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Dahme-Spreewald Dem Kulturbund fehlt der Nachwuchs
Lokales Dahme-Spreewald Dem Kulturbund fehlt der Nachwuchs
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13:55 17.04.2019
Der Kulturbund Dahme-Spreewald hat seinen Sitz im Bürgerhaus „Hanns Eisler – die Kulturvilla“ in der Eichenallee 12 in Königs Wusterhausen. Quelle: Josefine Sack
Königs Wusterhausen

25 Jahre nach seiner Gründung in Königs Wusterhausen fehlt dem Kulturbund Dahme-Spreewald e. V. der Nachwuchs. Aktuell gehören dem Verein 42 Mitglieder an, darunter Musiker, Maler, Designer und andere Kunstschaffende, aber auch Ärzte, Lehrer und Hausfrauen.

Der Kulturbund blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Die Ursprünge des Vereins liegen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Kulturbund wurde 1945 als „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ von Johannes R. Becher, dem Dichter der späteren Nationalhymne der DDR, gegründet und entwickelte sich in der Sowjetischen Besatzungszone zu einer Massenorganisation mit mehr als 150.000 Mitgliedern.

„Unser langfristiges Ziel ist es, auch jüngere Generationen über neue Formate zu gewinnen“: die Vorsitzende des Kulturbunds, Christiana Lücke. Quelle: Josefine Sack

Nach und nach wurden dem Verband – nicht immer freiwillig – eine Vielzahl von Fachgruppen, Arbeitskreisen und kleineren Vereinen angeschlossen. Der Kulturbund diente zunächst als Forum und Ort zur Freizeitgestaltung und Weiterbildung, aber auch zur Schaffung einer sozialistischen Kultur in der Gesellschaft. Unter anderen zählten Schriftsteller wie Willi Bredel, Fritz Erpenbeck, Bernhard Kellermann, Victor Klemperer, Anna Seghers, Bodo Uhse, Ehm Welk, Christa Wolf, Arnold Zweig zu den Mitgliedern.

Der Umbruch im Jahr 1989 markierte einen tiefen Einschnitt. „Es war damals ein schmaler Grat, den Kulturbund am Leben zu erhalten“, erinnerte sich Hinrich Enderlein, Brandenburgs früherer Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur (1990-1994), im Jubiläumsjahr des Kulturbunds Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen. Auch in der Region wurden die Gruppen aufgelöst und die Arbeit eingestellt.

Aktuelle Veranstaltungen

Noch bis zum Freitag, 3. Mai, ist in der Kulturvilla „Hanns Eisler“, Eichenallee 12, Königs Wusterhausen, die Ausstellung „Kunsterzieher stellen vor – Im Dialog mit Fontane zu sehen“. Im Fontane-Jahr werden Arbeiten von Schülern aus Zeuthen und Königs Wusterhausen gezeigt. Täglich von 14 bis 18 Uhr.

Neu ist die Reihe „Das andere Format“: Im Oktober zeigt Fotograf Stefan Anker seinen Bildband über die Rockband „Subway to Sally“. Zur Vernissage am 19. Oktober hat sich Band-Cheftexter Bodenski angekündigt.

Alle Veranstaltungen auf einen Blick finden Sie hier.

Legendäre Turmgespräche in Königs Wusterhausen

Im Februar 1994 wagten mutige Gründungsmitglieder in Königs Wusterhausen den Neuanfang. Eine Phase der Neuorientierung begann. Zu den Höhepunkten in der Anfangszeit zählten die Turmgespräche im Wasserturm Königs Wusterhausen auf dem Funkerberg. Wiedervereinigung, Sicherheit in Brandenburg, AIDS und Religionen und Minderheiten – bei den legendären „Talks im Turm“ standen gesellschaftspolitische Themen im Fokus. Zu Gast waren unter anderen Regine Hildebrandt (1941-2001), Lothar Bisky (1941-2013), Jörg Schönbohm (1937-2019).

Als Anfang 2000 Fördermittel fehlten, wurde das beliebte Veranstaltungsformat aus finanziellen Gründen eingestellt. Stattdessen packte der Kulturbund andere Projekte an, darunter die Brandenburgische Frauenwoche, Literatur und Film (mit der Volkshochschule), Kultur trifft Natur (im Biogarten Prieros).

Nachwuchsgewinnung durch neue Formate

Trotz des Ausstellungsformats „Kunsterzieher stellen vor“, bei dem Lehrer und Schüler aus der Region jedes Jahr die Gelegenheit haben, ihre Kunst zu einem Schwerpunktthema zu präsentieren, verläuft die Nachwuchsgewinnung noch schleppend. „Es hapert noch daran, jüngere Leute mitzunehmen“, sagte Elmar Huxoll, Maler und Mitglied im künstlerischen Beirat.

Im Bürgerhaus "Hanns Eisler" läuft noch bis zum 3. Mai 2019 die Schüler-Ausstellung "Kunsterzieher stellen vor - Im Dialog mit Fontane". Quelle: Josefine Sack

„Unser langfristiges Ziel ist es, auch jüngere Generationen über neue Formate zu gewinnen“, sagte Vorsitzende Christiana Lücke. Mit regelmäßigen Stammtischen und neuen Kooperationen, etwa mit den Festspielen Mark Brandenburg, und neuen Formaten – im Herbst ist die Rockband „Subway to Sally“ zu Gast im Bürgerhaus „Hanns Eisler“ – wolle man künftig auch jüngere Menschen und neue Bürger in der Region für Kunst, Literatur und Musik begeistern.  

Alle Veranstaltungen auf einen Blick finden Sie hier.

Von Josefine Sack

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