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200 Kraniche werden vermisst

Die Balz der Tiere hat bereits begonnen - einen Monat früher 200 Kraniche werden vermisst

Zwischen Ragow und Deutsch Wusterhausen kann zurzeit wieder ein Naturschauspiel beobachtet werden. Auf den Feldern haben sich balzende Kraniche niedergelassen. Wesentlich früher als sonst. Vogelexperten sind begeistern. Aber auch ratlos. Denn bei ihren Zählungen kommen sie auf 200 Kraniche weniger als sonst.

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Die Kraniche bleiben seit Jahren auch im Winter in der Region und gehen auf Maisstoppelfeldern auf Nahrungssuche.

Quelle: Bernd Ludwig

Ragow. Weit breiten sie ihre Flügel aus, das buschige Federkleid wippt in einem Takt, den nur die Kraniche zu spüren scheinen. Obwohl erst Anfang Februar, tanzen die beeindruckenden Vögel auf den Feldern zwischen Ragow und Deutsch Wusterhausen. Ihr Singsang ist weithin zu hören: Die Balz hat bereits begonnen.

Bernd Ludwig, Vogelexperte aus Rangsdorf (Teltow-Fläming), wundert sich darüber nicht, obwohl Kraniche ja eigentlich Zugvögel sind. „Sie fliegen aber schon seit einigen Jahren nicht mehr weg“, berichtet er von seinen eigenen Beobachtungen. Ob es die eher warmen Winter sind, die auch in der Region einen reichlich gedeckten „Tisch“ für die Kraniche bescheren, vermag er so eindeutig nicht zu sagen. Fakt sei nur, dass nur noch wenige ihre Reisefreiheit nutzen und im Herbst in Richtung Südfrankreich oder Nordspanien aufbrechen.

Zwischen Dahmeland und Fläming seien in den letzten Jahren 1800 Tiere gezählt worden. „Gegenwärtig sind auf den Maisstoppelfeldern 1600 Kraniche zu beobachten“, weiß Ludwig. Wo die restlichen 200 sind, sei nicht bekannt. Sie gelten quasi als vermisst. Von einer Gruppe weiß der Vogelexperte, dass sie vor wenigen Jahren noch in den Süden aufgebrochen ist. „Dann hat sie es nur noch bis zu einem Stausee in Kelbra in Thüringen geschafft“, erzählt Bernd Ludwig. Inzwischen bliebe das gefiederte Trüppchen aber ganz und gar im schönen Brandenburg.

Als es jetzt so sehr kalt gewesen ist, hätten die Kraniche ihre Schlafplätze direkt auf dem Eis gehabt. Doch sobald es wärmer wurde, kehrten sie wieder auf ihre angestammten Schlafplätze zurück. Dort, so Ludwig, können die Vögel auch gut gezählt werden. Tagsüber seien sie auf den Stoppelfeldern mit der Futtersuche beschäftigt. Das ein oder andere Maiskorn, aber auch Regenwürmer, mit etwas Glück sogar eine Maus oder Insektenlarven gehören in dieser Jahreszeit zu den bevorzugten „Gerichten“ der hochhackigen Zweibeiner.

Normalerweise beginnt die Balz der Kraniche erst Ende Februar/ Anfang März. Bei den derzeitigen Plusgraden aber haben die Frühlingsgefühle die Vögel bereits übermannt.

Von Andrea Müller

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