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Dahme-Spreewald 40 Waldbrände in Dahmeland-Fläming
Lokales Dahme-Spreewald 40 Waldbrände in Dahmeland-Fläming
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19:21 08.06.2015
Gleich fünf Waldbrände entzündeten sich am Freitag Nachmittag zwischen Märkisch Buchholz und Halbe und hielten die Einsatzkräfte lange in Atem. Quelle: aireye
Dahmeland-Fläming

Das Thermometer kletterte am Wochenende über die 30-Grad-Marke und bescherte vielen Menschen in der Region bestes Ausflugswetter. Für die märkischen Wälder hingegen endeten Trockenheit und Hitze brenzlig. Bei Waldbrandstufe 5, der höchsten auf der Skala, war die Feuerwehr teilweise im Dauereinsatz. Raimund Engel, Waldbrandschutz-Beauftragter des Landesbetrieb Forst Brandenburg zieht Bilanz.

Landesweit gab es seit Jahresbeginn 111 Waldbrände auf insgesamt 97,2 Hektar. In Teltow-Fläming loderte es bisher elf Mal, im Landkreis Dahme-Spreewald 29 Mal. Davon betroffen waren am Freitag Waldgebiete rund um Halbe, Märkisch Buchholz, Groß Köris und Hermsdorf bei Münchehofe. Am Sonnabend flammten bereits gelöschte Brände wie bei Märtensmühle (Gemeinde Nuthe-Urstromtal) und Mückendorf (Baruth/Mark) in Teltow-Fläming wieder auf. Die Löscharbeiten dauerten mehrere Stunden, am längsten in Mückendorf, wo die Feuerwehr den Brand auch nachts überwachte und die Löscharbeiten am frühen Samstagmorgen wieder aufnahm.

Am Sonntag blieb die Lage weiter angespannt. In Hermsdorf entflammte der Brand, der am Freitag gelöscht wurde, zwei Mal wieder auf. „Über das ganze Wochenende hatten wir damit eine außergewöhnliche Situation“, sagt Raimund Engel. Denn im gesamten vergangenen Jahr zählte der Landesbetrieb Forst nur 117 Waldbrände in Brandenburg. Diese Zahl ist bereits fast geknackt. „Wir erwarten ein Durchschnittsjahr mit etwa 200 bis 250 Bränden in Brandenburg.“

Fahrlässige Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Fahrlässige Brandstiftung kann Raimund Engel als Ursache für die Brände am Wochenende nicht ausschließen. Besonders verdächtig sind die in Brand geratenen Waldabschnitte zwischen Märkisch Buchholz und Halbe, die direkt am Rand der L74 liegen. „Da liegt die Vermutung nahe, dass unaufmerksame Autofahrer einfach ihre Zigarettenkippe aus dem Fenster geworfen haben“, sagt der Experte. Die polizeilichen Ermittlungen dazu laufen derzeit.

Als weitere Brandursache nennt Engel die vielen Militärflächen in Dahmeland-Fläming. „Diese Gebiete gelten schon seit Jahren als besonders gefährdet. Granaten und Patronen liegen teils tief in den Wäldern verborgen.“ In Teltow-Fläming betrifft das die Regionen Wünsdorf und Jüterbog, in Dahme-Spreewald das gesamte Gelände, auf dem die Kesselschlacht von Halbe 1945 stattgefunden hat. In dieser Umgebung brannte es am Freitag gleich an fünf Stellen.

Gefährlich wird es dann, wenn die schweren Patronen, zum Beispiel Leuchtspurgeschosse, an die Erdoberfläche geraten. Diese Munitionsart ist mit einem Phosphorkopf ausgestattet und kann sich schon ab 20 Grad Lufttemperatur entzünden. „Dabei kommt es nicht immer zu einer Explosion. Es reicht eine Stichflamme, und der Wind weht die Funken weiter“, sagt Engel. Für die Feuerwehrleute sind Löscharbeiten auf ehemaligen Übungsgeländen voller Altmunition gefährlich. „Durch die hohen Temperaturen erhitzt sich das Munitionspulver und kann unter den Füßen der Einsatzkräfte explodieren.“

Kameras überwachen die Wälder

Wann es wo und wie brenzlig wird, sieht Engel anhand eines Waldbrand-Erkennungssystems, das ihm auch am Wochenende gute Dienste geleistet hat. Landesweit gibt es 108 Kameras, die die Wälder überwachen. „Es geht vor allem darum, dass die Feuerwehr nicht umsonst ausrückt.“

Entspannung ist in den nächsten Tagen nicht in Sicht, sagt Engel. Grund dafür ist vor allem die anhaltend sommerliche Wetterlage. „Ab Mitte der Woche zieht Wind aus Nordost auf, was bedeutet, dass wir kontinentales Klima mit trockener und warmer Luft bekommen." Das ist nicht gut für den Waldboden, zumal es nördlich der Lausitz nicht regnen soll. Sobald die Streufeuchte sinkt, also das Material auf dem Erdboden trockener wird, steigt der Zündpunkt und somit die Waldbrandgefahr.

Auch am Montag herrschte im Landkreis Dahme-Spreewald noch Warnstufe 5, in Teltow-Fläming die 4. Um die Gefahr nachhaltig zu bannen, müsste Regen fallen. „Etwa zehn Liter pro Quadratmeter", schätzt Engel. „Das Thema wird uns noch einige Tage oder Wochen beschäftigen.“

Von Luise Fröhlich

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