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Dahme-Spreewald Am Küchentisch mit Luthers Frau
Lokales Dahme-Spreewald Am Küchentisch mit Luthers Frau
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00:17 01.06.2017
Gitarrist Jacob David Pampuch und Schauspielerin Elisabeth Haug brachten die Monologe der Katharina Luther auf die Bühne. Quelle: Christian Dederke
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Zeuthen

Die Kirchengemeinde Zeuthen lud am Sonnabend zu einer kulturellen Aufführung in die Martin-Luther-Kirche ein. Gegeben wurde das Kammerspiel „Die Tischreden der Katharina Luther“, passend zum Reformationsjahr.

Es gibt wenige Persönlichkeiten in der Geschichte, die den Deutschen mehr bedeuten als Martin Luther, sowohl als Kirchenkritiker und Vater der Reformation als auch als Übersetzer der Bibel und als Symbol für Standhaftigkeit und Mut. Der große Reformator Martin Luther nagelte im Jahr 1517 seine 95 Thesen an das Wittenberger Kirchentor, und seine Ansichten veränderten die Welt. Ein selbstbewusster Mann braucht aber eine starke Frau an seiner Seite. In Luthers Fall war das Katharina von Bora, eine sächsische Adlige, Unternehmerin und Ordensfrau, deren Persönlichkeit das feinsinnige Kammerspiel „Die Tischreden der Katharina Luther“ beleuchtete.

Das Bühnenspiel, nach dem Buch „Wenn Du geredet hättest Desdemona – Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ von Christian Brückner, wurde von der Berliner Schauspielerin Elisabeth Haug dargeboten. Sie schlüpfte in die Rolle der ehemaligen Nonne Katharina von Bora. Als Ehefrau von Martin Luther stellt sie selbstbewusst ihre freilich fiktive weibliche Sicht auf das Zeitgeschehen dar. Als gebildete und des Lateins mächtige Frau zeigt die lebenskluge Partnerin des Reformators eine natürliche Klugheit und tiefe Urteilskraft, wenn sie gleichsam beim Zubereiten der Suppe über Armut, Gehorsam oder das Werk ihres Mannes sinniert.

„Du wirst dick, du frisst zu viel“

Als praktische Frau, die einen großen Haushalt zu führen hatte, gestattet sie einen Blick in das auch amüsante Alltagsgeschehen bei Luthers: „Du wirst dick, du frisst zu viel in dich hinein, alle deine Plagen schiebst du auf den Teufel. Aber heute Mittag hast du einfach zu viel vom Kohl gegessen!“

Die Berliner Künstlerin Elisabeth Haug setzte sich in ihrem Kammerspiel intensiv mit dem Wirken der Frau an Luthers Seite auseinander. Auf beeindruckende Weise erweckte sie Katharina von Bora zum Leben. Dabei gelang der Schauspielerin eine sensible Annäherung an das reformatorische Gedankengut. Ihre Katharina interpretiert die Inhalte auf eigene Art, indem sie sich intensiv mit allen Fragen ihrer Ehe und dem gemeinsamen Leben mit Luther auseinandersetzt.

Überraschend aktuell

Dabei regt sie eine spannende Glaubensdebatte an. Ihre Gedanken greifen Luthers Thesen auf, denken sie weiter und transportieren sie in unsere Gegenwart. Als Zeitzeugin tief greifender geistiger und gesellschaftlicher Veränderungsprozesse des 16. Jahrhunderts ist es überraschend aktuell, was „die Lutherin“ ihrem Martin zu sagen hat: „Stiften muss man den Frieden. Und wenn Frieden in jedem einzelnen Haus ist, dann ist Frieden im ganzen Land.“ Ihre wahre Charakterstärke zeigt sich, wenn sie Luther feinsinnig und in vollkommener Liebe und Fürsorge den Spiegel vorhält: „Wenn du kleinmütig bist, kann ich deine wahre Größe erkennen.“

Zur Atmosphäre trug auch die musikalische Untermalung des Gitarristen Jacob David Pampuch bei. Die Zuschauer wurden Zeugen einer faszinierenden Debatte um Glaubensfragen. Die abwechselnde heitere, ernste und tiefgründige Atmosphäre des Lutherhaushalts hinterließ beim Publikum einen nachhaltigen Eindruck, der zum Nachdenken und Weitersinnieren anregen wird.

Von Christian Dederke

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