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Brandenburg/Havel Bücknitz: Unbekannte stehlen sieben Kälber
Lokales Brandenburg/Havel Bücknitz: Unbekannte stehlen sieben Kälber
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18:13 22.02.2016
Anlagenleiter Jürgen Schramm vor den leeren Kälberställen. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Ziesar

Wolfgard Preuß ist entsetzt: „Ich dachte die Zeiten des Tierdiebstahls sind vorbei und jetzt das“, so der Chef der Fiener Agrargenossenschaft Ziesar. Nicht fünf, sondern sieben neugeborene Kälbchen sind in der Nacht zum Sonntag von dem Gelände der Milchviehanlage bei Bücknitz gestohlen worden. Sie hatten erst wenige Stunden zuvor das Licht der Welt erblickt. Von den dreisten Langfingern fehlt bis jetzt jede Spur. „Wir ermitteln in alle Richtungen, haben aber keine weiteren Erkenntnisse“, so eine Polizeisprecherin zur MAZ.

„Die Diebe müssen die Situation vorher ausgekundschaftet haben, denn Kälber kann man nicht einfach im Vorbeifahren aufladen“, ist sich Preuß sicher. Ein junges Tier wiege zwischen 40 und 45 Kilo. Die bis zu sieben Tage alten Kälber werden bei Bücknitz in einem gesonderten Stallteil in Einzelboxen gehalten. Der Hof sei zwar abgeschlossen, wegen der Frischluftzufuhr stünden sie aber nicht im geschlossenen Stall.

Wegen Frischluft nicht ständig eingeschlossen

Dass die Kälbchen verschwunden sind, stellte die Frühschicht fest, als sie ihnen Muttermilch aus Eimern zu trinken geben wollte. Die etwas Älteren, die schon aus Automaten nippen können, ließen die Ganoven in Ruhe. Außerdem entwendeten sie drei Säcke mit Milchpulver und eine Schubkarre. Den Schaden schätzt der Agrarchef auf etwa 1500 Euro. Er selbst habe am Sonntagabend von dem Diebstahl erfahren und war gerade aus dem Urlaub zurückgekommen als ihn diese Hiobsbotschaft ereilte.

Rund 2300 Tiere

Die Fiener Agrargenossenschaft Ziesar eG hat 42 Mitarbeiter. Standbeine sind die Pflanzenproduktion und die Tierhaltung. 2011 waren die Agrargenossenschaften Ziesar-Bücknitz und Glienecke zu einem Unternehmen verschmolzen.

In den Ställen der Genossenschaft stehen derzeit insgesamt etwa 2300 Tiere. Dazu gehören Milchkühe, Mutterkühe, Nachzucht und Mastbullen.

Über den möglichen Ablauf dieser offenbar organisierten größeren Aktion kann Wolfgard Preuß nur spekulieren. Da das Tor verschlossen war und Kleintransporterspuren bis ans umzäunte Gelände führen, schlussfolgert er, dass die Viehdiebe über den Zaun gestiegen sind. Er vermutet dass sie den Kälbchen die Beine zusammengebunden haben, um sie ruhig zu stellen, in der Schubkarre transportiert und sie über den von ihnen runtergetretenen Zaun gehievt haben. Vier der verschwundenen sieben Tiere hatten bereits Ohrmarken. Ob die Täter die Kälbchen für andere stehlen, schlachten oder selber züchten wollten, darüber kann der Betriebschef nur mutmaßen.

Viehdiebe sind wohl über den Zaun gestiegen

„Viehdiebstahl hatten wir Gott sei dank lange nicht zu beklagen“, sagt Preuß, der bis vor einem Jahr auch langjähriger Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark war. Meist werde Technik gestohlen. So hatte es auch die Fiener Agrargenossenschaft erst 2015 kalt erwischt als ein Futtermisch- und Verteilwagen mit Trecker im Wert von rund 60.000 Euro bei Bocke entwendet wurde. Ein tragisches Ende nahmen die bei einer Nacht- und Nebelaktion in den 90er Jahren aus einem Stall geklauten 25 genossenschaftseigenen Kühe, die von skrupellosen Räubern in einem geschlossenen Transporter abtransportiert wurden.

„Die Kühe sind damals qualvoll erstickt auf dem Laster im angrenzenden Jerichower Land gefunden worden“, erinnert sich Preuß an diese Tragödie. Von den Tätern fehle bisher jede Spur. Zwar habe man vor dem jüngsten Vorfall nichts Verdächtiges, doch Preuß will andere Agrarbetriebe und Landwirte sensibilisieren.

Die Polizei sucht nach Zeugen und fragt: Wer hat in der Nacht zum Sonntag bis vier Uhr morgens an der Milchviehanlage an der Postbrücke unweit der L 96 etwas Verdächtiges oder Fremde bemerkt? Hinweise an die Polizeiinspektion Brandenburg unter 0 3381/56 00.

Von Claudia Nack

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