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Cottbus Angriff auf Ehepaar: Jugendlicher darf in Cottbus bleiben
Lokales Cottbus Angriff auf Ehepaar: Jugendlicher darf in Cottbus bleiben
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17:16 10.04.2018
In der Innenstadt, rund ums Blechen-Carré, kam es in Cottbus in der Vergangeneheit zu Gewalttaten. Quelle: LR
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Cottbus

Ein wegen der Beteiligung an einem Messerangriff der Stadt verwiesener junger Flüchtling und sein Vater dürfen in Cottbus (Spree-Neiße) bleiben. Die Stadtverwaltung habe nach Beratungen unter anderem mit dem Jugendamt und Sozialarbeitern entschieden, dass die angedrohte sogenannte negative Wohnsitzauflage nicht erteilt werde, sagte Sprecher Jan Gloßmann am Dienstag. Grund dafür sei eine auffällige Besserung des Verhaltens des 15-Jährigen. Er gehe regelmäßig zur Schule, sein Vater nehme außerdem an einem Integrationskurs teil.

Jugendlicher besserte sich erst nach einer Androhung

Hinweise auf mögliche Konsequenzen bei weiteren Rechtsbrüchen in einer sogenannten Gefährderansprache hätten zuvor keine Wirkung gezeigt, sagte Gloßmann. Die Verhaltensänderung habe erst eingesetzt, als die Ausweisung aus der Stadt angedroht wurde.

Der 15-Jährige hatte im Januar nach Angaben der Polizei gemeinsam mit einem 14- und einem 17-Jährigen ein Ehepaar angegriffen. Die Jugendlichen hätten am Eingang eines Einkaufszentrums den Vortritt verlangt und gefordert, die 43-jährige Frau solle ihnen Respekt bezeugen. Als sie dies ablehnte, hätten die Jugendlichen den Ehemann angegriffen. Einer der Täter habe ein Messer gezogen. Ein Passant griff ein.

Die Stadt erlebte viele Konflikte in den vergangenen Wochen

In Cottbus hatte es in den vergangenen Monaten wiederholt Konflikte gegeben. Im Januar hatten zwei 15 und 16 Jahre alte Syrer nach einem Streit unter Jugendlichen einen 16-jährigen Deutschen mit einem Messer im Gesicht verletzt. Beide wurden gefasst und am Donnerstag in Untersuchungshaft genommen. Für Aufsehen sorgte zuvor auch ein Angriff von drei jungen syrischen Flüchtlingen auf ein deutsches Ehepaar. Es gab zuletzt aber auch eine Attacke Unbekannter auf Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft.

In der Silvesternacht hatten Neonazis eine Flüchtlingsunterkunft überfallen. Dabei gab es mindestens einen Verletzten.

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Demonstranten stehen auf dem Altmarkt mit Fahnen und Plakaten und protestieren gegen Zuwanderung und die Asyl-Politik der Bundesregierung. Der Verein Zukunft Heimat hatte zu der Demonstration aufgerufen.

– Reportage aus Cottbus: „Jetzt wird gleich das Messer gezogen“

Wegen der aufgeheizten Stimmung in der Stadt verfügte das Innenministerium, dass bis auf Weiteres keine Flüchtlinge mehr aus der Erstaufnahme des Landes nach Cottbus geschickt werden. Zudem wurde die Polizeipräsenz erhöht.

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Von Sarah Grahn, dpa

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