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Abhilfe für Parkplatzsorgen

Bürgermeister von Königs Wusterhausen im Interview Abhilfe für Parkplatzsorgen

Kaum Parkplätze, viel Stau. Die Verkehrssituation in Königs Wusterhausen ist nicht ideal. Im MAZ-Interview sagt Bürgermeister Lutz Franke (SPD) Abhilfe. Es sollen neue Parkplätze geschaffen werden. Außerdem spricht er über Wohnungsnot in der Stadt.

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Königs Wusterhausen. MAZ: Bei Kraftfahrern gab es in jüngster Zeit nur einen Slogan: „Königs Wusterhausen meiden, wann immer es geht“. Für einen Bürgermeister dürfte dies nicht gerade wie Musik in den Ohren klingen. Wann ist endlich mit Abhilfe zu rechnen?
Lutz Franzke: Der Caterer ist bereits bestellt. Am 3.Dezember wird die Umgehungsstraße offiziell eröffnet. Dann wird auch die gegenwärtig komplett gesperrte Ortsverbindungsstraße nach Schenkendorf wieder eröffnet. Zudem ist die Rechtsabbiegespur aus Wildau am Abzweig zur Autobahnauffahrt Niederlehme fertig. Hier fehlen nur noch die Markierungen. All diese Straßenarbeiten dürften für eine spürbare Entlastung sorgen, sodass Kraftfahrer in Zukunft hoffentlich wieder gern in unsere Stadt fahren.

Fahren schon, aber wo können sie parken?
Franzke (schmunzelnd): Immer rauf auf das Schlimme. Aufgrund der umfangreichen Bauarbeiten rund um den Bahnhof Königs Wusterhausen ist das Parken in der Innenstadt noch mehr eingeschränkt. Ende dieses Jahres werden aber die Parkplätze am Güterbahnhof in Richtung Kirchsteig fertig.

Aber bringen sie tatsächlich Entlastung, wenn im Gegenzug der wilde Parkplatz im Kirchsteig mit Wohnungen bebaut wird?
Franzke: Ein paar Stellplätze mehr sind es schon. Außerdem ist dieser Acker eine Zumutung für Kraftfahrer. Es werden dringend mehr Stellflächen rund um den Bahnhof für Pendler benötigt. Augenblicklich denken wir über weitere Parkplätze hinter dem Tunnel unweit der neuen Buswendeschleife nach, wo sich einst der Kohlehandel befand. Außerdem laufen Gespräche mit dem Landkreis sowie dem Amtsgericht über zusätzliche Pkw-Stellplätze in der Max-Werner-Straße. Auch mehr bewirtschaftete Stellplätze sind vonnöten. Parkhäuser sind da kein Tabu mehr.

In der Stadt wird erneut über ein Verkehrskonzept diskutiert. Ist es richtig, dass danach die Bahnhofstraße in beiden Richtungen wieder für Rechtsabbieger geöffnet wird?
Franzke: Die Planer erwägen dies, um den Verkehrsfluss in der Stadt insgesamt etwas flüssiger zu gestalten. Demnach könnten Kraftfahrer am Bahnhof in die Maxim-Gorki-Straße sowie an der Schleusenbrücke in die Schlossstraße einbiegen. Auch das komplette Regime an den Markttagen in der Bahnhofstraße muss noch einmal überdacht werden. Hier haben wir noch keine Ideallösung gefunden.

Themenwechsel. Immer mehr junge Familien, aber auch Senioren klagen, dass sie in der Region keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden. Hat die Stadt hier überhaupt eine Chance gegenzusteuern?
Franzke: Das Wohnungsproblem hat uns schlichtweg überrollt. Noch vor fünf Jahren war diese Entwicklung überhaupt nicht abzusehen. Derzeitig sind im Wohnungssektor vor allem private Investoren aktiv. Da werden für Neubauten um die 9,50 Euro Kaltmiete abgerufen. Und die Wohnungen gehen weg wie warme Semmeln. Dabei ist der BER noch gar nicht am Start, der sicher einen weiteren Boom auf dem Wohnungsmarkt auslösen wird. Unsere kommunale Wohnungsbaugesellschaft ist jetzt im Kirchsteig im Wohnungsbau engagiert. Aber das Unternehmen befindet sich nach der Sanierung gerade erst in ruhigem Fahrwasser. Es kann und darf nicht überfordert werden. Und unter 7,60 Euro Kaltmiete geht im Kirchsteig auch nichts. Schließlich müssen sich die Wohnprojekte rechnen.

Die Landesregierung zeigt sich knauserig bei Zuschüssen für den Mietwohnungsbau. Wagt die Stadt Königs Wusterhausen hier einen weiteren Vorstoß?
Franzke: Gemeinsam mit der Flughafengemeinde Schönefeld will ich im November bei einem Termin in der Landesregierung noch einmal verdeutlichen, dass die Flughafen-Region dringend Zuschüsse für den Wohnungsbau benötigt. Ansonsten kann die Region den höchst erfreulichen, unverminderten Zuzug junger Familien nicht bewerkstelligen. Zumal sich der Stadtumbau Ost bisher ausschließlich auf Abriss bezieht. Hier muss die Landesregierung dringend nachbessern. Aber auch das sinkende Rentenniveau stellt den Wohnungsmarkt in der Region bei den Senioren vor erhebliche Probleme.

Liegen in der Stadt ernsthafte Nachfragen von Investoren vor, die sich im Wohnungsbau engagieren wollen?
Franzke: Ja. Und dies nicht wenige. Meist haben sie auch schon ganz konkrete Flächen im Blick.

Verraten Sie welche?
Franzke: Ganz oben stehen dabei das Areal auf dem Funkerberg unterhalb des Tagungshotels „Commundo“ sowie die Fläche des alten Gaswerkes in der Straße Am Amtsgarten. Aber auch neben dem Friedhof im Potsdamer Ring sowie in der Heinrich-Heine-Straße, wo jetzt noch die Garagen stehen, könnten Wohnungen unterschiedlicher Größe und Preisklasse entstehen. Nachfragen gibt es diesbezüglich auch im Königspark. Hier reizt Investoren die Nähe zur Autobahn. Verdichtungsflächen sind im Neubaugebiet vorhanden, doch dafür gibt es leider keine Interessenten. Senioren-Wohnungen entstehen am Kirchplatz und demnächst auch gegenüber vom Stadion in der Cottbuser/Ecke Bertolt-Brecht-Straße.

Ärger gibt es immer wieder in Zeesen und Niederlehme. Hier beklagen die Einwohner, dass Bürgertreffs und Räume für Vereine fehlen. Sind hier Lösungen in Sicht?
Franzke: In Niederlehme hat die Stadtverwaltung bereits zwei Projekte angeboten, die allerdings beide im Ortsbeirat keinen Zuspruch fanden. Das waren der Umzug der Vereine in ein Haus in der Rehstraße sowie ein kleiner Neubau in der Karl-Marx-Straße unweit vom alten Rathaus. In Zeesen schauen wir jetzt, ob mit der Eröffnung der neuen Kita im Sommer nächsten Jahres Freiräume entstehen. Hier gibt es Anfragen vom Ortsbeirat, ob Teile der alten Kita-Gebäude in der Puschkinstraße künftig zum Bürgertreff umgebaut werden können. Denkbar ist aber auch eine Erweiterung des Feuerwehr-Gebäudes unten im Dorf. Im Rathaus ist uns bewusst, dass hier etwas geschehen muss.

Interview: Franziska Mohr

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