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Dahme-Spreewald Abschied von Jochen Wagner
Lokales Dahme-Spreewald Abschied von Jochen Wagner
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00:16 20.06.2017
Neben dem Bild Jochen Wagners, umrahmt von weißem Rittersporn, halten zwei Feuerwehrleute während der Trauerfeier im Rathaussaal die Ehrenwache. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Königs Wusterhausen

Die Stadt Königs Wusterhausen hat am Freitag Abschied von Jochen Wagner genommen, der kürzlich völlig unerwartet im Alter von 72 Jahren verstarb. Jochen Wagner war von 1992 bis 2002 Bürgermeister in Königs Wusterhausen. Zur öffentlichen Trauerfeier am Mittag im Saal des Rathauses in der Schlossstraße kamen 175 Menschen.

Zeremonie im Rathaussaal

Der Saal war fast komplett mit Stuhlreihen ausgefüllt. Vorne stand zwischen weißem Rittersporn ein großes Bild von Jochen Wagner mit Trauerflor, davor auf dem Boden lagen Blumen auf einem Tuch. Links und rechts neben dem Bild hielten die Feuerwehrleute Michael Leitert und Sven Kießling die Ehrenwache. Auf einer Leinwand lief eine Diashow mit Fotos von Jochen Wagner, die ihn bei verschiedenen Anlässen in der Stadt zeigen.

Besucher tragen sich ins Kondolenzbuch ein. Quelle: Gerlinde Irmscher

Obwohl der Saal kurz vor Beginn der Feierstunde schon gefüllt war, herrschte Schweigen, nicht mal ein Tuscheln war zu Vernehmen. Dann betraten Jochen Wagners Frau Rita und seine Tochter Anja den Saal, sie nahmen Platz in der ersten Reihe. Das Lied Hallelujah von Leonard Cohen erklang, bevor Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) zum Redner- pult schritt.

Bürgermeister Lutz Franzke ringt um Fassung

Zunächst versagte ihm die Stimme, er weinte, rang um Fassung. Es dauerte eine Weile, ehe er sprechen konnte. „In Königs Wusterhausen ist es besonders das Verdienst von Jochen Wagner, dass die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt wurden“, sagte er. Franzke erinnerte an die schwierigen 1990er Jahre, in denen sich Wagner als „mutiger Vordenker“ und Lenker erwies, der nicht immer diplomatisch gewesen sei. Mit seinem Namen seien die Paul-Dinter-Halle, das Ärztehaus am Schlossplatz, die Schlosseröffnung im Jahr 2000 oder das Sanierungskonzept der einst hoch verschuldeten Wohnungsbaugesellschaft verbunden, die heute wirtschaftlich glänzend dastehe.

Alt-Landrat Martin Wille bei seiner Ansprache. Er beschrieb Jochen Wagner als unbeugsam und manchmal auch knurrig. Quelle: Gerlinde Irmscher

Der frühere Landrat Martin Wille (SPD) beschrieb Jochen Wagner so: „Er war aufrecht, unbeugsam, manchmal auch knurrig.“ Wer ihn näher kannte, habe seinen hintergründigen Humor entdeckt. „Er hat zweifellos die Fundamente der positiven Entwicklung von Königs Wusterhausen gelegt.“ Wille erinnerte zugleich an die verlorene Bürgermeisterwahl, die für Wagner und die SPD, der er damals angehörte, ein schwerer Schlag gewesen sei. „Aber er setzte sich nicht schmollend in die Ecke, sondern ging als gelernter Ingenieur eine neue berufliche Aufgabe an.“ Martin Wille beendete seine Ansprache mit den Worten. „Wir trauern um eine starke Persönlichkeit. Ruhe in Frieden. Wir vermissen dich.“ Der Geschäftsführer des Wärmeversorgers WKW, Werner Liekefett, würdigte Jochen Wagners Verdienste um den Sport in der Stadt, besonders bei der Gründung und beim Aufbau der Plattform „Sport in KW“. Jochen Wagner sei eine „starke Triebfeder“ gewesen: „Er hat in seiner Stadt ganz viele Spuren hinterlassen.“

Die Trommler der Fangruppe Netzinos spielten einen Tusch. Quelle: Gerlinde Irmscher

Zum Abschluss der Trauerfeier bedankte sich Anja Wagner im Namen ihrer Familie für die große Anteilnahme. „Die Welle von Mitgefühl hilft uns, durchzuhalten“, sagte sie mit stockender Stimme. Und sie gab den Zuhörern einen Rat: „Verbringen Sie Zeit mit Ihren Lieben, und sprechen Sie die wesentlichen Dinge gleich an.“ Sie bat um Unterstützung für das Sportprojekt, um es im Sinne ihres Vaters fortführen zu können. Zum Ausklang spielten die Netzinho-Trommler vom Volleyball-Bundesligisten Netzhoppers SolWo Königspark einen Tusch für Jochen Wagner. Anschließend verließen die Besucher den Saal. Viele verneigten sich vor Jochen Wagners Bild, schrieben sich ins Kondolenzbuch ein. Jochen Wagner wird im engsten Familienkreis beigesetzt.

Von Frank Pawlowski

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