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Alternative zum Bolzplatz

Jugendarbeit in Mittenwalde Alternative zum Bolzplatz

Was der Bolzplatz im Sommer, ist die Mehrzweckhalle im Winter – zumindest für Mittenwalder Jugendliche. Auf Initiative des Töpchiner Ortsvorstehers, Jan Priemer, können sie die Halle in der regelmäßig als Treffpunkt nutzen. Die Stadtverordneten haben dies nun ermöglicht.

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Der Töpchiner Ortsvorsteher Jan Priemer.

Quelle: Dietrich von Schell

Töpchin. 15 Mädchen und Jungen konnten sich kürzlich in der Mehrzweckhalle von Töpchin austoben. „Es handelte sich um ein Angebot der Jugendsozialhilfe“, sagt Barbara Pötsch, die für diese Arbeit in Mittenwalde zuständig ist und die Jugendlichen während der zwei Stunden beaufsichtigt hat. Doch was so selbstverständlich klingt – dass Jugendliche die Halle im Ort benutzen dürfen – hätte ohne Weiteres an den Hürden der Bürokratie scheitern können. Dass das nicht geschehen ist, ist den Stadtverordneten von Mittenwalde zu verdanken.

Die Idee kam Jan Priemer, Ortsvorsteher von Töpchin, vor rund zwei Monaten. Er will die Kinder zwischen 13 und 15 Jahren erreichen, damit sie nicht nur sich selbst überlassen sind. „Im Sommer haben sie den Bolzplatz als Treffpunkt“, sagt er. „Für die dunkle Jahreszeit, von Oktober bis April, wollte ich unsere kleine Halle in der Grundschule mieten.“ Sport mache den Jugendlichen dieser Altersgruppe Spaß, so könne man ein bisschen Einfluss auf sie ausüben. Als Jan Priemer bei der Stadt nachfragte, erfuhr er, dass die Miete für Sporthallen in Mittenwalde bei 15 Euro pro Stunde liegt. Das hätte sich im halben Jahr auf 870 Euro summiert. „Und damit war noch nicht geklärt, wer die Haftung übernimmt, falls sich einer der Jugendlichen an einem Freitagabend das Bein bricht“, so Priemer. Es gibt aber auch den vergünstigten Tarif von 1,50 Euro pro Stunde, das sind für die gesamte Zeitspanne 87 Euro. Allerdings ist der nur gemeinnützigen Vereinen vorbehalten, wie es die Benutzungssatzung Schulen regelt, die die Politik einst beschlossen hat.

Also wandte sich Priemer an Barbara Pötsch. Sie macht in Mittenwalde die mobile Jugendsozialarbeit und ist beim DRK Kreisverband Fläming-Spreewald angestellt, der die Jugendarbeit im gesamten Landkreis Dahme-Spreewald organisiert. Sie erklärte sich bereit, über das DRK die Kostenminderung für die Töpchiner Mehrzweckhalle zu beantragen.

Aber es gab wieder einen Haken: „Laut Benutzungssatzung sind nur gemeinnützige und ortsansässige Vereine berechtigt, die Kostenminderung zu beanspruchen“, sagt Lamine Clausnitzer, der Leiter des Hauptamtes in Mittenwalde. Nun ist der DRK-Kreisverband zwar gemeinnützig und auch in Mittenwalde tätig, hat seinen Sitz jedoch in Luckenwalde – ist damit nicht ortsansässig und bekäme darum die Halle nur zum Normaltarif von 870 Euro.

Lamine Clausnitzer hätte seitens der Verwaltung gerne geholfen, aber durch die Satzung waren ihm die Hände gebunden. „Man müsste sie ändern und die Kostenminderung an den gemeinnützigen Zweck knüpfen, nicht an den Ort des Vereins“, so Clausnitzer. Aber so etwas dauert Monate, für die Jugendlichen viel zu lange.

Da hatte Clausnitzer die rettende Idee: Er verwies Barbara Pötsch und Jan Priemer an die Politik. Die Stadtverordneten könnten für den DRK eine Ausnahmegenehmigung beschließen. Gesagt, getan: Zuvor hat der Sozialausschuss beraten und die Empfehlung erteilt, den Jugendlichen auf unbürokratischem Wege eine sinnvolle Freizeit zu ermöglichen. Und das haben die Stadtverordneten auf ihrer jüngsten Sitzung mit einem einstimmigen Votum bestätigt.

Von Dietrich von Schell

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