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Alleebäume müssen weichen

Ausbau der L401 in Zeuthen Alleebäume müssen weichen

Es zeichnet sich eine Entscheidung zum geplanten Ausbau der L401 in Zeuthen ab. Der Ortsentwicklungsausschuss hat dem angepassten Entwurf des Landesbetriebs Straßenwesen zugestimmt. Damit müssen die Alleebäume, um die lange gekämpft wurde, wohl doch fallen.

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An der Landesstraße 401 vom Goethebogen bis zur Ortsgrenze Eichwalde sollen nach den Plänen des Landesbetriebes Straßenwesen alle Alleebäume fallen. Weil Neuanpflanzungen zugesagt wurden, stimmte der Ortsentwicklungsausschuss für die Planungen.

Quelle: Uta Schmidt

Zeuthen. Wieder einmal beschäftigte der Ausbau der L 401 Bürger und Gemeindevertreter in der jüngsten Sitzung des Ortsentwicklungsausschusses am Dienstag im Zeuthener Rathaus. Und wieder einmal wurden die Fragen diskutiert: Können die alten Alleebäume erhalten werden? Wie breit muss das Straßenprofil werden?

Nach der Vorstellung der „geänderten Entwurfsplanung“ für den Bauabschnitt zwischen dem Goethebogen unweit des Rathauses und der Ortsgrenze zu Eichwalde durch Vertreter des Landesstraßenbaubetriebes war klar: Die 249 Bäume werden gefällt. Das kündigte Sachbearbeiterin Angela Richel an. Dieser Schritt sei nötig, um die Baufreiheit zu schaffen, die Leitungen im Straßen- und Wegebereich neu zu ordnen und eine neue Allee beidseits der Straße anzulegen. Geplant ist demnach die Neupflanzung von 599 Alleebäumen, 283 davon direkt an der L 401, weitere auf dem Gebiet der Gemeinde.

Der 2,3 Kilometer lange Trassenabschnitt soll durchgängig mit einer 6,5 Meter breiten Fahrbahn sowie je nach Gegebenheit unterschiedlich breiten Grünstreifen und Wegen versehen werden. „Wir planen damit für die Zukunft“, so Richel. Auf der Straße könnten sich Busse und Lkw mit Tempo 50 begegnen. Damit sei man auf die Verkehrsentwicklung in den nächsten 80 bis 100 Jahren vorbereitet. Zur Querung der Straße sind insgesamt vier Inseln im Straßenbereich vorgesehen, eine Einengung im Bereich des Ortszentrums am Postwinkel sowie ein Kreisverkehr an der Friedenstraße. Im Ortszentrum mit dem Geschäftsbereich wird die Tempo-30-Zone auf der Goethestraße beibehalten sowie ein 1,10 Meter breiter Gehweg neben dem Baumbereich entlanggeführt.

Diese Pläne für den Straßen- und Wegebau sowie die Neupflanzung der gesamten Allee wurden sowohl von Bürgern als auch von den Mitgliedern des Ortsentwicklungsausschusses kontrovers diskutiert. „Gesetzt den Fall wir stimmen in der Gemeindevertretung der Planung zu, auf welche Punkte nageln wir uns fest, wo haben wir noch Spielräume zur Veränderung?“, wollte Ausschussvorsitzender Jörgen Hassler (SPD) wissen. Gerungen wurde in der Debatte erneut sowohl um den Erhalt von alten Bäumen als auch um eine reduzierte Fahrbahnbreite von sechs Metern. Jonas Reif (Grüne) sagte: „Wir wollen den Ausbau und eine Lärmberuhigung, aber auch das Ortsbild mit dem Alleenbestand erhalten“. Er erkenne, dass der Landesbetrieb mit dem neuen Vorschlag einen Schritt auf die Gemeinde zugegangen ist, würde aber eine Fahrbahnbreite von sechs Metern und den teilweisen Erhalt des alten Baumbestandes favorisieren. Sonja Pansegrau (Linke) verwies auf das Gutachten, wonach eine Fahrbahnbreite von sechs Metern und die Erhaltung der alten Bäume möglich wären.

Ausschussmitglied Michael Schulz (Sachkundiger Einwohner) hingegen machte sich für eine neue Allee stark: „Bei aller Liebe zum Erhalt der Bäume, das bringt uns nicht ans Ziel. Wir sollten vielmehr auf das Nachpflanzen von großen Bäumen Wert legen“. Er plädierte für eine zukunftweisende Lösung mit einer neuen Allee aus ortstypischen Bäumen, der Neuordnung von Leitungen im Baugrund und einem Straßenprofil, das das Radfahren und den Begegnungsverkehr von Bussen ermögliche.

Mit einer Mehrheit von zwei Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen empfahl der Ortsausschuss nach ausführlicher Debatte der Gemeindevertretung, der geänderten Entwurfsplanung des Landesstraßenbaubetriebes zuzustimmen. Demnach werden die alten Alleebäume weichen, der Straßenausbau auf 6,50 Meter Breite und der Gehwegbau erfolgen. Anschließend ist die Rekonstruktion der Allee mit jungen Bäumen geplant. Der Ausbau des Straßenabschnitts an der L 401 könnte damit ab 2019 beginnen. Finanziert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Landesprogramm zum Ausbau von Ortsdurchfahrten.

Von Uta Schmidt

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