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Campen zwischen Bücherregalen

Oranienburg Campen zwischen Bücherregalen

Zur Lesenacht hatte die Oranienburger Kinderbibliothek eingeladen. Diesmal ging es um „Percy Jackson“ und andere Halbgötter. 30 Mädchen und Jungen rückten mit Schlafsack und Zahnbürste an. Und Lesen nach Mitternacht unter der Bettdecke war ausdrücklich erlaubt.

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Jennifer Bonk und ihre Kollegen von der Kinderbibliothek hatten die Lesenacht mit sehr viel Liebe vorbereitet.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Kurz vor 19.30 belagerten sie schon den Eingang des „Halfblood-Camps“: Alle voller Erwartungen, bepackt mit Isomatte, Schlafsack, Taschenlampe, Zahnputzzeug und Frühstück. Und auch ein wenig aufgekratzt. Denn wann kann man schon mal in der Kinderbibliothek zwischen den Bücherregalen übernachten und zuvor auch noch nach Herzenslust schmökern? Am Freitagabend war es wieder so weit.

30 Mädchen und Jungen ab neun Jahren aus Oranienburg, Birkenwerder, Lehnitz und Bernau hatten sich zur „Lesenacht“ angemeldet. Und sie war damit ausgebucht. Es war die zweite im neuen Haus am Schlossplatz 2. In der alten Kinderbibliothek im Alten Forsthaus gab es regelmäßig nächtliche Lesestunden: „Das soll jetzt wieder so werden, wir wollen die Nächte aufleben lassen“, so Bibliothekarin Jennifer Bonk, die zusammen mit Jeanette Fichtner und weiteren ehrenamtlichen Helfern das Event vorbereitet hatte. Und das mit sehr viel Herzblut. Überall standen kleine Snacks auf den geschmückten Tischen. Es gab Fahnen, ein bemaltes Eingangstor ins „Halfblood-Camp“, einen großen Blitz und Dreizack aus Pappmaché und der Fährmann in die Unterwelt war höchst selbst erschienen. Denn Thema der Lesenacht waren die Fantasy-Geschichten des US-Amerikaners Rick Riordan um Percy Jackson.

„Ich kenne bisher nur den ersten und zweiten Band, möchte aber mehr erfahren. Generell finde ich, wie bei Harry Potter auch, die Bücher besser als die Filme. Und ich habe noch nie in einer Bibliothek übernachtet“, freut sich Nick Juhnke aus Leegebruch auf die Nacht. Ähnlich ging es Anton Ratmann. Der Elfjährige aus Hohen Neuendorf war dem Rat seiner Mutter gefolgt und mit Freund Christian zur Lesenacht aufgebrochen. Feuer und Flamme ist auch Luzie Kothera aus Birkenwerder über die Abenteuer von Percy Jackson: „Ich bin beim Lesewettbewerb in unserer Schule damit geschlagen worten. Da wollte ich wissen, warum, und was das eigentlich für Bücher.“ Ihr Ehrgeiz war angestachelt. Seitdem ist sie ein Riesenfan. Sie hatte noch zwei Freundinnen dabei – „und meine Klappmatratze“.

Die Handlung der Buchreihe spielt vorwiegend an der Ostküste der USA. Grundlage der Serie: Die Sagen der griechischen Mythologie sind real, Götter, Figuren und Ungeheuer existieren noch heute. Allerding befindet sich der Olymp, der Sitz der Götter, nicht mehr in Griechenland, sondern in Manhattan in New York. Wie in den griechischen Sagen haben einige Götter mit Menschen Kinder gezeugt. Diese „Halbgötter“ sind sterblich, besitzen aber ungewöhnliche Kräfte. Zu ihnen gehört Titelheld Perseus „Percy“ Jackson. Er besucht jeden Sommer das „Camp Halfblood“, ein Trainingscamp, in dem sich Halbblute auf den Kampf gegen Monster wie Giganten, Titanen, Ungeheuer vorbereiten.

Die Mädchen und Jungen der Lesenacht wurden zunächst in drei Gruppen aufgeteilt: den Göttern Poseidon, Zeus und Hades zu geordnet. Hier stellten sie schon eine Menge Insiderwissen über den Gott der Meere, den Göttervater und den Gott der Unterwelt unter Beweis, kannten ihre Charakterzüge und Lieblingsfarben. Dann ging es zum „Heldentraining“, es gab Monsterkunde und Monster-Kartenspiele, Rätsel waren zu lösen und griechische Worte zu übersetzen. Der Fuhrmann brachte sie in die Unterwelt – und wieder zurück. Kurz vor Mitternacht wurde ein Imbiss gereicht. Morgens um 8 Uhr war der Götter-Spuk vorbei. Bis dahin war Lesen unter der Bettdecke nicht verboten, sondern ausdrücklich erlaubt.

Von Heike Bergt

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