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AfD-Politiker mit Frontalangriff gegen Medien

Veranstaltung in Bestensee AfD-Politiker mit Frontalangriff gegen Medien

Der AfD-Kreisverband Dahme-Spreewald hat unlängst zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Medien unter Merkel – Berichterstattung im Asylchaos“ in Bestensee geladen. Als Gastredner trat der einstige ARD-Korrespondent Armin-Paul Hampel auf, der heute Mitglied des AfD-Bundesvorstandes ist. Er startete einen Frontalangriff.

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Armin-Paul Hampel spricht in der „Alten Schmiede“.

Quelle: Franziska Mohr

Bestensee. Mit Plakaten und aufwendigen Steckaktionen in vielen Briefkästen warb der Kreisverband Dahme-Spreewald der Alternative für Deutschland (AfD) in den vergangenen Wochen für eine Veranstaltung unter dem Titel „Medien unter Merkel – Berichterstattung im Asylchaos“. Als Gastredner wurde dazu am Freitagabend in der Gaststätte „Alte Schmiede“ in Bestensee der frühere ARD-Mitarbeiter Armin-Paul Hampel erwartet, der jetzt Mitglied des Bundesvorstandes der AfD ist.

Als Hampel an das Rednerpult trat, hatten sich etwa 60 Personen, meist Männer oberhalb der 45, eingefunden. Der Journalist war einst als Parlamentskorrespondent für die ARD in Berlin sowie bis 2008 als Leiter des ARD-Studios in Neu-Delhi tätig. Das Thema schien ihm daher auf den Leib geschneidert, wobei er die Flüchtlingskrise kaum tangierte. Demonstrationen vor Flüchtlingsheimen lehne er ab, da diese besser vor Landratsämtern stattfinden müssten, sagte er.

Sein Vortrag gestaltete sich vielmehr zu einem Frontalangriff gegen die Medien, vor allem die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender von ARD und ZDF. Er warf ihnen vor, Grundregeln des journalistischen Handwerks, wie die klare Trennung zwischen Bericht und Meinung, immer öfter zu verletzen. So werde die AfD in Berichten ständig mit Adjektiven wie rechtspopulistisch charakterisiert. Dieser Meinungsjournalismus zerstöre bei den Bürgern zunehmend die Glaubwürdigkeit der Medien. Ohnehin müsse man anerkennen, dass die Generation der 68er ihren Marsch durch die Institutionen erfolgreich bewältigt habe. Etwa 70 Prozent aller Journalisten sind Hampel zufolge linkslastig. Auf die Frage eines Zuhörers, warum sich kein Promi auf die Seite der AfD stelle, antwortete er, dass die Linken den kulturellen Geschmack in Deutschland über Jahre dominierten. In fast jedem Goethe-Institut seien Werke des Filmemachers Rainer Werner Fassbinder anzutreffen, den er „zum Kotzen“ finde. Viele Medien machen sich Hampel zufolge mit der Politik gemein, sie hätten sich „wie eine Hure zu ihr ins Bett gelegt.“ Deutschland benötige wieder Qualitätsmedien, die wie einst von Spiegel-Herausgeber Augstein gefordert als „Sturmgeschütz der Demokratie“ wirken. Das erfordere auch wieder bessere Arbeitsbedingungen für Journalisten.

Hampel erklärte, dass sich die AfD als „natürlicher Nachfolger der Union“ verstehe. Er sei daher überzeugt, dass sich die Union in den nächsten fünf Jahren auflöst, weil hinter den Merkel-Plakaten weder Inhalte noch mit Kauder oder Altmaier Personen kämen, die diese Partei in die Zukunft führen könnten. Die AfD aber benötige auf ihrem Weg in die Volkspartei einen Björn Höcke, der den Rechtspfosten abdecke, ebenso wie den Wirtschaftsliberalen Jörg Meuthen. Auf die Frage eines Zuhörers, wo denn hier die Jugend sei und was getan werden könne, dass die Leute wieder denken, entgegnete Hampel, dass eine Wertediskussion und eine kulturelle Revitalisierung erforderlich seien. Dabei lasse er sich sein Deutschlandbild nicht von den zwölf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft kaputt machen.

Von Franziska Mohr

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