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Tramkonzerte: Lasst die Bahn beben!

Kopfnicken statt Ticket lösen Tramkonzerte: Lasst die Bahn beben!

Musik und Straßenbahn – dass diese beiden Dinge durchaus zusammen gehen, wird am kommenden Samstag in Brandenburg an der Havel bewiesen. Dann treten junge Nachwuchskünstler in den Niederflurbahnen der hiesigen Verkehrsbetriebe auf und lassen sie erbeben, während sie sich quer durch die Stadt schieben. Ein Veranstaltungsformat, das neugierig macht.

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Ausgelassene Stimmung beim Konzert in der Straßenbahn.

Quelle: Promo

Brandenburg/H. Musik und Straßenbahn. Wer diese beiden Dinge miteinander assoziiert, denkt schnell an nervende Klänge aus dumpfen Handy-Speakern. An Halbstarke, die sich vor Gleichaltrigen mit den neuesten Songs eines nur mäßig talentierten Rappers profilieren wollen und dabei andere Fahrgäste abnerven. Doch Musik und Straßenbahn gehen auch anders zusammen.

Was der Radiosender Fritz schon vor einiger Zeit mit Größen der deutschen Popszene wie Sido oder Clueso sehr erfolgreich auf die Beine stellte, haben sich nun auch ein paar Jungs aus Braunschweig auf die Fahne geschrieben. „anti-aesthetik“ nennt sich die Plattform, die am Samstag die Tramkonzerte nach Brandenburg an der Havel bringt. Die Idee hinter diesem neuen Veranstaltungsformat: Junge und motivierte Künstler, minimal ausgestattet mit einer mobilen Anlage und Mikrofonen, treffen bei einer nicht ganz alltäglichen Straßenbahnfahrt auf andere junge Leute – und spielen ihre Musik. Die Enge und der ungewöhnliche Ort führen zu einer ausgelassenen Party, während sich die bebende Bahn quer durch die Stadt schiebt.

Den Auftakt dieses etwas anderen Konzertabends macht am Samstag die Band „Im Winter härter“ aus Ludwigsfelde. Die drei Jungs, die sich selbst als Straßenmusiker bezeichnen, punkten mit guten Singer-Songwriter-Stücken und eignen sich mit ihrer eher ruhigeren Musik perfekt zum Einstieg in den „Musikersatzverkehr“. Vor wenigen Wochen nahmen die drei an der RTL-Show „Das Supertalent“ teil und kamen anfangs sogar weiter.

Im zweiten Durchgang wird es wohl ein wenig lauter und turbulenter zugehen, wenn das Genre wechselt und basslastige Beats auf schnelle und intelligente Reime treffen. In der dann anstehenden Hiphop-Session werden die Rap-Formationen „Cookie Crew“, Jonimond und „Dein Vater“ die Niederflurbahn der Verkehrsbetriebe Brandenburg rocken.

Auf Singer-Songwriter folgt die Hiphop-Party

Aktuell ist neben den bereits geplanten Auftritten ein Zeitfenster für eine dritte Musikfahrt quer durch die Stadt noch offen. Zumindest wurden mit den Verkehrsbetrieben drei Fahrten vereinbart, wie Vbbr-Mann Rolf Nothnagel sagt. Hierfür gibt es aktuell noch Vakanzen, hat Konzert-Organisator Husse von „anti-aesthetik“ der MAZ verraten: „Kurzfristige Bewerbungen lokaler Hiphop-Bands sind gern gesehen.“

Die Tramkonzerte quer durch Brandenburg beginnen am Samstag ab 19 Uhr, Start ist am Nicolaiplatz, dann Fahrt über Haupt- und Steinstraße, Hauptbahnhof und Neustädtischer Markt wieder zurück zum Nicolaiplatz, Tickets: 9,90 Euro (vor Ort oder hier); Mehr: www.tramkonzerte.de

Von Philip Rißling

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