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Absage an eigene Wohnungsbaugesellschaft

Schönefeld Absage an eigene Wohnungsbaugesellschaft

Linken-Chef Wolfgang Katzer fordert den Bau von Sozialwohnungen in Schönefeld Nord. CDU, BIS und Schönefelds Bürgermeister sind für die Schaffung von bezahlbaren Mietraum. Die Steuerung solcher Bauprojekte soll jedoch Profis aus dem kommunalen Wohnungsbau anderer Gemeinden überlassen werden.

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Beim Wohnungsbau legt die Gemeinde Schönefeld wert auf den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen.

Quelle: Oliver Becker

Schönefeld. Mehr Sozialbauwohnungen in Schönefeld – das fordert die Linken-Fraktion in der Schönefelder Gemeindevertretung. Gerade mit Blick auf den derzeitigen Bau-Boom in Neu-Schönefeld und die mit der BER-Flughafeneröffnung erwarteten 40 000 Menschen, die laut Prognose am und im Umfeld des Airports künftig arbeiten und wohnen werden, müsse für Geringverdiener bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden heißt es. Gesteuert werden solle der Bau solcher Sozialwohnungen über eine eigens zu gründende Wohnungsbaugesellschaft der Kommune. Den Vorschlag will Linken-Fraktionschef Wolfgang Katzer in Ausschüssen und der Gemeindevertretung zur Diskussion stellen.

Preiswerten Wohnraum schaffen

„Wir werden das Thema Sozialbauwohnungen noch vor der kommenden Haushaltsdebatte energisch angehen und mit den Fraktionen und dem Bürgermeister besprechen“, sagte Wolfgang Katzer der MAZ. „Wir brauchen hier bezahlbare Mietwohnungen und kein Eigentum, weil der Großteil der Neu-Schönefelder nicht in der Einkommensklasse sein wird, sich Eigentum anschaffen zu können. Viele sind angewiesen auf preiswerten Wohnraum“, so Katzer weiter.

Die Gemeinde Schönefeld, die durch ihre Steuereinnahmen nicht schlecht dastehe, habe es anders als ein Unternehmen nicht nötig, an Vermietungen Geld zu verdienen. Die noch nicht bebauten Flächen in Neu-Schönefeld – rund hundert Hektar von der Schwimmhalle Richtung Norden bis zum Autohändler Mercedes – sollten nach Kratzers Ansicht auch nicht alle von einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft bebaut werden. „Wir wollen zehn bis 15 Prozent als preiswerten sozial geförderten Wohnraum in Schönefeld vermieten können“, so der Linken-Politiker. Ziel seien Mieten um die sechs Euro pro Quadratmeter, anstatt der zehn Euro in Schönefeld Nord. Die neue Wohnungsbaugesellschaft würde laut Katzer nicht selber bauen, sondern professionell Neubauten planen und diese verwalten.

Mieten unter zehn Euro den Quadratmeter

„Vor Ort werden viele Angestellte arbeiten – Caterer, Lehrer, Arzthelfer – das sind alles keine Großverdiener. Da muss man auch Wohnungen im kleineren Mietbereich haben“, stimmte Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) zu. „Wir haben schon Gespräche mit Bauträgern geführt, einige Sozialbauwohnungen zu schaffen, die nicht zehn Euro pro Quadratmeter kosten“, sagte Haase der MAZ. Eine Wohnungsbaugesellschaft will der Bürgermeister dazu aber nicht gründen.

Zusammenarbeit mit Wildau angedacht

Nach der Wende hatte die Gemeinde bereits eine eigene Wohnungsbaugesellschaft. „Jahrelang war das eine Minusnummer und passierte nichts“, sagte Haase. Dann habe die Kommunalaufsicht die Gemeinden aufgefordert, die vielen GmbHs aufzulösen. Schönefeld folgte diesem Wunsch. „Jetzt wo das Land merkt, wir haben nicht genügend Sozialwohnungen, wird von den Kommunen wieder gefordert, neue Wohnungsbaugesellschaften zu gründen. Wir gründen aber keine neue“, sagte Haase. Der Rathauschef kann sich aber vorstellen, mit der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft zusammenarbeiten. Es gebe bereits erste Gespräche. „Wildau kann das dann mit verwalten“, so die Überlegung.

Keine eigene Wohnungsbaugesellschaft

„Die Gemeinde braucht bezahlbaren Wohnraum“, sagte auch Hans-Georg Springer (CDU). Die Gemeinde Schönefeld werde aber keine eigene Wohnungsbaugesellschaft gründen. „Wir haben in der Region gut aufgestellte Wohnungsbaugesellschaften mit Erfahrung – etwa in Wildau oder Potsdam – derer man sich bedienen kann“, sagte der CDU-Mann. „Selbstverständlich brauchen wir bezahlbare Mietwohnungen“, sagte Christian Hentschel (BIS) mit Blick auf das erwartete Bevölkerungswachstum. Das müsse mit Weitblick von der Gemeindevertretung geplant werden. Nicht jeder könne sich ein Haus leisten und steigende Mieten zahlen. Ob sich eine eigene Wohnungsbaugesellschaft rentiert, stellt er infrage. „Bau und Verwaltung sollte man Wohnungsbaugesellschaften überlassen, die das seit Jahren machen“, so Hentschel. Es müssten auch Anreize für Investoren geschaffen werden, solche Projekte umzusetzen.

Von Oliver Becker

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