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Lokales Bundespräsident ehrt Rettungsschwimmer
Lokales Bundespräsident ehrt Rettungsschwimmer
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00:20 19.10.2017
Kevin Lehr mit seinem Großvater Waldemar Lehr aus Woltersdorf, der jeden Beitrag über den Enkel sammelt und stolz sagt: „Er ist der schnellste Rettungsschwimmer der Welt.“ Quelle: Margrit Hahn
Berlin/Woltersdorf

Aufgeregt wie vor einem großen Schwimmwettkampf war Kevin Lehr. Aber der Rettungssportler ging nicht ins Bad, sondern ins Belvedere in Berlin. Dort wurde ihm am Freitag das Silberne Lorbeerblatt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen. Es ist die höchste Sporauszeichnung in Deutschland.

Verdient hat sie sich der Rettungsschwimmer am 12. und 22. Juli bei den 10. World Games in Breslau. Dort sahnte er sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft ordentlich ab: eine Goldmedaille, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. Angefeuert wurde er von Mutter Antje Lehr, Oma Waltraud, seiner Schwester Marlene und seiner Freundin Lisa-Marie Kaiser. Stolz ist vor allem aber auch Opa Waldemar Lehr. „Ich habe mir die Wettkämpfe zu Hause im Fernsehen angeschaut“, sagt der Großvater, der alle Artikel und Fotos sammelt, die Kevin Lehr als Weltklassesportler zeigen. Er habe es persönlich verpasst, in seiner Jugend sportlich so aktiv zu sein. Deshalb würdigt er die Superleistungen seines Enkels um so mehr.

Bruder Dustin galt als talentierter, hatte aber keine Lust

Eigentlich ist es Mutter Antje Lehr zu verdanken, dass Kevin so eine Wasserratte geworden ist. Sie schlug ihren Söhnen Kevin und Dustin vor, sie sollten in ihrer Freizeit schwimmen gehen, weil es gut für den Körper sei. Allerdings sah der Schwimmlehrer damals eher in Dustin das Talent, weil dieser so gut im Wasser lag, wie er fand. Doch Dustin hatte keine Lust mehr und hörte auf. Der ehrgeizige Kevin schwamm weiter und holte einen Titel nach dem anderen.

Dafür reist er durch die Welt. Doch meistens sieht er in anderen Ländern nur die Schwimmhallen, für mehr reicht die Zeit nicht. Und wenn zu Hause eine Familienfeier ansteht, kann er nur selten mitfeiern, weil entweder das Training oder diverse Wettkämpfe anstehen.

Rettungssportler studiert Chemie und Sport auf Lehramt

Bisher hatte der Rettungssportler selten Pech im Wasser. Einmal riss ihm seine Schwimmbrille und einmal verlor er bei einem missglückten Startsprung den Rettungsgurt – ausgerechnet bei den Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen in den Niederlanden.

Neben seinem Rettungssport studiert Kevin Lehr in Potsdam auf Lehramt und will nach seinem Referendariat im kommenden Jahr Chemie und Sport unterrichten. „Ich hoffe auf ein Referendariat in Potsdam, um weiter dort trainieren zu können“, sagt er. Momentan ist er zehn bis zwölf Mal in der Woche in der Schwimmhalle – entweder in Potsdam oder in der Luckenwalder Flämingtherme. Seine Freundin Lisa-Marie Kaiser, die ebenfalls Lehramt studiert und die er über den Schwimmsport kennen gelernt hat, ist für ihn eine große Stütze. „Wir trainieren oft zusammen und sie bringt viel Verständnis für mich auf“, sagt Kevin Lehr. Beide schwimmen sozusagen auf einer Wellenlänge.

Mitglied bei der DLRG in Luckenwalde

Bei den World Games trat er zwar für den Verein in Stralsund an, trotzdem ist er der Luckenwalder Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bis heute treu. Wenn es die Zeit erlaubt, besucht er vor oder nach dem Training in Luckenwalde seine Familie im Vorort Woltersdorf. Und sein Großvater lobt auch seine Hilfsbereitschaft. Kevin scheue nicht vor praktischer Arbeit zurück, zum Beispiel als mal ein Schuppen abgerissen werden sollte oder wenn die übliche Gartenarbeit ansteht.

Am Wochenende wurde allerdings mehr gefeiert als geschwommen. Denn neben der Ehrung durch den Bundespräsidenten stand am Sonnabend auch die DLRG-Gala in der Fläminghalle an. Da hat sich die Anschaffung eines festlichen Anzugs auf jeden Fall gelohnt. „Der vom Abiball hat nicht mehr gepasst“, sagt der 26-Jährige schmunzelnd.

Hintergrund

Das Silberne Lorbeerblatt ist die höchste sportliche Auszeichnung in Deutschland.

Es handelt sich dabei um silberne Anstecknadel und in der Damenausführung um eine Ansteckbrosche in Form eines liegenden Lorbeerblattes.

Am 25. Juni 1950 erhielten der Springreiter Fritz Thiedemann als erster Einzelsportler und der Deutsche Fußballmeister 1950, der VfB Stuttgart, als erste Mannschaft das Silberne Lorbeerblatt. Die Tennisspielerin Inge Pohmann erhielt die Auszeichnung am 2. Juli 1950 als erste Frau.

Die Auszeichnung wird vom Bundespräsidenten nur einmal verliehen.

Kevin Lehr ist froh, dass er essen kann, was ihm schmeckt, ohne dass der Zeiger auf der Waage zu stark nach rechts ausschlägt. Zwar achtet er auf gesunde Ernährung, doch wenn Omas Kirschkuchen mit Streusel auf dem Tisch steht, dann kann er nicht widerstehen. Wenn das Wochenende mit Ehrung und Gala vorbei sind, dann heißt es für Kevin Lehr wieder volles Programm. Dann wird einhändiges Schwimmen mit der Puppe trainiert sowie Flossenschwimmen. Kondition, Koordination, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ehrgeiz sind im Falle von Kevin Lehr gefragt. Seine Lieblingsdisziplinen sind 50 und 100 Meter Flossen sowie 100 Meter Livesafer.

Der ehrgeizige Weltklasse-Rettungsschwimmer hat sich für die kommenden Jahre einiges vorgenommen. Zunächst will er in diesem Jahr noch an den internationaler Wettkämpfen Ende November teilnehmen. Auch die Weltmeisterschaften in Australien hat er ins Auge gefasst. Wenn es sich mit dem Studium vereinbaren lässt, würde er dieses Mal ein paar Tage länger bleiben, um Land und Leute kennen zu lernen. Beim vergangenen Mal waren es nur zwei Tage, die ihm dort blieben.

Von Margrit Hahn

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