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19 Tote auf den Straßen in Dahme-Spreewald

Verkehrsbilanz des Jahres 2015 19 Tote auf den Straßen in Dahme-Spreewald

Die restliche Unfallbilanz sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus: Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle 2015 lag im Schnitt der vergangenen Jahre, die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle ist sogar zurückgegangen. Man könnte zufrieden sein, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald, Christian Hylla. Wenn nur die vielen Toten nicht wären.

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19 Menschen sind im vergangenen Jahr auf den Straßen des Landkreises Dahme-Spreewald bei Unfällen ums Leben gekommen.

Quelle: aireye

Königs Wusterhausen. Am 10. Januar 2015 raste ein 66 Jahre alter Mann im Schönefelder Ortsteil Rotberg mit seinem Auto gegen einen Baum. Der Aufprall war so stark, dass der Motorblock 15 Meter weit aus dem Auto geschleudert wurde. Der Mann war der erste Verkehrstote im Landkreis Dahme-Spreewald im Jahr 2015. Es sollten weitere folgen.

Im April übersah eine Autofahrerin in Lieberose eine ältere Frau mit Rollator und fuhr sie frontal an. Die Rentnerin überlebte den Unfall nicht. Nur vier Tage später stürzt ein Motorradfahrer in Ragow, knallte erst gegen die Leitplanke, flog dann gegen eine Hauswand und einen Metallzaun. Bei dem Unfall erlitt er tödliche Verletzungen. Anfang Juli schließlich kam ein Mann mit seinem Auto wenige Meter hinter dem Ortseingang von Halbe von der Straße ab und fuhr gegen einen Baum. Nur sechs Tage später krachte ein Transporter gegen den selben Baum. Bei beiden Unfällen starben insgesamt drei Menschen. Und so ging es weiter.

Unfall-Statistik

5258 Verkehrsunfälle gab es im Landkreis Dahme-Spreewald im Jahr 2015. Ein Jahr zuvor registrierte die Polizei genau 5000 Unfälle. Der Landkreis Dahme-Spreewald liegt damit leicht über dem Bundes- und Landesschnitt.

558 Unfälle endeten für die Beteiligten mit Verletzungen. Schwerpunkte für Unfälle mit Verletzten und Toten sind die Städte Königs Wusterhausen, Schönefeld, Wildau, Mittenwalde und Lübben.

1002 Unfälle wurden von Wild verursacht. Schwerpunkte liegen vor allem im Süden des Landkreises. Damit ist Wild die häufigste Unfallursache. Vorfahrtsunfälle gab es 360, Geschwindigkeitsunfälle 205, geringer Abstand war 487 mal Ursache eines Unfalls im Jahr 2015.

91 mal wurde beim Verursacher eines Unfalls Alkohol nachgewiesen, 20 mal waren es andere Drogen.

184 mal waren Radfahrer an den Unfällen beteiligt. Die Zahl bleibt über die Jahre etwa gleich. Die Quote der Unfälle mit Verletzten und Toten ist bei Radfahrunfällen aber besonders hoch. Im Jahr 2015 waren es 141 Unfälle mit Personenschaden.

852 mal waren die Unfallverursacher älter als 65 Jahre. Junge Fahrer waren 356 mal Schuld am Unfall, Kinder 27 mal.

 

17 Menschen starben im vergangenen Jahr auf den Straßen des Landkreises, hinzu kamen zwei weitere Tote auf der Autobahn. Im Vergleich zum Jahr 2014, in dem fünf Menschen tödlich verunglückten, bedeutet das einen Anstieg um fast 250 Prozent. Zuletzt waren im Jahr 2007 so viele Menschen im Landkreis bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen.

Christian Hylla, der Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald, zeigte sich angesichts dieses drastischen Anstiegs etwas ratlos. Jeder einzelne dieser Unfälle sei zu viel, sagte er bei der Vorstellung der Unfallstatistik für das Jahr 2015. „Aber die Unfälle sind so unterschiedlich, dass wir kaum einen Ansatz sehen, wie wir da vorbeugen können.“ Einzig die Kurve am Ortseingang von Halbe werde man sich gemeinsam mit einem Verkehrspsychologen noch einmal genauer anschauen. Drei Tote innerhalb von einer Woche, das ist auffällig. Und an dieser eigentlich harmlos aussehenden Stelle habe es auch in den vergangenen Jahren schon tödliche Unfälle gegeben.

Die 19 Toten sind der traurige Tiefpunkt einer Unfallbilanz, die ansonsten eigentlich gar nicht so schlecht aussieht. Die Zahl der Verkehrsunfälle liegt grundsätzlich im Mittel der vergangenen Jahre. Geschwindigkeitsunfälle gab es 2015 so wenige wie in den vergangenen zehn Jahren nicht und auch die Baumunfälle sind leicht zurückgegangen. 147 Fahrzeuge landeten im vergangenen Jahr an einem Straßenbaum, ein Jahr zuvor waren es noch 153. Im Jahr 2014 starben dabei allerdings nur zwei Menschen, im Jahr 2015 waren es acht. Fünf davon kamen innerhalb geschlossener Ortschaften ums Leben. Gegen Fahrfehler, Unaufmerksamkeit und höhere Gewalt könne man wenig tun, sagt Christian Hylla. Es gebe aber Unfallursachen, die man bearbeiten kann und denen man sich in der Polizeiinspektion künftig auch noch stärker widmen wolle. Eine davon sei Wildwechsel.

Zwar habe man es zuletzt schon mit neuartigen, blau leuchtenden Reflektoren versucht. „Die wirken aber nach unserem jetzigen Erkenntnisstand nicht“, so Hylla. Im vergangenen Jahr stießen 1002 Autofahrer mit Wildtieren zusammen, im Vorjahr waren es nur unwesentlich weniger. Deshalb geht man nun neue Wege. Die Polizei werde sich diesem Problem jetzt gemeinsam mit der Technischen Hochschule Wildau widmen, so Hylla. In Wildau werde derzeit ein neues System entwickelt, das Signale in den Wald sendet und auf diese Weise Wild von der Straße fernhalten soll.

Darüber hinaus seien auch Unfälle mit Beteiligung von Senioren ein zunehmendes Problem. Die Zahl der Unfälle, die von Senioren verursacht wurden, steigt – und zwar drastisch. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 852 Unfälle, bei denen die Verursacher 65 Jahre und älter waren. Ein Jahr zuvor waren es nur 700. Im Jahr 2006 verursachten Senioren über 65 Jahren nur 509 Unfälle.

Zwar sei in diesem Zeitraum auch die Einwohnerzahl des Landkreises angestiegen und der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung gewachsen. „Gleichwohl kann man die Sache nicht einfach zur Kenntnis nehmen und zur Tagesordnung übergehen“, so Hylla. „Wir müssen uns dem widmen und wir werden uns dem widmen.“

Für das Jahr 2016 sind zwei Präventionsveranstaltungen geplant, eine im Juni in Königs Wusterhausen und eine im September in Lübben. „Uns ist aber klar, dass wir auf diesem Wege nicht alle erreichen, viele Senioren fühlen sich bei dem Thema überhaupt nicht angesprochen“, so Hylla. Der Leiter der Polizeiinspektion appellierte deshalb auch noch einmal an die Familienmitglieder, auf die Fahrtüchtigkeit älterer Angehöriger zu achten.

Von Oliver Fischer

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