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Dahme-Spreewald Alles dreht sich um die Drehleiter
Lokales Dahme-Spreewald Alles dreht sich um die Drehleiter
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00:41 11.09.2015
Könnte Schulzendorf die Drehleiter aus Wildau im Ernstfall borgen? Hier sitzt Kids-Feuerwehrchef Marcus Dahlke am Schaltpult. Quelle: Mohr, Müller
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Schulzendorf

Die vom Rathaus Schulzendorf in den Ausschüssen vorgelegte Gefahren- und Risikoanalyse ist äußerst umstritten. Das wurde in den letzten Wochen bereits im Ortsentwicklungs- und Finanzausschuss deutlich. Jetzt im Hauptausschuss spitzten sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Verwaltung und den Ausschussmitgliedern noch zu.

Dreh- und Angelpunkt in der gesamten Diskussion darüber ist die Frage, ob Schulzendorf für seine Feuerwehr eine Drehleiter sowie einen Rüstwagen anschaffen muss. Das wäre mit immensen Ausgaben verbunden. Grundlage für die Entscheidung darüber bildet die genannte Gefahren- und Risikoanalyse. Sie wurde von Irma Klausch, Geschäftsbereichsleitering für öffentliche Ordnung, vorgestellt. Laut Gesetz sind die amtsfreien Gemeinden, die Ämter und die kreisfreien Städte verpflichtet, eine solche Analyse zu erstellen. Es wird nach bestimmten Kriterien unterschieden. Etwa, wie viele Menschen in dem Ort wohnen, ob die Häuser mehrgeschossig sind, welche Straßen es gibt, wie groß die Betriebe sind. Auf dieser Basis sind die Schutzziele zu benennen: Menschen retten, Tiere schützen, Schaden begrenzen.

Nun besteht Schulzendorf aus weniger als 10 000 Einwohnern und müsste theoretisch in die Gefahrenklasse 1 (TH) eingestuft werden. Doch ist man im Rathaus anderer Meinung, da es im Wohngebiet Mühlenschlag Dreigeschosser gibt. Außerdem gibt es im Ort auch größere Betriebe wie etwa die Schulzendorfer Elektro sowie Kreisstraßen mit höherem Gefahrenpotenzial. „Deswegen sind wir der Meinung, dass Schulzendorf in die TH 2 einzustufen ist“, so Klausch. In dieser Gefahrenklassse wären Drehleiter und Rüstwagen unverzichtbar.

In der Diskussion brachte Sabrina Anlauf (Freie Wähler) die Frage der Nutzung der Drehleiter aus den Nachbarorten Zeuthen, Eichwalde oder Wildau ein. „Da wären wir aber rechtlich nicht auf der sicheren Seite“, so Klausch und Bürgermeister Markus Mücke (parteilos). Dennoch will Mücke eine Zusammenarbeit mit diesen Kommunen diesbezüglich prüfen. Hans-Georg Bäumer (Linke) sei der Auffassung, auf Schulzendorf träfe nur die TH 1 zu. Joachim Kolberg (CDU) beklagte die allgemeine Verkommenheit der Technik der Feuerwehr. „Es gibt ja nicht einmal eine funktionierende Klingel“, sagte er. Andreas Körner (Grüne) beunruhige der Gedanke, dass im Mühlenschlag Leute in den oberen Etagen wohnten, die im Ernstfall nicht gerettet werden können. Im Ergebnis will der Bürgermeister Anfang Oktober noch einmal mit dem Landkreis zu diesem Problem ins Gespräch kommen. Der Hauptausschuss empfahl trotz der vielen Fragen die Zustimmung zur Gefahren- und Risikoanalyse. Dies allerdings mit nur zwei Ja-Stimmen. Es gab fünf Enthaltungen.

Von Andrea Müller

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