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17 auf einen Kunststreich

Dahmeland 17 auf einen Kunststreich

An 13 Orten in Eichwalde, Zeuthen, Schulzendorf und Wernsdorf werden 17 Künstler am 9. Oktober ihre Arbeiten vorstellen. Eine entspannte Gelegenheit, in Ateliers und Ausstellungsorten direkt mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen.

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Sigrid Gratzias-Tenzer, Gisela Gräning und Sabine Fiedler (v. l.) gehören zu den Organisatoren der Ateliertour.

Quelle: Heidrun Voigt

Dahmeland. Das Museum zu verstaubt? Die Galerie zu elitär? Wer gern Kunst unmittelbar und im Dialog mit den Künstlern erleben möchte, der ist bei einer Ateliertour gut aufgehoben. In Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf wird am 9. Oktober von 10 bis 17 Uhr in Werkstätten und Ausstellungsräume eingeladen. Dort können die Besucher einen Blick hinter die Kulissen und über kreative Schultern werfen.

„Es ist unsere achte Tour. Wir machen das alle zwei Jahre, so läuft sich die Aktion nicht ab“, meint Sigrid Gratzias-Tenzer. Die Zeu­thener Glasgestalterin hat bei der Organisation die Fäden in der Hand. Unterstützt wird sie dabei von Gisela Gräning, Ute Weckend, Kerstin Vicent und Sabine Fiedler. Teilnehmer anschreiben, Einladungskarten, Plakate, Öffentlichkeitsarbeit – der Aufwand ist groß. „Im Februar gehen die ersten Briefe raus. Jeder, der mitmacht, steuert einen kleinen Obolus bei. Davon werden die Karten und Plakate gedruckt“, erläutert Gratzias-Tenzer. Sie betont, dass die Teilnehmer immer mal wieder wechseln.

Martin Prinzler zeigt seine Arbeiten in der Patronatskirche Schulzendorf

Martin Prinzler zeigt seine Arbeiten in der Patronatskirche Schulzendorf

Quelle: Heidrun Voigt

Angefangen hat es mit acht Künstlern. In diesem Jahr präsentieren sich 17 Kreative an 13 Orten. Neben den privaten Ateliers sind auch öffentliche Häuser darunter. In der Patronatskirche Schulzendorf zeigen Martin Prinzler und Günter Böhme ihre Malerei. Sabine Fiedler und zwei weitere Künstlerinnen bespielen die Zeuthener Bibliothek. Sie werden vor Ort auch demonstrieren, wie ein Hochdruck mit verschiedenen Materialien ausgeführt wird.

„Wir sind sehr glücklich, dass uns die Bibliothek einen Raum zur Verfügung stellt. Frau Vogler verwöhnt uns regelrecht. Wir können uns nicht genug bedanken“, sagt Fiedler. Sie verweist darauf, dass auch Arbeiten der im vergangenen Jahr verstorbenen Malerin und Grafikerin Siegrun Pfitzenreuter, die sich immer an der Ateliertour beteiligte, zu sehen sein werden. In der Alten Feuerwache Eichwalde wird eine Ausstellung der Potsdamer Fotografin Barbara Thieme gezeigt; sie zeigt Bilder von Menschen, die in der Sperrzone von Tschernobyl leben.

Kerstin Vicents minimalistischen Skulpturen

Kerstin Vicents minimalistischen Skulpturen.

Quelle: Heidrun Voigt

Sigrid Gratzias-Tenzer lädt in ihre Werkstatt nach Zeuthen ein. Die Glasermeisterin in der sechsten Generation hat sich auf Restaurierungen spezialisiert. Bei ihr können die Besucher etwas über Bleiverglasungen erfahren und beobachten, wie Glasbilder entstehen. Gisela Gräning zeigt in ihrem Atelier Arbeiten, die von selbst gewebten Teppichen bis zu Collagen reichen und die Entwicklung ihres künstlerischen Schaffensprozesses von den Anfängen bis heute dokumentieren.

Etwas abgeschieden liegt das Atelierhaus der Eichwalder Bildhauerin Kerstin Vicent. In Berlin-Schmöckwitzwerder, am Ortseingang von Wernsdorf, schafft sie ihre minimalistischen Holzskulpturen. Viele Künstler haben schon Routine als Gastgeber der Ateliertour. Aber es gibt auch Premieren. So öffnen der Zeuthener Keramiker Werner Tragsdorf und die Buchbinderei Kepp & Ewert in Eichwalde zum ersten Mal ihre Türen.

Überblick

Am 9. Oktober von 10 bis 17 Uhr werden folgende Künstler vorgestellt: Gisela Gräning, Ingrun Junker, Siegrun Pfitzenreuter, Sabine Fiedler, Ute Weckend, Kathrin Harder, Martin Prinzler, Günter Böhme, Barbara Thieme, Frank von Feilitzsch, Sigrid Gratzias-Tenzer, Christian Kaiser, Helga Reinecke, Kerstin Vicent, Frank Beutel, Werner Tragsdorf sowie die Buchbinderei Kepp & Ewert.

Die Ateliertour durch Eichwalde, Zeuthen, Schulzendorf und Wernsdorf findet zum achten Mal statt.

Flyer mit den Adressen der teilnehmenden Künstler liegen in öffentlichen Einrichtungen aus. Infos gibt es auch im Internet unter www.kulturwerk.info

Das Interesse und die Neugier, Kunst dort zu sehen, wo sie entsteht, ist gewachsen – das zeigen die Besucherzahlen. „Zu Beginn waren es 50 bis 60 Leute pro Atelier. Das letzte Mal waren mehr als 120 in meiner Werkstatt. Ich war den ganzen Tag am Geschichtenerzählen“, sagt Sigrid Gratzias-Tenzer und lacht. Gisela Gräning hat ihre Besucher nicht gezählt, aber sie freut sich wieder auf interessante Gespräche und Kontakte. Ein roter Punkt, der zum Pfeil ausläuft, macht an den Türen auf die kreativen Orte aufmerksam.

Übrigens, bei der Ateliertour darf man den Künstlern nicht nur über die Schulter schauen. Es können natürlich auch Kunstwerke erworben werden.

Von Heidrun Voigt

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