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Altes Forsthaus trifft auf Moderne

Gastronomie in Bestensee Altes Forsthaus trifft auf Moderne

Olga und Uwe Budach geben ihr Königliches Forsthaus in Bestensee in neue Hände ab. Ein Herr aus dem Ort und ein Nordlicht werden hier künftig kochen. Sie pachten das Haus. Es soll am 22. September eröffnet werden. Die Budachs freuen sich über diese überraschende Wende. Sie glaubten schon, das sie das Restaurant zu Wohnraum umbauen müssen.

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Olga und Uwe Budach vor ihrem Königlichen Forsthaus, das sie nun ab 22. September in neue Hände geben.

Quelle: Andrea Müller

Bestensee. Das Restaurant Königliche Forsthaus in Bestensee ist seit etwa einem Monat geschlossen. Vor Ort ist einem Schild zu entnehmen, aus gesundheitlichen Gründen. Das stimmt so nicht ganz. Stattdessen geben die Inhaber, Olga und Uwe Budach, die Gaststätte in neue Hände. Die Eröffnung ist für den 22. September geplant.

Keine Neulinge in der Gastronomie

„Wir verpachten das Restaurant an zwei Männer; beide keine Neulinge in der Gastronomie“, so Budach. Mehr möchte er nicht verraten. Für ihn selbst erfüllt sich damit ein Wunsch. Denn in der Vergangenheit – so gesteht er freiweg – habe es immer wieder personelle Probleme in der Küche gegeben. „Die konnten wir selbst nicht lösen helfen“, meint der Chef, der von Beruf nicht Koch sei, sondern Kfz-Elektriker und Kaufmann gelernt habe.

2008 hatte er das damalige Schleusenhaus samt Gelände erworben und mit der Sanierung begonnen. 17 Jahre habe das Haus zum Verkauf gestanden, aber keinen Interessenten gefunden. So sei es immer mehr verfallen. „Manche Leute haben dann zu mir gesagt, ich soll einen Radlader holen und alles zusammen schieben“, erinnert sich Budach. Er ist froh, dass er diesen Rat mit seiner Familie nicht befolgt hat, sondern das Abenteuer eingegangen ist, ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude wieder aufzubauen. 2010 war dann die Eröffnung. Entstanden waren das Restaurant und Ferienwohnungen, um das Angebot am Königlichen Forsthaus rund zu machen. Noch fünf Jahre später kam dann der Hofladen dazu. Auch die großzügigen Außenanlagen wurden entrümpelt und die Fläche um die Teiche zugänglich gemacht. „Hier finden nun schon seit Jahren große Veranstaltungen statt“, sagt der Chef. Er erinnert sich noch an das erste Schleusenfest mit gerade einmal rund 40 Besuchern. Heute kämen wie zuletzt beim Oldtimer-Treffen tausende hierher.

Schlange stehen um die Nachfolge

Genau diesen Punkt hoffen die Budachs weiter ausbauen zu können mit der neuen Besatzung im Restaurant. Die beiden Herren hätten exklusive Verbindungen.

Eigentlich hatten die Budachs aufgrund der Personalprobleme in der Küche schon beschlossen, das Restaurant ganz zu schließen und zu Wohnraum umzubauen. Sie dachten dabei an ihre drei Kinder.„Doch plötzlich standen die Leute bei mir Schlange“, zeigt sich der Forsthaus-Inhaber überrascht. Die Kunde von der Schließung muss wie ein Lauffeuer die Runde durch den Ort gemacht haben. „Griechen, Italiener, Österreicher und auch viele hier aus der Region waren daran interessiert, das Restaurant zu übernehmen“, verrät Budach. Fremde Küche hätte aber seiner Meinung nach nicht in ein Königliches Forsthaus gepasst. Nun soll es bei guter deutscher Küche bleiben. Was den Budachs immer besonders am Herzen lag und liegt: Es sollte immer frisch gekocht werden. Das wurde nun auch für die Zukunft garantiert. Vor allem die brandenburgische Küche von Wildgulasch bis Rehrücken soll auf die Zungen der Feinschmecker aus der Region kommen.

Trotz der Schließung des Königlichen Forsthauses hatten die Budachs alle für diese Zeit zugesagten Reservierungen – wie etwa Schuleinführungen – abgesichert. Auch in der Zukunft mit dem neuen Team soll es weiter möglich sein, die Räumlichkeiten für Familien- und Betriebsfeiern zu reservieren.

Besondere Erinnerung an das alte Schleusenhaus

An einen Verkauf des Königlichen Forsthauses haben Olga und Uwe Budach indes nie gedacht – trotz aller Schwierigkeiten. „Was nutzt einem Geld auf dem Konto, wenn man dann keine Arbeit mehr hat?“, sagt er. Zudem hatte er schon als Junge auf der Schleusenbrücke gestanden; dahinter das verfallene Schleusenhaus. Ein altes Foto bezeugt das. „Wer hätte damals gedacht, dass das einmal mir gehören würde?“, sagt Budach.

Nicht zu vergessen, was er aus der Ruine gemacht hat. So blieb ein Stück Bestenseer Geschichte erhalten, denn das Gebäude ließ Friedrich II. für seinen Forstmeister bauen. 1775 war es fertig. Es wurde originalgetreu saniert. Wie damals sind die Balken grau, die Fensterrahmen grün und das Dach rot. Aber mit der neuen Besatzung wird in Bestensee ein neuer Wind wehen nach dem Motto: Altes Forsthaus trifft Moderne.

Von Andrea Müller

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