Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Abfallzweckverband zeigt gelbe Karte

Bürger stopfen zu viel Blätter und Grünzeug in Laubsäcke Abfallzweckverband zeigt gelbe Karte

Für die Fahrer der Laubsack-Touren wird die Arbeit immer schwerer: Als der Abfallzweckverband SBAZV im Herbst 1996 die Laubsacksammlung einführte, kamen 30.000 Säcke zusammen. Seither steigerte sich deren Anzahl Jahr für Jahr. Doch viele Bürger beachten das Maximalgewicht nicht, stopfen zu viel Blätter und Grünzeug in die Laubsäcke.

Voriger Artikel
Campingplatz in Gräbendorf gefährdet
Nächster Artikel
Pilot von Laserpointer geblendet

Mit maximal 20 Kilo Laub sollen die Säcke befüllt werden.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Mit Humor und Kommunikation versucht der Verbandschef des hiesigen Abfallzweckverbandes SBAZV, zwei gegensätzliche Interessen unter einen Hut zu bekommen. Und dafür bringt er jetzt eine gelbe Karte ins Spiel. "Wir bitten einfach darum, die Maximalfüllung von 20 Kilogramm zu beachten, sonst können wir zu schwere Laubsäcke auf Dauer nicht mehr mitnehmen", erklärt Verbandsvorsteher Lutz Pätzold die Aktion, die den Mitarbeitern des Entsorgungsdienstes die Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes leichter machen soll.

Den Bürgern wolle man natürlich weiter jeden Service bieten, der mit einem modernen Dienstleister möglich ist, sagt Lutz Pätzold. Er will aber auch etwas für seine Mitarbeiter tun und sie vor Bandscheibenschäden schützen. Denn für die Fahrer der Laubsack-Touren wird die Arbeit immer schwerer: Als der SBAZV im Herbst 1996 die Laubsacksammlung einführte, kamen 30.000 Säcke zusammen. Seither steigerte sich deren Anzahl Jahr für Jahr. Inzwischen sammelt der Verband in seinem Einsatzgebiet zwischen Königs Wusterhausen, Ludwigsfelde, Luckenwalde, Jüterbog und Dahme das Zehnfache ein und verkauft zudem jährlich 20.000 Banderolen für Grünschnitt. Das zeige, fasst es Lutz Pätzold zusammen, dass diese Leistung ankommt. "Wir können damit aus 4500 Tonnen Grünabfall jährlich wieder 1000 Tonnen Komposterde in den Kreislauf der Natur geben."

Doch bei allem Erfolg gibt es auch Probleme ‒ und zwar mit dem Gewicht der Tüten: Die Kunden packen zu viel Blätter und Grünzeug in die Spezialsäcke. Die sind zum Teil so schwer, dass selbst die gut trainierten Müllfahrer sie kaum noch heben können. Darf der Kunde bis zu 20Kilogramm in jeden Sack stopfen, summiert sich das Pensum bei bis zu 800 Säcken täglich für das Zwei-Mann-Team eines Fahrzeugs auf 16Tonnen. Und wenn dann Säcke dabei sind, die 30 Kilogramm und mehr auf die Waage bringen, "dann ist das für den stärksten Mann nicht mehr zu schaffen. Das haben mir unsere Leute glaubhaft erklärt", sagt Verbandschef Pätzold.

Es gebe für ihn auch noch eine andere Variante, das Gewichtsproblem zu lösen. Vor ein paar Jahren sei es schon einmal praktiziert worden: "Wir können die Säcke auch noch mal kleiner und preiswerter machen. Doch das halten wir im Moment für den falschen Weg, sowohl für die Arbeitsbelastung als auch für die Umwelt. Wir versuchen es jetzt einfach mal mit dem Appell an die Kunden."

Und der sieht so aus: Ist ein Sack zu schwer, bekommt der Kunde eine gelbe Karte als Hinweis auf die Überfüllung. "Bei Wiederholung muss derjenige damit rechnen, dass der Laubsack nicht mehr mitgenommen wird." Gerade jetzt im Herbst sollten die Säcke nicht mit sehr feuchten Blättern bis zum Rand vollgestopft werden. Und damit sie auch bei Regen nicht noch schwerer werden können, bittet der Abfallentsorger ums Zubinden der Säcke.

Doch gegen zu schwere Laubsäcke haben die Müllfahrer zu jeder Zeit zu kämpfen, erklärt Lutz Pätzold. "Im Frühjahr werden Sand und Splitt von den Wegen einfach mit hineingestopft und im Sommer kommt bis oben zum Rand feuchter Rasenschnitt rein. Wenn diese Laubsäcke jeden Tag und das auf Jahre immer wieder zu schwer sind, dann führt das irgendwann bei jedem zur Schädigung der Wirbelsäule und des Muskel-Skelett-Systems. Das ist sicher nachvollziehbar", sagt der Verbandschef. Er verweist darauf, dass nichts anderes als Rasen-, Baum- und Strauchschnitt, Laub, Tannennadeln und Zapfen, Balkonpflanzen, Schnittblumen oder Unkraut in die Laubsäcke gehören.

Info: Ausführliche Informationen zu den Laubsäcken und allen anderen Abfallarten im Internet unter www.sbazv.de

Von Jutta Abromeit

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg