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Allee soll trotz Straßenbau bleiben

Leben in Zeuthen Allee soll trotz Straßenbau bleiben

Die Seestraße in Zeuthen soll ausgebaut werden. Geplant ist dabei, 261 Alleebäume zu fällen. Damit sind viele Zeuthener Bürger nicht einverstanden. Ausbau ja – aber mit den Bäumen, fordern sie. Zurzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Bürger, der Nabu und die Gemeinde haben Stellungnahmen abgegeben. Die Bürger schließen gar rechtliche Schritte gegen die Pläne nicht aus.

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Hände weg von den Bäumen in der Zeuthener Seestraße: Zwar soll die L 401 ausgebaut werden, aber nur unter der Maßgabe, einen Großteil der Winterlinden zu erhalten.

Quelle: A.Müller

Zeuthen. Die Seestraße in Zeuthen soll ausgebaut werden. 261 Allebäume – fast alles Winterlinden – sollen dafür fallen. Jetzt haben Bürger im Zusammenhang mit dem laufenden Planfeststellungsverfahren noch einmal mobil gemacht, um die Straße so zu bauen, dass die überwiegende Mehrheit der Straßenbäume stehen bleiben kann.

Zumindest zwischen Schillerstraße und Mittenwalder Straße ist das Pflaster noch in einem guten Zustand

Zumindest zwischen Schillerstraße und Mittenwalder Straße ist das Pflaster noch in einem guten Zustand. Vielleicht reichte es hier, es mit Asphalt zu überziehen.

Quelle: Andrea Müller

Marco Wiegang, er ist sachkundiger Einwohner, gehört zu ihnen. Er hat seine Einwendung gegen die jetzige Variante des Ausbaus der L401 schriftlich an das Landesamt für Bauen und Verkehr gesandt. „Aus den ausgelegten Unterlagen wird deutlich, dass das Vorhaben erhebliche negative Auswirkungen haben wird“, heißt es darin. Besonders verweist er auf die Gefahr für das lokale Klima, das durch die Fällung der 261 Bäume gefährdet ist. „Es wird heißer werden in Zeuthen, die Luft schlechter, denn die Bäume kühlen und geben Sauerstoff an die Umgebung ab“, so Wiegand bei einer Ortsbegehung am Donnerstag. Er kritisiert, dass keine Alternativprüfung erfolgt sei. Für ihn stellt zum Beispiel eine Instandhaltungsmaßnahme eine solche dar. Dies gelte vor allem für den Abschnitt zwischen Schillerstraße und Mittenwalder Straße, wo sich unter dem Pflaster eine 15 bis 30 Zentimeter starke Betonschicht befinde. „Hier ist auch die Fahrbahn weitgehend in Ordnung“, meint er. In dem Abschnitt sei auch die Allee vollständig erhalten und – anders als in den Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren – keinesfalls lückig.

Henry Streckenbach hat sich ebenfalls mit den Unterlagen beschäftigt, sogar den jetzigen Ist-Zustand der Allee mit der künftigen Planung verglichen. „Die neue Baumreihe soll exakt in der gleichen Linie der alten Baumreihe stehen“, sagt er. Der mittlere Abstand von Stammmitte zu Stammmitte betrage 8,30 Meter. Die Aufteilung von Fahrbahn, Grünstreifen und Gehweg werde nahezu identisch ausfallen. „Damit bleibt quasi alles beim Alten. Nur die alten Bäume sollen gefällt werden“, so sein Fazit.

Unterschiedliche Bordsteine weisen auf einen unterschiedlichen Bau der Straße hin

Unterschiedliche Bordsteine weisen auf einen unterschiedlichen Bau der Straße hin. Ein Teil hat unter dem Pflaster einen festen Betonsockel. Hier ist auch das Pflaster gut erhalten.

Quelle: Andrea Müller

Für Wiegand, Streckenbach und zwei Dutzend Zeuthener Bürger sind die Messen für die Allee noch nicht gesungen. Zum einen stehen Alleen in Brandeburg unter besonderem Schutz. Zum anderen sei die Finanzierung des Straßenbaus noch nicht geklärt. Zwar habe die Gemeindevertretung der Maßnahme ihr „Ok“ gegeben. Gleichzeitig jedoch habe Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD) einen Vorvertrag zur Finanzierung unterzeichnet, ohne die Gemeindevertreter zu befragen. Nadine Selch (CDU) geht hier von einem schwebend unwirksamen Vertrag aus, der jedoch geheilt werden könne. Allerdings machte sie auch darauf aufmerksam, dass durch das Planfesstellungsverfahren eine Reihe von Fakten hoch kamen, die bislang keine Rolle gespielt hätten. „In der gemeindlichen Stellungnahme wird entsprechend um Aufklärung gebeten“, erklärte sie. Große Hoffnung setzt sie auf die Einwände des Naturschutzbundes. „Insgesamt geht es nicht darum, die Straße nicht zu bauen. Es geht um das Wie“, unterstrich sie. So sieht es auch Wiegand. „Wir hoffen jetzt auf einen Erörterungstermin im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens“, erklärte er. Das sei eine Art Schlichtung . Seitens der Bürger werde auch nicht ausgeschlossen, notfalls rechtliche Schritte einzuleiten.

Von Andrea Müller

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