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Adebar nicht mehr unter Beobachtung

Storch in Bestensee Adebar nicht mehr unter Beobachtung

Auch der Bestenseer Storch ist in seinem Nest an der Thälmannstraße eingetroffen. Nun wartet er auf seine Störchin, die immer etwas später kommt. Per Videokamera werden die Adebars allerdings in diesem Jahr nicht mehr beobachtet. Die Technik wurde abgebaut. Aufzeichnungen über die Störche gibt es in Bestensee seit 1933.

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Der Storch richtet sich im Nest an der Thälmannstraße häuslich ein.

Quelle: Andrea Müller

Bestensee. Die Nachricht verbreitete sich in Bestensee wie ein Lauffeuer: Der Storch ist da! Als Ankunfszeit wurde der 5. April um 11.50 Uhr notiert. Zuerst gesehen hatte ihn wohl Wolfgang Gloeck, der schräg gegenüber vom Storchennest in der Ernst-Thälmann-Straße wohnt. Er informierte Wolfgang Purann, der seit Jahren mit anderen Mitstreitern Adebar auf der Spur ist. Der machte sich gleich mit der Kamera auf die Suche und traf den Storch nicht im Nest, sondern auf der Wiese an. „Er war wohl dabei, sich zu stärken“, mutmaßt er. Purann hatte auch beobachtet, dass Adebar anfangs noch unschlüssig schien, welches Nest er nun bezieht. Das neue ein Stück weiter weg oder das alte direkt an der Straße. „Er hat sich dann für letzteres entschieden“, so Purann. Nun wartet man in Bestensee gespannt auf die Ankunft der Störchin, die nach den Erfahrungen der letzen Jahre immer etwas später eintrifft. Dann wird es nicht mehr lange dauern, bis es in fünf, sechs Metern Höhe Nachwuchs gibt.

„In den letzten Jahren konnte man immer auch von unten einen Blick ins Nest werfen“, so Karl-Heinz Geppert, der in Bestensee als Storchen-Papa bekannt ist. Denn er hatte damals die Idee mit der Kamera am Nest. Die Bilder von den Kleinen und ihren Eltern waren dann unten auf einem Bildschirm zu sehen. Bestensees Naturfreunde hatten das Projekt gemeinsam mit dem Naturschutzbund (Nabu) ins Leben gerufen. Dann erfror eine Kamera, eine zweite wurde installiert. Schließlich knickte die Befestigung ein und stürzte herab. „Im Herbst bauten wir alles ab“, so Geppert. Deswegen wird es in diesem Jahr keine Videos und Nahaufnahmen der Storchenfamilie geben. Das Häuschen zu Füßen des Nestes soll in den nächsten Tagen auch noch abgebaut werden. „Es war eine schöne Zeit mit der Kamera da oben, aber sie ist nun vorbei“, sagt der Storchen-Liebhaber.

Bestenseer Storch schnäbelt in die Kamera

Oben am Nest ist allerdings noch immer das Gestänge der ersten Kamera. „Das kriegen wir auch nicht mehr runter“, sind sich Purann und Geppert einig.

Wer den Storch in diesen Tagen beobachtet, hat manchmal den Eindruck, als wüsste Adebar nicht, dass es am Nest keine Videokamera mehr gibt. Der Storch dreht und wendet sich vor dem „toten“ Gerät, als posiere er noch immer vor der Kamera. Manchmal spreizt er die Flügel weit auseinander, dann scheint er direkt in die alte Kamera zu schnäbeln.

Nest in der Thälmannstraße ist gut einsehbar

Aber auch „oben ohne“ wird es weiter Storchen-Fotos von Adebars geben. Wolfgang Purann betreibt weiter seine Internet-Storchenseite. Aus ihr geht auch hervor, dass mindestens seit 1933 Störche nach Bestensee kommen. Von 1958 ist das älteste Video, das von einer Bestenseer Storchenfamilie aufgenommen wurde. „Ein Onkel von mir war damals mit der Kamera auf einer Leiter hinauf gestiegen“, so Purann. Das Nest in der Thälmannstraße gibt es seit 1989 – dorthin kamen die Tiere also bereits vor der Wende.

Ganz ohne Technik lassen sich die Störche hier ganz wunderbar beobachten. Die Bäume ringsherum wurden weggenommen, so dass die Sicht auf das Nest frei ist. Man muss nur bereit sein, das eigene Haus zu verlassen.

Von Andrea Müller

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