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2300 Menschen sorgen für Sicherheit

Flughäfen Schönefeld und Berlin-Tegel 2300 Menschen sorgen für Sicherheit

An den Flughäfen Schönefeld und Tegel ist die Sicherheit nicht nur wegen der steigenden Passagierzahlen ein wichtiges Thema. 2300 Mitarbeiter des Unternehmens Securitas sind an den Kontrollstellen und den Terminals beschäftigt. Sie kontrollieren täglich die Fluggäste samt Gepäck und Luftfracht, aber auch Personal und die Flugcrews samt Piloten.

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Corinna Schroeter (l.) bei einer Personalkontrolle im Sicherheitsbereich des Airportgeländes in Schönefeld.

Quelle: Uta Schmidt

Schönefeld. Fast 33 Millionen Fluggäste wurden im vergangenen Jahr an den Berliner Flughäfen gezählt. In Schönefeld nahm die Zahl der Passagiere sogar um 36,7 Prozent zu. Und in diesem Jahr wird mit einem weiteren Anstieg der Passagierzahlen auf elf Millionen am Schönefelder Airport gerechnet. Eine dynamische Entwicklung, die mit höchsten Sicherheitsauflagen sowie steigenden Personal- und Technikaufwand einhergeht. Die Flughafengesellschaft hat diese Luftsicherheitsaufgaben dem Unternehmen Securitas übertragen, das an den Flughäfen in Schönfeld und Tegel derzeit 2300 Männer und Frauen an den Kontrollstellen und in Terminals beschäftigt.

„Unsere Mitarbeiter sind auch schon am Hauptstadtflughafen BER tätig, um auf dem gesamten Airportgelände in Schönefeld für Sicherheit zu sorgen“, sagt Zlatko Kaurin, der den Bereich Personal- und Warenkontrolle leitet. Das Unternehmen würde auf dem Airport das gesamte Spektrum der Luftsicherheits- und Servicedienstleistungen nach dem Luftsicherheitsgesetz anbieten. Das betrifft die Passagier-, Hand- und Reisegepäckkontrollen, die Luftfrachtkontrollen, Flugzeugdurchsuchungen, die Arbeit der Sprengstoffspürhundeteams sowie die Durchsuchung von Personal, Gepäck und Kraftfahrzeugen an den Kontrollstellen zum Sicherheitsbereich.

Strengste Kontrollen

Das bedeutet: Auch Piloten, Flugbegleiterinnen, Mitarbeiter von Fluglinien und der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) sowie deren Gäste, Beschäftigte in Restaurants und Terminalshops, Kraftfahrer von Transporten haben sich ebenso wie Passagiere strengsten Personen- und Warenkontrollen zu unterziehen. Dem dienen acht Kontrollpunkte am Flughafen Schönefeld und dem BER. Insgesamt 224 Frauen und Männer sind dort rund um die Uhr im Einsatz, um nicht nur Personen, sondern auch deren Arbeitsutensilien – wie Laptops und Werkzeuge – akribisch unter die Lupe zu nehmen. Wachsame Blicke werfen die Mitarbeiter auch auf alle angelieferten Waren – von der Cola-Dose über das belegte Brötchen bis zur Zeitschrift.

Europaweit aktiv

Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH hat Aufträge für die Personal- und Warenkontrollen sowie die technische Ausstattung zur Durchführung der Luftsicherheitsaufgaben an den Flughäfen in Schönefeld und Tegel neu vergeben.

Nach einer Ausschreibung erhielt die schwedische Konzerntochter Securitas Aviation den Zuschlag. Das Unternehmen stellt auch die Sprengstoffspürhunde-Teams zur Verfügung. Es setzt nach fünfjähriger Zusammenarbeit sein Engagement in der Luftverkehrswirtschaft in der Region fort.

Als einer der personalstärksten Dienstleister bei der Luftsicherheit beschäftigt Securitas Aviation bundesweit 3500 Fachkräfte. Insgesamt sind 25 000 Mitarbeiter an 200 Flughäfen europaweit tätig.

Securitas Aviation sucht weiterhin Kolleginnen und Kollegen. Bei Interesse: bewerbung.aviation@securitas.de

Alle Angestellten auf einem Flughafen oder Besucher der Unternehmen müssen vor dem Betreten des Sicherheitsbereichs ihre Dienst- und Personalausweise kontrollieren lassen. Sie müssen ihre Jacken ablegen und gegebenenfalls die Schuhe ausziehen, das mitgeführte Gepäck wird mittels einer Gepäckprüfanlage durchleuchtet. Anschließend wird die Metalldetektorschleuse passiert. „Reagiert diese auf Metallfunde, heißt es für uns, diese Personen von Hand nach gefährlichen Gegenständen oder Waffen zu durchsuchen. Dazu ist das Anfassen zwingend nötig. Das ist nicht immer angenehm“, sagt Kontrolleurin Corinna Schroeter.

Manche Leute würden auf die genauen Kontrollen genervt reagieren, teilweise sogar laut werden. Weil Männer ausschließlich Männer und Frauen nur Frauen kontrollieren, sind gemischte Teams im Einsatz. Und auch deren Arbeit wird immer wieder kontrolliert – von speziell ausgebildeten Mitarbeitern der Qualitätssicherung. Eine von ihnen ist Sheela Franzen, die sich vor knapp zwei Jahren von der Malerin und Lackiererin zunächst zur Kontrollkraft für Personal und Waren und anschließend zur Mitarbeiterin Qualitätssicherung qualifizieren ließ. „Wir kontrollieren die vorschriftsmäßige Arbeit unserer Kollegen an den Kontrollstellen in den Terminals sowie den Kfz-Fahrspuren der Kontrollpunkte und geben Hinweise über aktuelle, gesetzliche Vorgaben etwa aus dem Luftsicherheitsgesetz und wie man die Arbeit noch verbessern kann“, sagt Sheela Franzen.

„Wir benötigen noch mehr Personal“

Angesichts des zunehmenden Passagier-, Personal- und Warenaufkommens auf dem Airport wachsen auch die Aufgaben der Kontrolleure. An der „Hauptpforte“ im Terminal A wurden unlängst in einer Acht-Stunden-Schicht 1800 Scanvorgänge gezählt. Und es werden immer mehr. „Zur Eröffnung des BER werden weitere Zugangskontrollstellen eingerichtet. Dann benötigen wir noch mehr Personal in Schönefeld“, sagt Zlatko Kaurin.

Die Ausbildung im unternehmenseigenen Ausbildungszentrum dauert für Kontrollkräfte sechs Wochen. Sie schließt mit der Prüfung vor der Unteren Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg und einem Zertifikat ab, das alle fünf Jahre erneuert werden muss. Sicherheitsmitarbeiter, die auf dem öffentlich zugänglichen Flughafengelände und den Terminals im Einsatz sind, erhalten eine 35-Stunden-Schulung.

Zlatko Kaurin leitet für die Securitas den Bereich Personal- und Warenkontrolle in Schönefeld

Zlatko Kaurin leitet für die Securitas den Bereich Personal- und Warenkontrolle in Schönefeld.

Quelle: Uta Schmidt

Auch wenn die Kontrolleure nur äußerst selten Waffen in den Taschen oder Kleidern von Mitarbeitern entdecken, käme es doch immer wieder vor, dass private Waffenträger wie Jäger Munition oder Taschenmesser mit langen Klingen bei sich haben. „Lkw-Fahrer haben auch manchmal Elektroschocker in ihrer Fahrerkabine zum Selbstschutz. Es gibt Parfümflakons in Form von Handgranaten und vieles mehr“, erzählt Corinna Schroeter aus dem Alltag ihrer knapp zehnjährigen Arbeit als Kontrolleurin.

Wer sich bei der Kontrolle uneinsichtig zeigt und gefährliche Gegenstände nicht abgeben möchte, dem werde der Zugang zum Sicherheitsbereich verweigert. „Dann informieren wir die Leitstelle des Flughafens und die Bundespolizei. Sicherheit hat oberstes Gebot“, sagt Corinna Schroeter. Die gelernte Zootechnikerin und Verkäuferin aus Rangsdorf möchte ihren neuen Beruf nicht mehr missen. Er sei abwechslungsreich und biete viel persönliche Sicherheit angesichts wachsender Aufgaben der Sicherheitsfirmen.

Von Uta Schmidt

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