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Dahme-Spreewald 240 Alleebäume sollen bleiben
Lokales Dahme-Spreewald 240 Alleebäume sollen bleiben
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00:27 21.12.2015
Jonas Reif (Grüne) nahm erstmals als stellvertretender Gemeinderatschef neben Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD) Platz. Quelle: Uta Schmidt
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Zeuthen

Bürger und Gemeindevertreter in Zeuthen geben nicht auf. Sie kämpfen um den Erhalt der Allee an der Landesstraße L401 und wollen den Kahlschlag von etwa 240 alten Alleebäumen am letzten Trassenabschnitt – zwischen dem Goethebogen unweit des Rathauses und der Ortsgrenze zu Eichwalde – doch noch verhindern. Obwohl die Fraktion Grüne/FDP bereits im Ortsentwicklungsausschuss mit einem Antrag zu „Alleeerhalt und Straßenausbau“ gescheitert war, legte die Fraktion den Antrag jetzt der Gemeindevertretersitzung zur Beschlussfassung vor und konnte dafür mit 14-Ja-Stimmen eine deutliche Mehrheit einfahren.

Damit wird Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD) beauftragt, in den Verhandlungen mit dem Landesstraßenbetrieb zum Ausbau der ab 2018 vorgesehenen Ortsdurchfahrt an einer favorisierten Ausbaubreite von sechs Metern, einem schmaleren Gehweg sowie der Erhaltung der Allee mit möglichst vielen alten Bäumen festzuhalten. „Zeuthen hat ein großes Interesse daran, dass der Ortsbildcharakter, der wesentlich durch die Alleen geprägt ist, erhalten bleibt. Die Planungen zum Straßenausbau sollen deshalb alle Möglichkeiten zum Erhalt der Bestandsallee berücksichtigen“, forderte Gemeindevertreter Uwe Bruns (FDP/Grüne). Da in der Schillerstraße ein gut ausgebauter, parallel verlaufender überörtlicher Radweg existiere, könne in der Seestraße auf einen kombinierten Geh-/Radweg zugunsten eines schmaleren Gehwegs verzichtet werden. Dies würde ausreichen, um zumindest eine Allee-Neupflanzung zu ermöglichen.

Angesichts der noch hohen Lebenserwartung der alten Alleebäume soll weiterhin geprüft werden, ob diese durch die Ausführung des Straßenausbaus in sechs Metern Breite erhalten werden können. Der Landesbetrieb für Straßenwesen hatte immer wieder auf eine nötige Ausbaubreite von 6,50 Meter verwiesen, damit der Begegnungsverkehr von Bussen bei Tempo 50 sowie Havarieeinsätze möglich sind. „Angesichts der geringen Linienbusfrequenz von einmal stündlich je Richtung dürften Begegnungsfälle im Abschnitt Einmündung Heinrich-Heine-Straße bis Ortsgrenze Eichwalde die absolute Ausnahme bleiben“, argumentierte Bruns dagegen. „Im Abschnitt Einmündung Heinrich-Heine-Straße bis Goethebogen gibt es ohnehin keine beidseitigen Linienverkehr.“

Bürgermeisterin Beate Burgschweiger verwies auf die langwierigen Verhandlungen mit dem Landesbetrieb, die nicht gefährdet werden sollten: „Der Ausbau wurde seit 2006 schon dreimal verschoben. Wir als Verwaltung haben den Auftrag, uns für die Erhaltung der Allee, aber auch für den zügigen Straßenausbau einzusetzen“. Viele Fragen wären noch offen. Sie rechne mit einem abschnittsweisen Ausbau auf sechs Meter Breite. Im Februar werde der Ortsentwicklungsausschuss über die konkreten Pläne des Landesbetriebes diskutieren und weitere Entscheidungen treffen können.

Burgschweiger erhielt Rückendeckung aus der SPD-Fraktion. Eine Beschlussfassung zu diesem Thema wäre nicht hilfreich für die Verhandlungen, hieß es. Die Mehrheit im Gemeinderat sah das allerdings anders. „Wir wollen einen Ausbau nicht um jeden Preis. Es müssen auch Ausnahmen möglich sein“, so Sonja Pansegrau (Linke). Holger Hemke (CDU): „Dieser Beschluss behindert uns nicht. Wir wollen mit geradem Rücken in die Verhandlungen gehen und nicht die billigste Lösung“.

Die Gemeindeverwaltung soll nun den Landesbetrieb Straßenwesen zu einer Prüfung auffordern, wie ein Ausbau in sechs Meter Fahrbahnbreite ermöglicht werden kann. Außerdem sollen von der Gemeinde Wünsche zum Ersatz der bisherigen Vorzugsvariante eines 2,5 Meter breiten Geh- und Radweg sowie zur Erhaltung einer beidseitigen Baumallee vorgebracht werden.

Von Uta Schmidt

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