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ABS feiert 25-jähriges Bestehen

Wildau ABS feiert 25-jähriges Bestehen

25 Jahre nach ihrer Gründung steht die Wildauer Strukturentwicklungsgesellschaft ABS zunehmend vor Herausforderungen. Geschäftsführer Michael Reimann will den Betrieb zu einem Zentrum für Berufsvorbereitung machen

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Ein-Euro-Jobber Michael Bröge arbeitet in der Fahrradwerkstatt Drahtesel auf.

Quelle: Franziska Mohr

Wildau. „Im 25. Jahr ihres Bestehens benötigt die kommunale ABS einen frischen Wind“, stellt Michael Reimann, seit Oktober Geschäftsführer des kommunalen Betriebs, unmissverständlich klar. Dabei verhehlt er nicht, dass er sich an den langen Namen des Unternehmens – Arbeits-, Beschäftigungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft (ABS) – noch immer nicht gewöhnt hat. Ohnehin sei die ABS in Wildau von den 21 kurz nach der Wende in den neuen Bundesländern gegründeten Unternehmen dieser Art fast das einzige, das die Berg- und Talfahrten der Arbeitsmarktförderung der letzten Jahre überlebt hat. Waren in dem als Auffanggesellschaft gegründeten Unternehmen Mitte der 90er Jahre noch 500 Frauen und Männer beschäftigt, so sind es aktuell 30 Ein-Euro-Jobber sowie fünf festangestellte Mitarbeiter, die sich als Dienstleister der Kommunen vor allem der Grünpflege sowie dem Betreiben von Fahrradwerkstatt und Kleiderkammer verschrieben haben.

Kooperationen mit Partnern geplant

Die ABS muss sich Reimann zufolge aktuellen Herausforderungen stellen. „In Kooperation mit anderen Partnern möchte ich die ABS zu einem modernen Zentrum für die Berufsvorbereitung von jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund entwickeln.“ Langfristig könne er sich sogar vorstellen, dass hier Menschen in dringend benötigten landwirtschaftlichen Berufen ausgebildet werden. Erste vielversprechende Gespräche habe es diesbezüglich bereits gegeben. Hier sieht Reimann auch den Schlüssel dafür, dass die ABS ihren derzeit von der Stadt Wildau gewährten jährlichen Zuschuss von 50 000 Euro deutlich reduzieren kann.

Hintergrund

Die Gründung der ABS erfolgte 1992 vor allem auf Initiative von Alt-Landrat Hartmut Linke sowie des damaligen Wildauer Bürgermeisters Gerd Richter.

Das Grundanliegen bestand darin, den Menschen, die im Wildauer Schwermaschinenbau „Heinrich Rau“ (SMB) ihre Arbeit verloren hatten, wieder eine Perspektive zu eröffnen.

Die ABS ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt Wildau. Bisherige Geschäftsführer waren Peter Löwa, Hans-Jürgen Schmidt, Siegmar Kny.

Das Unternehmen ist bis heute den Schwankungen bei der Arbeitsförderung unterworfen, sodass seine Existenz mehrfach auf der Kippe stand.

Noch aber steht für den neuen Geschäftsführer, der im Oktober nach 15 Jahren die Nachfolge von Siegmar Kny antrat, das Tagesgeschäft im Vordergrund. Dabei herrscht mit den steigenden Temperaturen vor allem in der Fahrrad-Werkstatt Hochbetrieb. Der Ein-Euro-Jobber Michael Bröge hat gemeinsam mit seinen beiden Mitstreitern alle Hände voll zu tun, um die vor allem von Polizei, Wohnungsunternehmen und Privatpersonen abgegebenen Räder wieder verkehrstüchtig zu machen. Der Zustand jedes Rades wird dokumentiert. Oft müssen die Männer Schläuche oder Bremsklötze erneuern, beschädigte Ketten reparieren oder gebrochene Speichen auswechseln. Für den Eichwalder Michael Bröge ist das kein Problem. Er verdiente früher sein Geld als Spulenwickler im Transformatorenwerk, wo Fingerfertigkeit gefragt war. Seit 2002 ist er arbeitslos. Der 62-Jährige bekennt freimütig, dass er froh sei, mal wieder daheim rauszukommen. „Es ist einfach schön, wenn sich jemand ein Rad aussucht und dann glücklich davon radelt“, sagt er. Immerhin werden auf diese Weise jährlich etwa 180 Frauen, Männer und Kinder stolze Besitzer von Fahrrädern, das sie sich sonst nicht leisten könnten. Wer also ein nicht mehr benötigtes Rad in der Garage oder im Schuppen stehen hat, kann es gern bei der ABS in der Straße des Friedens abgeben und damit anderen Menschen eine große Freude bereiten.

Kleiderkammer ist stark frequentiert

Ähnlich verhält es sich auch in der Kleiderkammer des Unternehmens, in der derzeit Vera Barth und Marion Melzer tätig sind. Hier konzentriert man sich jetzt auf die Annahme von Alltagskleidung, Schuhen und Haushaltswäsche. Haushaltswaren wie Geschirr oder Spielzeug werden nicht mehr entgegengenommen. Besonders dringend werden Kinderbekleidung sowie bei Damen und Herren große Größen ab XL benötigt.

Ausgabe von Rädern und Bekleidung werktags von 8 Uhr bis 13 Uhr und Annahme von 7 Uhr bis 16 Uhr.

Von Franziska Mohr

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