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Dahme-Spreewald Trafostation als Kunstobjekt
Lokales Dahme-Spreewald Trafostation als Kunstobjekt
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10:35 11.08.2014
In Arbeit: Ein neues Kunstwerk entsteht in der Königs Wusterhausener Goethestraße. Quelle: ART-efx

Einst waren sie grau, unansehnlich und häufig genug beschmiert – doch inzwischen sind mehr als 160 Trafostationen und Kabelverteiler von Wildau bis Jüterbog echte Hingucker. Einwohner und Gäste entdecken darauf das Tor zur Dubrow in Gräbendorf ebenso wie den Dolgensee in Heidesee oder gar die historische Entwicklung des Lokomotivbaus in den Schwartzkopff-Werken auf der langen Mauer am Umspannwerk in Wildau. Die Sprühdose macht's möglich.

Initiative der Edis

110 dieser schmucken Trafohäuschen sind der Initiative von Mario Oswald von der Edis AG zu verdanken, der in der Region vor genau zehn Jahren das erste an der Berliner Straße in Friedersdorf mit Naturmotiven gestalten ließ. Abgeschaut hatte er sich dies von einem Teltower Obermeister, der wenige Monate vorher erstmals die Stahnsdorfer Stabholzkirche auf einen Trafokasten zaubern ließ. Oswald war davon so begeistert, dass er sich sofort mit Ronny Bellovics in Verbindung setzte, der erst 2003 mit seinen Mitstreitern Markus Ronge und Christian Hipp das Potsdamer Unternehmen „Art-Efx“ gegründet hatte. „Nach monatelangem Klinkenputzen war die Stabholzkirche der Durchbruch“, sagt der Volkswirt. Seither haben die 16 Mitarbeiter weit über 250 Trafostationen besprüht, unter anderem in Potsdam unweit vom Studio Babelsberg mit Filmmotiven.

Ronny Bellovics ist der Geschäftsführer von Art-Efx. Er glaubt: "Die Gestaltungsidee ist das A und O." Quelle: MAZ

Feingefühl und ein fotografisches Auge

„Die Gestaltungsidee ist das A und O“, sagt Bellovics. Dazu wird das Objekt vor Ort begutachtet und mit Bürgermeistern oder Orts chronisten Termine vereinbart, um alte Bilder zu sichten, Motive zu entwickeln und Farbwünsche abzusprechen. Der Entwurf entsteht am Computer, ehe sich die „Meister der Dose“ in Zweier-Teams mit 1000 bis 1500 Sprühdosen auf den Weg machen. Vor Ort wird der Entwurf auf die Fläche projiziert und, so Bellovics, „der Rest ist Technik und die beherrschen meine Jungs meisterhaft“. Den Akteuren, die aus unterschiedlichen Berufen – vom Designer bis zum Tischler – kommen, wird dabei vor allem ein fotografisches Auge für Details und Perspektiven sowie ein ungeheures Fingerspitzengefühl im Umgang mit der Dose abverlangt. „Während der Normalverbraucher der Dose nur einen dicken Strahl entlockt, zaubern sie eine Vielfalt an Formen und bis zu 200 Farbtöne auf die Oberflächen.“

Bezahlt werden die Kunstwerke vom Energieversorger. Das Feedback ist laut Oswald riesig – und Schmierereien seien selten geworden. Es gebe beinahe Fan-Clubs, sodass Bürgermeister und Firmen mit ihren Wünschen bei ihm Schlange stünden. Die nächste Station wird Anfang September in Motzen unweit der Klinik gestaltet. Zuschauer willkommen.

Streetart in der Region

Die Geschichte der Stadt Wildau von der Lokomotivfabrik über die Entwicklung der Hochschule bis zum A10-Center spiegelt sich an der langen Mauer am Umspannwerk in der Birkenallee wider. Quelle: Mohr
In Jüterbog finden sich Goethe und Schiller neben dem gleichnamigen Gymnasium wieder. Quelle: Art-Efx
Die Senziger könnnen die Vogelwelt in der Körbiskruger Straße/Ecke Pappelallee bewundern. Quelle: Mohr
In Gräbendorf wird an die bäuerliche Tradition angeknüpft. Quelle: Mohr
In Waldstadt verewigten die Sprüher sogar die Schlümpfe. Quelle: Oswald
Dorfeingang in Dolgenbrodt – „Wegweiser“ zum Dolgensee. Quelle: Mohr
In Dahlewitz lädt das Häuschen zum Betreten ein. Quelle: Oswald
In Jänickendorf kommt die Feuerwehr zu ihrem Recht. Quelle: Art-Efx

Von Franziska Mohr

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