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A10-Center rüstet sich für die Zukunft

Wildau A10-Center rüstet sich für die Zukunft

Im A10-Center in Wildau wird die Zukunft vorbereitet: 85 Prozent der Mietverträge laufen 2021, also in vier Jahren, aus. Der Centermanager macht deswegen jetzt Druck auf die gemeinsame Landesplanung – er wünscht sich eine deutliche Aufweichung der strikten Branchenmix-Vorgaben.

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Im dänischen Shop Sostrene Grene zeigt Store-Managerin Katja Hinze, dass die Besucher ohne Schaufensterscheibe die Ware anfassen können

Quelle: Mohr

Wildau. „Wir müssen das A10-Center schon jetzt für die Zukunft über das Jahr 2021 hinaus fit machen“, stellt Center-Manager Sven Schulze unmissverständlich klar. Zu diesem Zeitpunkt laufen etwa 85 Prozent der meist auf zehn Jahre befristeten Mietverträge für die etwa 200 Fachgeschäfte aus. Geschlossen wurden sie nach der Übernahme der Einkaufswelt durch das ECE Projektmanagement im Jahr 2011. Hinzu kommt, dass die Konkurrenz mit dem Internethandel sowie den inzwischen über 60 Einkaufszentren in Berlin seit der Eröffnung des A10-Centers vor mehr als 20 Jahren härter geworden ist.

Nur 19 000 Quadratmeter Textilien erlaubt

„Die Gretchenfrage ist, ob es gelingt, die restriktiven Festlegungen aus der Baugenehmigung zum Branchenmix im Center zu lockern, wenn nicht gar komplett zu beseitigen“, sagt Schulze. In dem Center dürfen bei einer Verkaufsfläche von insgesamt 66 000 Quadratmetern nur auf 19 000 Quadratmetern Textilien sowie auf 2800 Quadratmetern Schuhe angeboten werden. Im Vergleich zu anderen großen Einkaufsmeilen, die gleichfalls an der Autobahn liegen, wie dem Leipziger „Nova Eventis“ mit einem Modeanteil von knapp 45 Prozent, ist dies sehr wenig. In den Innenstadt-Centern liegt er nicht selten bei 60 Prozent und mehr. Modische Kleidung aber, die im Unterschied zum Internet-Handel direkt vor den Augen des Partners oder der besten Freundin anprobiert werden kann, lockt auch die jüngere Generation in die Geschäfte.

Centermanager Sven Schulze

Centermanager Sven Schulze

Quelle: Pr

Centermanager: Vorgaben nicht mehr zeitgemäß

„Mehr Flexibilität bei der Branchenbelegung erleichtert auch die Nachvermietung“, betont der Center-Manager. Jetzt aber steht manchmal ein Shop frei, nur weil sich kein Nachmieter aus der jeweiligen Branche findet. Außerdem wollen trendige Modelabels Flächen von 2000 bis 3000 Quadratmeter, die im Center aber kaum angeboten werden können. Handelsstrukturen und Kaufverhalten ändern sich immer rasanter. Vorgeschriebene Sortimente sind Schulze zufolge nicht mehr zeitgemäß.

Stadt und Kreis unterstützen bei Gesprächen mit Landesplanung

Unterstützt von Stadt, Landkreis und Landesregierung laufen die Gespräche mit der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg zum Branchenmix, wobei nach Aussagen aller Experten „dicke Bretter“ zu bohren sind. Schulze rechnet daher vor Mitte 2018 mit keiner Entscheidung.

Historie

Das A10-Center wurde 1996 eröffnet. Das Unternehmen HLG A10 Ring-Center Berlin-Wildau Verwaltungs GmbH aus Münster investierte in Planung und Bau etwa 350 Millionen DM. Eigentümer ist heute die Deutsche Euroshop AG, die die Einkaufsmeile 2010 nach der Insolvenz des Vorbesitzers für 265 Millionen Euro erwarb.

Nach dem Erwerb durch die Euroshop AG wird das A10-Center von der ECE Projektmanagement betrieben, die der Familie Otto gehört.

2011 wurde der 60 Millionen Euro teure Erweiterungsbau „Triangel“ eröffnet und 2012 die Rekonstruktion „des Altbaus“ abgeschlossen.

Im Center befinden sich über 200 Fachgeschäfte beziehungsweise Dienstleister.

Durch das A10-Center fließen an Gewerbe- und Grundsteuer nach Angaben des Wildauers Kämmerers Marc Anders (parteilos) jährlich knapp eine Million Euro in die Stadtkasse.

Jüngster Center-Mieter ist ab März das dänische Unternehmen Sostrene Grene, das unter anderem zahlreiche Wohnaccessoires anbietet und dabei auf die Schaufenster-Scheibe verzichtet. Die Besucher können daher quasi im Vorbeigehen bei ihrem Gang durch die Mall die im Schaufenster stehenden Artikel nicht nur betrachten, sondern gleich anfassen.

Digitale Kinderspielfläche geplant

Aktuell will Schulze vor allem den Erlebnischarakter des Centers weiter ausbauen, der dem Betriebswirt zufolge mit der Freizeitwelt mit Kino und Bowlingbahn sowie dem Indoor-Spielplatz ohnehin schon gut aufgestellt ist. Bis zum Sommer entstehen auf dem A10-Boulevard zwischen Karstadt-Sport und der Freizeitwelt ein Kletterpark sowie eine digitale Kinderspielfläche. Außerdem wird der Parkplatz mit einem digitalen System ausgestattet, das Kraftfahrern per Handy das Auffinden ihres Autos erleichtert. Für das 21. Jahrhundert gerüstet, entsteht auf dem A10-Areal auch ein Glasfaser-Knotenpunkt. Freies W-Lan gibt es schon jetzt.

Centermanager hofft auf BER-Eröffnung

Ansonsten wünscht sich der 46-Jährige vor allem eines: Die baldige Eröffnung des Flughafens. Er hofft, dass ihm dies nicht nur noch mehr Besucher, sondern dem Center auch etwa 200 neue Teilzeit-Mitarbeiter bringt, die dort schon jetzt fehlen.

Handwerker und Techniker versetzten die Freizeitwelt jüngst brandschutztechnisch in einen Top-Zustand, wobei die Disko im Keller nach wie vor stillgelegt bleibt. Für das einstige Billard-Center wird nach einem neuen Betreiber-Konzept gesucht. Und die gute Nachricht für alle Kino-Fans zum Schluss: Das Kino mit neuester 3-D-Technik bleibt Center-Manager Schulze zufolge in jedem Fall auch über das Jahr 2021 hinaus erhalten.

Von Franziska Mohr

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