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...viel mehr als nur die Bundesgartenschau

Jahresrückblick 2015 für Brandenburg an der Havel ...viel mehr als nur die Bundesgartenschau

Die Bundesgartenschau 2015 bestimmte in diesem Jahr die Schlagzeilen einer ganzen Region. Doch auch abseits der Blumen, Bäume und dem Finanzloch zum Buga-Ende gab es Geschichten, die die MAZ-Leser bewegt haben. Wir blicken zurück auf die 10 aufregendsten Geschichten.

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Der Brand in einer Premnitzer Lagerhalle beschäftigte zeitweise 180 Kameraden der Feuerwehr.
 

Quelle: Julian Stähle

Brandenburg an der Havel.  Sie startete mit viel Applaus, entwickelte sich zur Augenweide einer ganzen Region und endete mit einem dicken Finanzloch: die Bundesgartenschau 2015 in Brandenburg/Havel, Premnitz, Rathenow, Stölln und Havelberg (Sachsen-Anhalt). Doch abgesehen von der täglichen Berichterstattung zur Buga, die überwiegend farbenfroh von allen Seiten beleuchtet und nur selten, wie im Fall eines tödlich verunglückten Buga-Besuchers, keinen Grund zur Freude bot, gab es noch zahlreiche andere einprägsame Geschichten in diesem Jahr. Der MAZ-Regionalverlag Brandenburg hat die Top 10 der größten regionalen Geschichten im Jahresrückblick zusammengefasst:

1. Mann ersticht Ex-Freundin – und tötet sich kurz darauf selbst

Grausige Szene vor einem Supermarkt in Brandenburg an der Havel. Dort hatte Anfang Juni ein Mann seine Ex-Freundin mit einem Messer niedergestochen und getötet.

Der Täter wird direkt nach der Tat verhaftet

Der Täter wird direkt nach der Tat verhaftet.

Quelle: U. Voigt

Die beiden waren zuvor vor einem Supermarkt im Stadtteil Nord in Streit geraten, wo die Frau eine Obdachlosenzeitung verkaufte. Der 32-jährige Täter kam anschließend in Untersuchungshaft. Dort trat er zunächst in einen mehrtägigen Hungerstreik, ehe er sich Ende Juli mit der Kordel seiner Jogginghose in seiner Zelle erhängte.

2. Bundespräsident feiert 850. Geburtstag des Brandenburger Doms

Er ist quasi die Mutter aller märkischen Kirchen: Der Brandenburger Dom wurde in diesem Jahr 850 Jahre alt. Er gilt seit jeher als die Wiege der Mark. Das weiß auch Bundespräsident Joachim Gauck – und reiste extra für den Festgottesdienst an.

Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Ansprache im Dom

Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Ansprache im Dom.

Quelle: Volkmar Maloszyk

An diesem nahmen neben Gauck auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der gleichzeitig Vorsitzender des Jubiläumskuratoriums ist, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (alle SPD) sowie die Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg Dietlind Tiemann (CDU) teil. Der Bundespräsident war es dann auch, der zu Ehren des Doms eine Rede zum Jubiläum halten durfte.

3. 22-jährige Studentin ertrinkt im Beetzsee

Tragisch endete Anfang Juni der Badeausflug einer Gruppe von Studenten: Eine 22-Jährige ging kurz nach 20 Uhr im Wasser unter und tauchte nicht mehr auf. Erst nach knapp einer halben Stunde zog sie ein Rettungstaucher wieder an Land.

Die junge Frau trieb knapp eine halbe Stunde unter Wasser, ehe sie gefunden wurde

Die junge Frau trieb knapp eine halbe Stunde unter Wasser, ehe sie gefunden wurde.

Quelle: P. Rißling

Zehn Tage lang kämpften die Retter im Städtischen Klinikum Brandenburg anschließend um das Leben der Informatik-Studentin. Am Ende hat sie den Kampf leider verloren.

4. Urteil im größten Stadtwerke-Skandal Brandenburgs

Im größten Stadtwerke-Skandal in der Geschichte des Landes Brandenburg fiel im Juli das erste Urteil: Wolfgang-Michael Schwarz, als ehemaliger Geschäftsführer Drahtzieher der jahrelangen Machenschaften zwischen Brandenburger Unternehmen, wandert für drei Jahre ins Gefängnis.

Wolfgang-Michael Schwarz (links) und Verteidiger Ursus Koerner von Gustorf vor der Urteilsverkündung im Potsdamer Landgericht

Wolfgang-Michael Schwarz (links) und Verteidiger Ursus Koerner von Gustorf vor der Urteilsverkündung im Potsdamer Landgericht.

Quelle: Julian Stähle

Die 5. Große Strafkammer am Landgericht Potsdam sprach ihn in 74 Fällen der schweren Untreue gegenüber dem kommunalen Unternehmen für schuldig. Darunter war eine wettbewerbswidrig abgesprochene Ausschreibung. Zudem habe er sich in 49 Fällen der Bestechlichkeit im gewerblichen Verkehr schuldig gemacht. Schwarz hatte alle diese Taten in einem umfassenden Geständnis zugegeben.

5. Kinofilm lässt Erinnerungen an NPD-Demo mit Hitler aufleben

Pünktlich zum Start des Kinofilms „Er ist wieder da“ erlebte auch der MAZ-Artikel aus dem Jahr 2014, als der Film in Brandenburg gedreht wurde und zeit- sowie ortsgleich eine NPD-Demo stattfand, eine Renaissance.

Oliver Masucci kam für Dreharbeiten für den Film „Er ist wieder da“ nach Brandenburg – und überraschte mit einem Auftritt während einer

Oliver Masucci kam für Dreharbeiten für den Film „Er ist wieder da“ nach Brandenburg – und überraschte mit einem Auftritt während einer NPD-Demonstration.

Quelle: Constantin Film

Zum damaligen Zeitpunkt sorgte Hitler-Darsteller Oliver Masucci in der Stadt für Schlagzeilen, als er plötzlich und unerwartet während einer NPD-Demo auf einem Balkon des Hotels am Molkenmarkt auftauchte – komplett kostümiert als wiederkehrender Führer Adolf Hitler.

6. 180 Kameraden löschen Recycling-Lagerhalle in Premnitz

Wegen eines Großbrandes im Premnitzer Industriepark in einer Lagerhalle der Relzux GmbH, in der Recyclingmaterial zur Wärmegewinnung verarbeitet wird, rückte die Feuerwehr am 26. Mai mit dutzenden Einsatzkräften aus.

Zeitweise waren 180 Kameraden vor Ort, um den Brandt zu löschen

Zeitweise waren 180 Kameraden vor Ort, um den Brandt zu löschen.

Quelle: Julian Stähle

In der Halle war aus ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Die starke Rauchentwicklung hatte auch nahgelegene Ortschaften in Mitleidenschaft gezogen. Zeitweise waren 180 Feuerwehrleute vor Ort im Einsatz.

7. Landrat Burkhard Schröder tritt überraschend zurück

Anfang Dezember platzt im Kreistag eine politische Bombe: Landrat Burkhard Schröder (SPD) kündigt seinen Rücktritt zum April 2016 an. Nach mehr als 20 Jahren tritt er aus Altersgründen ab.

Burkhard Schröder kündigte vor wenigen Wochen seit Rücktritt an

Burkhard Schröder kündigte vor wenigen Wochen seit Rücktritt an.

Quelle: Bernd Geske

Zwei Monate zuvor war Schröder nach einem Treffen mit Brandenburger Landtagsabgeordneten der umstrittenen Alternative für Deutschland (AfD) in die Kritik geraten. Eigentlich hatten sich alle Fraktionen im Brandenburger Landtag darauf geeinigt, die AfD zu ignorieren. Schröder wiederum ignorierte diese Vorgabe und musste dafür viel Kritik einstecken. Auch, weil bei dem Treffen über Flüchtlingspolitik gesprochen wurde.

8. Jugendliche greifen schwangere Somalierin in Bad Belzig an

Eine Somalierin, gerade 21 Jahre alt und hochschwanger, wird im November in Bad Belzig von zwei Jungen und einem Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren attackiert. Die Täter sollen der 21-Jährigen einen Kartoffelsack vom Kopf und sie danach zu Boden gestoßen haben. Zudem wurde das Opfer auf dem Boden liegend noch getreten.

Die 21-jährige Somaliarin Aisha und ihr ungeborenes Baby haben den Angriff zum Glück ohne bleibende Schäden überstanden

Die 21-jährige Somaliarin Aisha und ihr ungeborenes Baby haben den Angriff zum Glück ohne bleibende Schäden überstanden.

Quelle: Saskia Popp

Schüler der Krause-Tschetschog-Oberschule, auf die auch die Täter gehen, besuchen daraufhin die junge Frau im Wohnheim und bringen ihr Blumen und Geschenke mit. Die freut sich über ihre jungen Besucher, wie sie sagt: „Aisha findet es schön. dass ihr da seid“, erklärt ein Dolmetscher die Worte der Somalierin, „sie nimmt euch nichts übel und möchte euch sagen, dass es ihr und ihrem ungeborenen Baby gut geht.“

9. Sabinchen-Skulptur wird in Treuenbrietzen zum Zankapfel

In Treuenbrietzen soll die umstrittene Entscheidung für den Figurenwechsel auf dem Rathausbrunnen mit einem Bürgerentscheid gekippt werden. Das schwebt der Interessengruppe vor, die sich für den Erhalt der Sabinchenfigur einsetzt. Sie veranstaltet regelmäßig Singeabende am Brunnen.

Die Interessengruppe im Sommer vor der Sabinchenfigur

Die Interessengruppe im Sommer vor der Sabinchenfigur.

Quelle: Thomas Wachs

Doch im Streit um die künftige Figur stiftet der Heimatverein Verwirrung. Mit Postwurfsendungen ruft er zu Spenden für die Rettung der Sabinchenskulptur auf. Dies freilich bezieht sich auf den neuen Standort. Denn die Heimatfreunde wollen jetzt den Kurfürsten Friedrich I. wieder auf den Sockel heben.

10. Ärger wegen Schließung der Geburtenstation in Bad Belzig

In Brandenburg gibt es künftig eine Geburt-Station weniger. Im Krankenhaus Bad Belzig wird die Geburtshilfestation nun endgültig geschlossen. Kurze Zeit hatte es noch Hoffnungen auf eine Wende gegeben. Am Ende hat eine ganz einfache Rechnung den Ausschlag für die Schließung gegeben. Allerdings hatten die Verantwortlichen nicht mit so einer Gegenwehr gerechnet: Rund 500 Menschen hatten mit einer Demonstration den Erhalt der Geburtsstation im Ernst-von-Bergmann-Klinikum gefordert. Sie waren der Einladung des Bürgerbündnisses Bad Belzig gefolgt und zogen vom Marktplatz beginnend, lautstark durch die Stadt.

Emily-Sophie ist vorerst das letzte Baby, das im Bad Belziger Kreißsaal geboren wurde

Emily-Sophie ist vorerst das letzte Baby, das im Bad Belziger Kreißsaal geboren wurde.

Quelle: Privat

Doch der Protest nützte am Ende nichts: Emily-Sophie heißt das – vorerst – letzte Baby, das im Kreißsaal in Bad Belzig geboren worden ist.

Von MAZonline

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