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60 Jahre Karneval

Mittenwalde 60 Jahre Karneval

Im Jahr 1956 gab es in Mittenwalde den ersten Rosenmontagsumzug. Seither wird in der Stadt Karneval gefeiert. Auftakt fünften Jahreszeit ist in diesem Jahr am 5. November. Wie immer legen die Mittenwalder schon am Samstag vor dem Beginn der eigentlichen Karnevalszeit los.

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Sie waren dabei, als 1956 das erste Mal in Mittenwalde Karneval gefeiert wurde und erinnern sich noch genau, wie es damals war: Regina Ludwig, Karin Heß, Eva Linde, Günter Hönow und Erwin Prüfer (v.l.).

Quelle: Gerlinde Irmscher

Mittenwalde. Wenn am 5. November gegen elf Uhr die Mittenwalder Narren, angeführt vom Spielmannszug der Stadt, in Richtung Pulverturm ziehen, dann ist es wieder so weit – in der Stadt beginnt die fünfte Jahreszeit. Pünktlich um 11.11 Uhr wird die Rot-Weiß-Grüne Fahne gehisst, die dann bis Aschermittwoch verkündet, dass in Mittenwalde der Karnevalsverein die Regentschaft übernommen hat.

Angefangen hat das Treiben vor nunmehr 60 Jahren. Inspiriert von den Karnevalshochburgen sagte sich Kurt Hein, dass so etwas doch in Mittenwalde zu machen sein müsste. Er fand Zuspruch und derer, die mitmachen wollten, gab es genug. Ein Elferrat wurde aus der Taufe gehoben, Tanzgruppen übten fleißig für ein Programm und so startete 1956 mit Regina Fluthwedel und Gerhard Fiedler als Prinzenpaar der erste Rosenmontagszug in der Stadt.

Das erste Prinzenpaar 1956

Das erste Prinzenpaar 1956: Regina I. und Gerhard I.

Quelle: Privat

„Nach dem Krieg wollten wir alle wieder lustig und fröhlich sein und der Karneval war ein guter Weg wieder Schwung in die Stadt zu bringen“, so Regina Ludwig. Werner Bergmann schrieb das Mittenwalder Karnevalslied, dessen Text immer wieder aktualisiert wurde. Allerdings ist der Refrain heute noch derselbe. Von Anfang an dabei war der Spielmannszug, der die Rosenmontagsumzüge anführte.

Die Mittenwalder hatte das Narrenfieber gepackt und in den Folgejahren wurde unter dem Schlachtruf „Hei-Doo“ zünftig gefeiert. Da gab es am Rosenmontag Tanz in sechs Lokalen. Später, nach dem Verfall der Säle wie Schützenhaus, Ruhle und Perner, fuhren die Karnevalisten unter anderem nach Wildau, Königs Wusterhausen, Schönefeld, selbst bis Frankfurt (Oder), um dort ihre Veranstaltungen durchzuführen. 1968 war dann allerdings erst einmal Schluss mit Karneval in Mittenwalde. „Wir sollten der Kreisleitung, Abteilung Kultur, untergeordnet werden. Für uns war klar, da machen wir nicht mehr mit“, erinnert sich Günter Hönow. Außerdem waren ein Teil der Akteure in den Westen gegangen.

Seit 1986 heißt es in Mittenwalde „Helau“

1986 ergriff Bärbel Nimz die Initiative, den Karneval wieder aufleben zu lassen. Es wurde der Karnevalsverein „Rot-Weiß-Grün“ gegründet. Fortan heißt es in Mittenwalde „Helau“ und die Umzüge sind nicht mehr am Rosenmontag sondern immer am Samstag vor dem 11. November. Ab 13.11 Uhr ziehen die Mittenwalder und befreundete Vereine durch die Stadt.

Das Prinzenpaar von 1956 wird beim Umzug am 5. November dabei sein. Gerhardt Fiedler kommt dann extra aus Leverkusen in die Ackerbürgerstadt.

Von Gerlinde Irmscher

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