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Dahme-Spreewald Alte Tür mit neuen Anstrich
Lokales Dahme-Spreewald Alte Tür mit neuen Anstrich
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00:19 27.08.2017
Martin Labrenz bei der Arbeit an der Tür für die kleine Friedhofskapelle. Der gelernte Tischler ist bei den Eltern auf dem Reithof Boddinsfelde angestellt. Quelle: Andrea Müller (2)
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Boddinsfelde

Im Eingang der kleinen Friedhofskapelle in Boddinsfelde gähnt ein großes Loch. Im Rahmen befindet sich keine Tür. Die wird derzeit von Martin Labrenz vom Reitgut Boddinsfelde aufwendig restauriert. Der junge Mann macht das ehrenamtlich; nur das Material wird von der Stadt Mittenwalde bezahlt.

Die kleine Friedhofskapelle. Die Einwohner von Boddinsfelde haben sich für ihren Erhalt stark gemacht. Nun wird sie Stück für Stück wieder hergestellt. Quelle: Andrea Müller

Die Arbeit des gelernten Tischlers ist der Anteil des Reitgutes an der Wiederherstellung der Friedhofskapelle, die vor dem Abriss gerettet werden konnte. Eigentlich sollte die Fläche, auf der diese steht, entsiegelt und so ein Ausgleich geschaffen werden für die riesigen Betonflächen, die für den neuen Großflughafen BER gebraucht wurden. Viel Natur ging damit verloren, die an anderer Stelle zurück kommen sollte (die MAZ berichtete).

„Aber nicht hier in Boddinsfelde“, hatte Katrin Labrenz damals gesagt. Gemeinsam mit der ganzen Familie haben die Labrenz’ seit 2006 das alte Reitgut wieder aufgebaut, das heute zu den attraktivsten in der Region gehört. Die kleine Kapelle gehört eigentlich zu dem Ambiente, wurde aber damals von derr Denkmalbehörde im Gegensatz zum Rest der Anlage nicht mit unter Schutz gestellt. Der Friedhof wurde still gelegt, es durfte dort nicht mehr beerdigt werden. Lediglich die Pflege der Gräber sollte bis zu deren Ablauf nach 25 Jahren möglich sein.

Das untere Türblatt war vollkommen von der Nässe angegriffen und musste gänzlich durch neues Kiefernholz ersetzt werden. Quelle: Andrea Müller

Nun ist alles anders. Die Kapelle bleibt stehen und soll wieder geweiht werden, sobald sämtliche Arbeiten an dem Gebäude abgeschlossen sind. Dann darf bald auch wieder beerdigt werden – auch das ist ein Zeichen, dass in den kleinen Ortsteil mit nur einer Straße wieder Leben eingezogen ist. Nicht nur das Reitgut wurde vor dem endgültigen Verfall gerettet. Auch die alte Schule wurde zu einem Wohnhaus umfunktioniert. Gegenwärtig wird das älteste Gebäude saniert. Es gehörte zur alten Ziegelei. Peter Schober baut das Haus zu seinem Firmensitz der Alenko GmbH um. Auch drei Wohnungen sollen entstehen. Der bereits totgesagte Mittenwalder Ortsteil wächst.

Martin Labrenz, Sohn von Herwig und Katrin Labrenz, ist auf dem Hof der Eltern angestellt. Er hat vieles von dem, was über die Jahre verfallen war, zurück geholt. „Wir versuchen ja, das meiste hier selbst zu machen“, sagt er. So ist es auch mit der Tür.

Der Türrahmen wird ebenfalls noch erneuert. Das kann Martin Labrenz allerdings nicht in der Werkstatt machen und soll vor Ort erfolgen, wenn die Mücken weg sind. Quelle: Andrea Müller

Der untere Teil des Türblatts war von der Nässe schwer beschädigt. Eine Ecke fehlte gänzlich. „Diesen Teil habe ich heraus genommen und ersetzt“, erklärt der junge Tischler in der Werkstatt im früheren Heizhaus des Gutes Boddinsfelde. Die Tür besteht aus Kiefernholz. Aus gleichem Holz wurde der untere neue Teil angefertigt. Nach mehreren Grundierungen ist der Unterschied zwischen Alt und Neu nicht mehr zu erkennen. „Vor jeder Grundierung muss die vorhergehende angeraut werden“, erläutert der Fachmann. Nach reiflichen Überlegungen habe er sich für einen abschließenden Anstrich in Grün entschieden.

Den Rahmen für die Tür kann Martin Labrenz nicht in der Werkstatt restaurieren. „Das mache ich vor Ort“, sagt er. Ein wenig müsse das aber noch warten, denn die Mücken seien unerträglich. Selbst Mückensprays helfen nicht. Geduld ist gefragt. In der Zwischenzeit werde er sich aber um die alten Schlösser kümmern. Labrenz hat sie vorsichtig ausgebaut. Derzeit lagern sie in der Werkstatt. Es fehle der Schlüssel. Den hofft er, irgendwo anfertigen lassen zu können, auch wenn es sich um ein sehr alte Modell mit großem Bart handele. Möglicherweise ginge dies im Südring-Center.

Bevor der endgültige Anstrich aufgetragen wird, heißt es schleifen, schleifen, schleifen. Dann wird die Tür wieder lange schön sein. Quelle: Andrea Müller

Wenn Tür, Rahmen und Schloss wieder hergestellt sind, wird alles wieder vereint. Das Dach der Kapelle hatte die Stadt zuvor bereits wieder reparieren lassen.

Von Andrea Müller

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