizisten bei einem Einsatz zur Verfügung stünden, um gegen Rettungsgassen-Blockierer vorzugehen“.

Tino Bastian meint, die Polizisten seien schon jetzt voll ausgelastet. Quelle: M. Greulich

Doch die Regel sei, dass die Polizisten wie die Feuerwehrleute mit der Hilfe am Einsatzort schon voll ausgelastet seien.

Mehr Polizisten sollen neue Bußgeldverordnung umsetzen

Andy Laube ist Amtsbrandmeister in Ziesar. Er berichtet von einem Einsatz im Sommer vorigen Jahres auf der Autobahn 2, bei dem der Notarzt sich schließlich zu Fuß zum Unfallort auf den Weg machte und ein, zwei Kilometer laufen musste, bis er endlich dort ankam, wo er gebraucht wurde. „Ich fände wichtig, dass die Polizei das mehr ahnden würde.“

Andy Laube von der Feuerwehr Ziesar. Er will, dass die Polizei härter durchgreift. Quelle: Julian Stähle

Nur dann hätte die neue Verordnung mit dem höheren Bußgeld auch Erfolg, so Laube. Das Bußgeld sei zudem noch nicht hoch genug: „Das muss den Leuten richtig weh tun, 2000 Euro wären angemessen, damit die erzieherische Wirkung eintritt.“

Manche Autofahrer denken einfach nicht mit

Tino Bastian weiß, dass die Polizei selbst oft Probleme hat, den Unfallort zu erreichen. Wenn in den schmalen Baustellen-Bereichen der Autobahn der Verkehr ins Stocken gerate, realisierten wenige, dass es jetzt schon wichtig sei, eine Rettungsgasse zu bilden oder auf Lücke mit genügend Abstand zum Vordermann zu fahren.

„Das Problem ist, wenn wir uns mit unserem 15-Tonner durchgedrängt haben, gibt es eine Rettungsgasse hinter uns. Wen soll die Polizei dann anzeigen?“

Von Marion von Imhoff

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