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49 Flüchtlinge untergebracht

Neue Asylunterkunft in Egsdorf 49 Flüchtlinge untergebracht

Binnen weniger Tage ist im Teupitzer Ortsteil Egsdorf eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet worden. Es ging so schnell, dass die Anwohner aus Egsdorf und Neuendorf erst nach dem Einzug der ersten 49 Flüchtlinge in einer Einwohnerversammlung ausführlich informiert wurden. Viele von ihnen haben bereits Hilfsbereitschaft signalisiert.

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Amtsdirektor Thomas Koriath, Sozialdezernent Carsten Saß (CDU) und Awo-Geschäftsführer Wolfgang Luplow (v. l.).

Quelle: Karen Grunow

Teupitz. Binnen weniger Tage ist im Teupitzer Ortsteil Egsdorf eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet worden. Das ging so schnell, dass die Egsdorfer und die Bewohner des nahen Neuendorf erst ausführlich informiert werden konnten, als die ersten Flüchtlinge und Asylsuchenden bereits eingezogen waren. Am Montagabend gab es dazu in Teupitz eine sehr gut besuchte Einwohnerversammlung. Bereits am Freitag zuvor kamen die ersten 49 Bewohner im ehemaligen Gästehaus „Kleine Mühle“ in der Chausseestraße an. „Darunter sind mehrere Familien“, berichtete der Kreis-Sozialdezernent Carsten Saß (CDU) während des Informationsabends. 21 Kinder und Jugendliche sind darunter, elf von ihnen sind bereits schulpflichtig. Die Asylsuchenden kommen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und Tschetschenien. Bis zu 58 Personen können in dem Objekt untergebracht werden.

Betrieben wird die Unterkunft von der Arbeiterwohlfahrt Brandenburg Süd. Deren Geschäftsführer Wolfgang Luplow berichtete, dass erst am 13. Dezember bei der Awo angefragt wurde, ob der gemeinnützige Verband die Unterkunft übernehmen kann. „Wir haben schon seit vielen Jahren mit geflüchteten Menschen zu tun“, verwies er auf die Erfahrungen der Awo, die im Oktober kurzfristig eine Übergangsunterkunft für 1000 Menschen in Cottbus einrichtete und demnächst auch in Trebbin und Luckenwalde Einrichtungen betreiben wird. Das Egsdorfer Objekt ist nun bis Ende 2019 von einem privaten Eigentümer gepachtet, der erst vor wenigen Wochen die „Kleine Mühle“ dem Landkreis als mögliche Unterkunft anbot.

Neben Fragen zum Verteilschlüssel für Flüchtlinge auf die Regionen und Unterbringungskosten wurde während der Einwohnerversammlung vielfach die ungünstige Lage des Komplexes direkt an der Landesstraße ohne Geh- oder Radweg angesprochen. Der Weg zur Bushaltestelle sei zwar kurz, aber auch gefährlich, gerade für Kinder. Ein seit Jahren viel diskutiertes Problem. „Die Egsdorfer haben schon viele Unterschriften gesammelt für einen Radweg“, merkte dazu ein Einwohner an. Nun keimte also die Hoffnung auf, dass mit der Flüchtlingsunterkunft der Druck auf das Land, dort eine Lösung zu finden, erhöht werden könnte.

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und bürgerschaftliches Engagement“, forderte Luplow die Einwohner auf, sich für die Menschen in der Unterkunft einzusetzen. Nach der trotz einiger kleinerer verbaler Anwürfe sehr sachlichen Informationsveranstaltung, die der Teupitzer Bürgermeister Dirk Schierhorn moderierte, fanden sich schon die ersten potenziellen Helfer. Heimleiterin Gesine Liersch berichtete, dass bereits der erste Deutschkurs laufe. „Dafür haben sich fast alle inklusive der Kinder angemeldet“, erzählte sie.

Hilfe benötigen sie und ihre Mitarbeiterin Jacqueline Olm, die sich seit Monaten in der Flüchtlingshilfe Schenkenländchen für die in der Massower Unterkunft lebenden Menschen engagiert, nun vor allem bei der Betreuung der Kleinsten, damit die Eltern den Deutschunterricht besuchen können. Außerdem freuen sie sich über Teupitzer, die ehrenamtlich Fahrdienste übernehmen. „Die Leute sind alle neugierig, wollen etwas sehen.“ Bereits am Wochenende wurden sie im Ort herumgeführt.

Cornelia Wetzk, Leiterin der Grundschule Teupitz, konnte während der Versammlung Ängste der Einwohner, ihre Kinder würden nun zugunsten der Flüchtlingskinder vernachlässigt, entkräften: „Uns wurden zusätzliche Lehrerwochenstunden bewilligt und wir werden nun eine Willkommensklasse einrichten.“ Begeistert berichtete sie von sehr engagierten Eltern. „In unserer Bevölkerung haben wir Potenzial, das man bislang gar nicht kannte.“

Es soll, kündigte Wolfgang Luplow noch an, demnächst auch einen Tag der Begegnung geben, damit die Neuendorfer und Egsdorfer ihre neuen Nachbarn mal kennenlernen können.

Von Karen Grunow

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