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Dahme-Spreewald Neuer Amtsdirektor hat große Pläne
Lokales Dahme-Spreewald Neuer Amtsdirektor hat große Pläne
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07:49 11.10.2018
Oliver Theel, der neue Amtsdirektor des Amtes Schenkenländchen, auf dem Marktplatz vor dem Teupitzer Rathaus, das zum Gebäudeensemble der Verwaltung gehört. Quelle: Karen Grunow
Teupitz

„Es ist weitergegangen“, sagt Oliver Theel lakonisch, wird er nach seinem Start als neu gewählter Amtsdirektor des Amtes Schenkenländchen vor fünf Wochen gefragt. Und tatsächlich ist es bei ihm auch so, denn seit Februar hatte er den Posten schon kommissarisch übernehmen müssen, da sein Vorgänger Thomas Koriath von den Mitgliedern des Amtsausschusses abgewählt worden war. Trotzdem, erzählt er, ist er derzeit auch in der Region unterwegs, um sich als „der Neue“ vorzustellen. „Die Zeit zum Gespräch nehme ich mir“, sagt er über erste Besuche, die er bei Bürgermeistern benachbarter Kommunen bereits absolviert hat.

Auch die aber kennen ihn bereits, denn „mein Bewerbungszeitraum betrug jetzt sieben Jahre“, sagt er und lacht. 2011 kam der heute 51-jährige Oliver Theel, der mit seiner Familie in Motzen lebt, als Kämmerer in die Teupitzer Amtsverwaltung. Als Fachbereichsleiter Finanzen und Soziales war er auch für die Kitas und Schulen im Amtsgebiet zuständig. Das bleibt weiterhin ein Herzensthema für ihn. Er will sich auch künftig dafür einsetzen, dass die Groß Köriser Oberschule eine gymnasiale Oberstufe bekommt. Darin sieht er ein Projekt, bei dem auch Mittenwalde und Bestensee mitziehen können. „Alle haben wir gemeinsam, dass wir festgestellt haben, dass unsere Kinder weit durch die Gegend fahren müssen und dadurch schlechter gestellt sind.“

Theel setzt auf Kontinuität

Schon vor Monaten ist Theel in das Büro seines Vorgängers umgezogen. Viel verändert hat sich dort aber noch nicht. „Ich bin kein Mensch, der auf solche Oberflächlichkeiten Wert legt“, sagt er. Stattdessen überlegt er eher, wie das großzügige Büro so gestaltet werden kann, dass sich das generelle Raumproblem in der Amtsverwaltung ein bisschen mindern lässt.

An seinem ersten offiziellen Arbeitstag als Amtsdirektor habe er genauso gearbeitet wie am Tag zuvor, sagt er. „Auch um den Kollegen ein Signal zu geben: Wir setzen auf Kontinuität.“ Erst drei Tage später haben er und Heinz Gode, der Vorsitzende des Amtsausschusses, alle Mitarbeiter in großer Runde gesprochen. Er habe das Gefühl, in der Verwaltung stabilisiere sich einiges, was vorher sehr im Argen lag, sagt Theel. Er will gar nicht ausholen, aber dass es im Haus früher eine schwierige Kommunikationsstruktur gab, sei von außen sichtbar gewesen. Vertrauen, Kommunikation, kollegiale Zusammenarbeit – da habe es so einige über viele Jahre entstandene Knackpunkte gegeben. Dem will er auch in der Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern der Gemeinden und mit dem Amtsausschuss entgegenwirken, regelmäßig soll es persönliche Gespräche geben. „Wir müssen hier offen miteinander umgehen“, betont er.

Eröffnungsbilanzen werden erstellt

Die Verwaltung behutsam zu modernisieren, hat Theel sich als wichtige Aufgabe vorgenommen. Ein erster Schritt: Ein neuer Server ist aufgebaut, künftig soll es elektronische Belegführung geben, das Bauamt, dessen Leiterposten seit Monaten vakant ist, muss organisiert werden. „Es wird verstärkt, wir werden uns verjüngen“, verspricht er. Sein früherer Kämmerer-Posten muss neu besetzt werden. Gerade werden für alle Gemeinden die Eröffnungsbilanzen erstellt, so ganz kann Theel sich da nicht von seiner früheren Aufgabe lösen. Der Landkreis aber unterstützt das Amt dabei. Die Bilanzen für Schwerin und das Amt werden schon im Rechnungsprüfungsamt kontrolliert. Die anderen folgen bis Jahresende.

Er will, dass das Amt für die Bürger ansprechbarer wird. Nicht unbedingt durch Ausweitung der Öffnungszeiten, sondern durch schnellere elektronische Kommunikation, zum Beispiel zur Terminvereinbarung. Dass die frühere Außenstelle in Märkisch Buchholz wieder besetzt werden kann, sieht er nicht. „Wir überlegen als Amt, wie wir die Räumlichkeiten nutzen können“, sagt er dazu.

Der neue Amtsdirektor will Präsenz zeigen

Synergien aufbauen, um das Zusammenwachsen des Amtes zu fördern, ist das große, langfristige Ziel Theels. Was sofort ansteht, sind die notwendigen Erweiterungen der Schulen in Groß Köris und Teupitz. „Wir denken an qualitativ hochwertige modulare Bauweise.“ Schnell muss es gehen, „Richtung nächstes Schuljahr schon“, deutet er an. Die Sanierung der Zugbrücke in Groß Köris wird derzeit vorbereitet, außerdem die der Brücke in Hermsdorf Mühle, die Kita in Halbe muss erweitert werden. „Die Entwicklung der Gewerbegebiete liegt uns sehr am Herzen“, erklärt Theel.

Viel steht an für ihn und seine Mitarbeiter. Trotz des übervollen Schreibtisches ist ihm klar, dass er auch Präsenz zeigen will auf Festivitäten in den Orten. Dass er – wenngleich mit knapper Mehrheit – zum Amtsdirektor gewählt worden ist, macht ihn auch stolz. „Für mich ist das ein sehr großer Vertrauensausspruch“, sagt er.

Sein Lieblingsort im Amtsgebiet? „Puh“, sagt der gebürtige Berliner da zögerlich, „wir sind hier überall im Wald. Ich fühle mich hier einfach wohl“, wird er diplomatisch. Erzählt dann aber, dass seine Kinder die Germanische Siedlung in Klein Köris lieben, seine Tochter am liebsten in ihrem Groß Köriser Hort ist und er schon als Jugendlicher im Paddelboot Märkisch Buchholz kennengelernt habe.

Von Karen Grunow

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