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Dahme-Spreewald Ambrosia wieder im Anmarsch
Lokales Dahme-Spreewald Ambrosia wieder im Anmarsch
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21:21 02.07.2015
Immer mehr Ambrosiapflanzen sind mittlerweile in der Region Dahmeland-Fläming beheimatet und werden bekämpft.  Quelle: Foto: dpa
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Dahmeland-Fläming

 Ein kleines Jucken, ein heftiges Niesen und tränende Augen: dass Allergiker in Zeiten von hohen Temperaturen und dementsprechender Trockenheit stark zu leiden haben, dürfte nicht wirklich überraschen. Viel eher überrascht hingegen, dass gerade in der Region Dahmeland-Fläming eine Pflanze Probleme bereitet, die eigentlich aus Nordamerika stammt. Die Rede ist von Am-brosia, einer Pflanze, die hier inzwischen mehr oder weniger Wurzeln geschlagen hat. Besonders tückisch an ihr ist, dass schon wenige Pollen in einem Kubikmeter Luft ausreichen, um eine kräftige allergische Reaktion auszulösen. „Typische Symptome von Ambrosia sind Heuschnupfen, Luftnot sowie juckende und tränende Augen“, sagt Torsten Karsch, Kinder- und Jugendarzt im Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen.

Torsten Karsch ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen. Quelle: Klinik

Die Ausbreitung der auch Beifußblättriges Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie genannten Pflanze hat mit dem Klimawandel zu tun. In wärmeren Ländern wie Ungarn, Italien oder Frankreich ist sie schon länger verbreitet. Ambrosia blüht vergleichsweise lange – von Juli bis Oktober – und trägt damit zur Verlängerung der Leidenszeit vieler Allergiker bei. Die Hauptblütezeit hat die Pflanze ab August.

Vorsicht an Baustellen und Straßen

 „Die Allergien funktionieren immer dann, wenn das Immunsystem etwas Fremdes erkennt und nicht damit umgehen kann“, so Karsch. Dies sei vor allem bei den Ambrosia-Pflanzen der Fall. „Ambrosia ist vor allen Dingen dort anzutreffen, wo Staub aufgewirbelt wird“, sagt Karsch. Also vor allen Dingen an Baustellen oder Straßen.

Hintergrund

Brandenburg ist laut Umweltministerium das Bundesland mit dem stärksten Ambrosia-Befall. Vor allem in der Niederlausitz bildeten sich große zusammenhängende Ambrosia-Flächen. In Berlin und Brandenburg gab es jetzt wieder Ausreißaktionen.

 
 Die Verbreitung von Ambrosia kann gefährlich für den Menschen sein. Sie kann Pollen- oder Lebensmittelallergien auslösen. Asthma ist auch eine mögliche Folge. Daneben führt die zunehmende Verbreitung zu Ertragsverlusten im Ackerbau.

 
Vermutlich wurde die Ambrosia-Pflanze über den Anbau von verunreinigtem Saatgut in den 1970er Jahren eingeschleppt. Ein wesentlicher Faktor bei der Ausbreitung der Pflanze ist heute verunreinigtes Vogelfutter.

Häufig wächst die Pflanze an Straßenrändern, an Autobahnen, auf Brachflächen, an Vogelfütterungsplätzen, in Kleingärten und auf Feldern.

Wenn die Ambrosia nicht blüht, kann sie leicht verwechselt werden. Ähnlich sehen zum Beispiel Beifuß, Kamille-Arten, Fuchsschwanz-Arten und die Studentenblume aus. Der Stängel der Ambrosia ist behaart. Dort und an den Astspitzen wachsen Trauben von gelblichen, glockenförmigen Blüten.

 Die App Ambrosia-Scout haben sich laut Ministerium schon 10 000 User runtergeladen.

Nach den Erfahrungen des Facharztes ist die Ambrosia-Allergie nicht so stark in der Bevölkerung verbreitet wie die bekannten allergischen Reaktionen auf Frühblüher und Gräser. Vor allen Dingen komme eine Ambrosia-Allergie alleine so gut wie nicht vor. Betroffen seien vor allem Menschen, die schon mit den anderen Pollen zu kämpfen hätten.

App hat großen Zuspruch

 „Ich habe erst gedacht, es wird kein großes Problem in Deutschland“, so Karsch. Schaut man sich jedoch in den Gemeinden und Kommunen um, dann wird schnell klar: dem ist nicht so. Das Landesamt für Umwelt und Natur hat nun sogar eine App entwickeln lassen, um auf die Gefahren der Pflanze hinzuweisen und um mögliche Gefahrenherde meiden zu können. Auf der Internetseite gibt es auch eine Ambrosia-Karte. Doch in ganz Berlin und Brandenburg sind bisher nur wenige Stellen mit dem Unkraut vermerkt. „Die App ist dafür da, dass sich Interessierte auf dem Laufenden halten, welche Gegend man vielleicht meiden sollte“, erklärt Jens-Uwe Schade vom Landesumweltministerium. Rund 10 000 User hätten sich die App schon runtergeladen.

Der beste Weg: komplette Ausrottung

Der beste Weg, um die Ambrosia-Allergie nicht weiter aufkeimen zu lassen, sei die komplette Ausrottung, sagt Karsch. „Am besten sollen alle Pflanzen ausgerissen und entsorgt werden“, empfiehlt der Fachmann. Denn dann würden keine Pollen mehr durch die Luft fliegen und für Unmut, Juckreiz und tränende Augen sorgen. „Indem man versucht, die Pflanzen zu reduzieren und in Richtung null zu fahren, verringert man gleichzeitig den Ausstoß von Pollen“, sagt Karsch.

Studien sagen bis 2050 eine viermal höhere Konzentration von Ambrosia-Pollen als derzeit vor-aus. Einige Städte in der Region bekämpfen die Pflanze bereits systematisch. In Berlin sind jedes Jahr sogenannte Ambrosia-Scouts unterwegs, die Pflanzen aufspüren und ausreißen. Baden-Württemberg will bis zum Sommer ein Gesamtkonzept zur Bekämpfung von Ambrosia erarbeiten. Wer eine Ambrosia-Pflanze im heimischen Garten oder an anderen Stellen findet, sollte sie am besten direkt der Behörde melden und ausrupfen. „Die Pollen und Pflanzen wandern von Süden in Richtung Norden“, sagt Jens-Uwe Schade weiter. „Es gibt eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema befasst“, so Schade. Bei einer Vielzahl von Pflanzen müsste der Wuchs den Behörden gemeldet werden.

Die Städte und Gemeinden sind bereit

Besonders stark betroffen in den vergangenen Jahren war die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow in Teltow-Fläming. Dort hat die Verwaltung einen Flyer drucken und auslegen lassen, auf dem alle nützlichen Informationen über die Pflanze aufgelistet werden.

In Jüterbog herrscht noch Ruhe vor dem Sturm, erklärt Andrea Bunzel vom zuständigen Bauhof. „Bis jetzt haben wir noch keine Meldungen bekommen, wo Pflanzen aufgetreten sind“, sagt die Sachbearbeiterin. Für den Fall, dass der Stadtverwaltung eine große Zahl von Ambrosia-Pflanzen gemeldet werden, rücken die Mitarbeiter vom Bauhof in voller Schutzmontur aus, sagt Bunzel.

Sollte die Ambrosia-Pflanze auch in Zossen wieder auftreten, werde die Stadt sie „bekämpfen“, sagt Pressesprecher Fred Hasselmann. So wie es auch im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner getan wurde. In Königs Wusterhausen bereitet man sich ebenfalls auf die im August beginnende Blüte der giftigen Pflanzen vor, sagt Katrin Dewart-Weschke, die stellvertretende Sprecherin der Stadt. In den vergangenen Jahren sei auch hier die Ambrosia-Pflanze zu spüren gewesen, so die Sprecherin.

„Am besten gegen die Allergie hilft die Hypersensibilisierung“, betont Facharzt Torsten Karsch. Dies sei die einzige Behandlung, die die Ursachen tatsächlich bekämpfen würde, versichert er. Kurzfristig würden bei einer Pollenallergie auch Antihistaminika helfen. Ebenfalls sinnvoll sei eine ausgiebige Dusche nach dem Feierabend, so Karsch. „Um sich die Pollen vom Leib zu spülen.“

Von Marcel Jarjour

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