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Alte Friedhofshalle soll Kulturtreff werden

Schwerin Alte Friedhofshalle soll Kulturtreff werden

Eine Kunst- und Ausstellungshalle soll in Schwerin mit Hilfe von Fördergeldern aus dem EU-Programm Leader entstehen. Dafür soll die Aussegnungshalle für den kleinen Friedhof genutzt werden. Torsten Möbis will den kleinen Bau nun sanieren und erweitern.

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Schwerins Bürgermeister Heinz Gode.

Quelle: Karen Grunow

Schwerin. Es war 1938, als der in Schwerin lebende Baumeister Willi Möbis die Aussegnungshalle für den kleinen Friedhof in der Schweriner Seestraße entwarf. Nun, fast 80 Jahre später, möchte sein Enkelsohn Torsten Möbis den kleinen Bau sanieren und erweitern. Eine Kunst- und Ausstellungshalle soll auf dem bereits vor 15 Jahren entwidmeten Friedhof entstehen.

Ein Projekt, das sich die Schweriner seit Längerem wünschen. In einer Bürgerversammlung und bei den Gemeindevertretersitzungen wurde es in den vergangenen Jahren vorgestellt und weiterentwickelt. „Wie kann man den Ort respektvoll nachnutzen?“, sei von Beginn an die Frage gewesen, erzählt Schwerins Bürgermeister Heinz Gode.

Ehemaliger Friedhof soll einbezogen werden

Der ehemalige Friedhof, auf dem sich noch einige Gräber befinden, soll in seiner besonderen Atmosphäre in die Gestaltung mit einbezogen werden. „Ein nicht ganz einfaches Projekt“, sagt Gode auch. Zweimal bereits wurde das Konzept vorgeschlagen für Fördergelder aus dem EU-Programm Leader. Die nötige Mindestpunktzahl wurde zwar erreicht, trotzdem hatten andere Projekte in der Region dann doch Vorrang. Nun werden die Pläne gerade noch einmal ein wenig überarbeitet, um in der nächsten Leader-Vergaberunde besser punkten zu können und dann doch endlich eine Zusage zu bekommen. Insgesamt sind rund 280 000  Euro veranschlagt. Die Mitarbeiter im Bauamt des Amtes Schenkenländchen, Gode, Möbis und die Menschen in Schwerin hoffen sehr, „dass wir diesmal eine Chance haben“, so Gode.

Der sanierte und erweiterte Bau soll über den Ort hinaus Interesse wecken. Angedacht ist, dass Künstler aus dem Schenkenländchen hier eine Ausstellungsmöglichkeit finden. Für Konzerte in kleinem Rahmen eignet sich der alte Bau ebenfalls. In den modernen Anbau soll eine kleine Bibliothek und ein Café integriert werden. Ein Ort der Begegnung also.

Hallo soll so erhalten bleiben, wie sie ist

Unter Denkmalschutz steht die alte Leichenhalle nicht. „Trotzdem soll sie so erhalten werden“, sagt Gode. „Ihr Erhaltungszustand ist trotz längerer Fremdnutzung und dem dementsprechenden Instandhaltungsrückstau erstaunlich gut“, sagt Architekt Möbis, der darauf verweist, dass der schlichte Bau Elemente regionaler Baukultur und bauzeittypische Merkmale vereine. Sowohl in Schwerin, als auch in Tornow, wo Willi Möbis 1907 geboren wurde, stehen noch zahlreiche Wohnbauten des 1994 verstorbenen Architekten. Er war auch Maurermeister und hat seine Entwürfe dadurch auch mit seinem eigenen Baugeschäft realisieren können.

Auch Enkelsohn Torsten Möbis ist in Schwerin über das Projekt der Kunsthalle hinaus eng verbunden. An den Wochenenden ist er stets da, und er hat auch schon mit seinem Berliner Büro BAP Architekten & Ingenieure GmbH in Schwerin gebaut.Über seinen Großvater kam auch seine eigene Begeisterung für seinen heutigen Beruf. „Ich wusste schon mit zwölf, dass ich Architekt werden will.“ Dass er nun für einen Bau von Willi Möbis die Erweiterung planen durfte, freut ihn deshalb besonders.

Von Karen Grunow

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