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300 Veranstaltungen Jahr

Dorfgemeinschafshaus in Diepensee 300 Veranstaltungen Jahr

Das Dorfgemeinschaftshaus im kleinsten Königs Wusterhausener Ortsteil in Diepensee erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Derzeit finden hier jährlich etwa 300 Veranstaltungen statt. Dennoch können die Kosten für die Unterhaltung des Hauses nicht gedeckt werden. Der Fehlbetrag wird alljährlich aus der Rücklage Diepensee ausgeglichen.

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Michael Gleißner ist Ortsvorsteher und Chef des Vereins Dorfgemeinschaftshaus Diepensee.

Quelle: Franziska Mohr

Diepensee. Während andernorts Meckern schon fast eine Lebensphilosophie ist, scheinen im Königs Wusterhausener Ortsteil Diepensee nur rundum zufriedene Menschen zu leben. „Ich bin ein glücklicher Ortsvorsteher“, sagt Michael Gleißner gleich zu Beginn des Gesprächs im Dorfgemeinschaftshaus.

Und die Seniorin Christel Retzlaff, die einst den Chor der Blindenschule leitete, ergänzt: „Als Zugezogene wurde ich im Dorf sehr gut aufgenommen und fühle mich pudelwohl.“ Gemeinsam mit anderen Seniorinnen wie Annegret Boschan oder Ingrid Dietert trifft sie sich regelmäßig im Dorfgemeinschaftshaus zum kreativen Gestalten. „Es zählt vor allem die Freude an der Gemeinsamkeit“, sagt Retzlaff. Das gelte auch für das einmal im Monat stattfindende „Klatsch-Cafe“, bei dem jeder willkommen ist. Seit Jahrzehnten lädt in Diepensee auch der Skatklub „Die Maurer“ zum Spiel ein.

„Über mangelnde Auslastung können wir in unserem Dorfgemeinschaftshaus nicht klagen“, sagt Gleißner, der zugleich Geschäftsführer des Trägervereins des Hauses ist. Pro Jahr etwa 300 Veranstaltungen sprechen eine deutliche Sprache. Noch vor zehn Jahren war es lediglich die Hälfte. Firmen veranstalten hier ihre Messen ebenso wie ihre Feiern. Auch zu Hochzeiten, Jugendweihen sowie zur „Nacht des Kabaretts“ wird eingeladen. Computerfreaks ließen schon eine Lan-Party steigen. Außerdem kommen die Zumbafans auf ihre Kosten. Beliebt sind auch die beiden Bowlingbahnen, die gleichfalls gut gebucht werden.

Dennoch decken all diese Veranstaltungen nicht die Kosten für die Unterhaltung des Hauses, die sich einschließlich der Abschreibungen auf jährlich 90 000 Euro erstrecken. Dem stehen dem Ortsvorsteher zufolge Einnahmen von lediglich 25 000 Euro gegenüber. Und dies, obwohl die Miete für den großen Saal bereits erhöht wurde. Der Fehlbetrag wird alljährlich aus der Rücklage Diepensees getätigt, die die Einwohner als Entschädigung erhielten, weil ihr Dorf 2003/04 dem Flughafen weichen musste. Der Ortsbeirat fasste dazu einen Selbstbindungsbeschluss, wonach aus dieser Rücklage jährlich nicht mehr als 100 000 Euro entnommen werden dürfen.

Dieses Geld muss Gleißner zufolge auch für die alljährliche Busfahrt der Dorfbewohner reichen, die jetzt im April mit etwa 100 Teilnehmern nach Dresden geplant ist. „Das ist immer ein Highlight für unser Dorf“, sagt Gleißner, der übrigens findet, dass der Ort aufgrund der größer werdenden Bäume und Sträucher immer schöner wird. Als ärgerlich empfindet er allerdings, dass so mancher Bürger trotz der drei Hundetoiletten die Häufchen einfach auf der Straße liegen lässt. „Daran arbeiten wir noch“, sagt der Ortsvorsteher und schmunzelt.

Von Franziska Mohr

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