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Dahme-Spreewald An einem verwunschenen Ort
Lokales Dahme-Spreewald An einem verwunschenen Ort
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10:24 26.03.2017
Anneliese Görlitz (l.) und Hedda Hopf. Quelle: Angela Rändel
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Schlenzer

Als die märkische Adelsfamilie von Rochow im 19. Jahrhundert feststellt, dass es in ihren Wäldern von Wegelagerern, Wilddieben und Brandstiftern wimmelt, lässt sie 14 Forsthäuser bauen. Zu ihnen zählt auch das in der Riesdorfer Heide. 1894 eigens für Förster Herrmann Letz gebaut, wirkt es wie die Kulisse aus einem Märchen. Von den fünf Kindern des Försters werden drei bis zu ihrem Lebensende hier wohnen, abgeschieden und völlig unabhängig. Dafür sorgen der große Gemüsegarten, ein Acker, Vieh. Strom liefert ein Generator und Wasser der eigene Brunnen.

Besitzer des Ganzen ist 1901 ein Dreijähriger: Hans Wichard von Rochow. Geschult in der Ritterakademie Brandenburg, verkörpert er später als begeisterter Hobbyfilmer und Autofahrer das Bild des modernen Junkers.

Anneliese Görlitz ist die Enkelin des Försters Letz

Den Beigeschmack von Vorabendserien verliert das Forsthaus im Zweiten Weltkrieg. In ihn wird Anneliese Görlitz hineingeboren. Sie ist die Enkelin des Försters Letz und wächst im Forsthaus auf. Während ihre älteren Brüder täglich 30 Kilometer Fußweg auf sich nehmen, um das Gymnasium in Jüterbog zu besuchen, lernt sie „sich allein zu amüsieren“. Sie baut sich Buden im Wald und Holzwagen. Jedes Jahr spielt ihre Tante den Weihnachtsmann, der ihr nie eine Puppe schenkt, sondern nur nützliche Dinge. Schulfreunde kommen nicht zu Besuch, auch nicht an ihren Geburtstagen. Gegen Ende des Krieges füllt sich das Forsthaus mit geflüchteten Verwandten aus Ostpreußen. Aus dieser Zeit entwickeln sich traditionelle Familientreffen. Gleich neben dem Forsthaus, in einer spartanischen Jagdhütte, sucht die Familie eines desertierten deutschen Offiziers Zuflucht.

Die Familie von Förster Letz zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Quelle: Angela Rändel

Zeitgleich versteckt sich ein elfjähriges Mädchen mit seiner Familie in einer Jagdhütte bei Jüterbog. Der Grund ist der Vater. Ihm gehört nicht nur der Quellenhof. Er ist Kreisleiter der NSDAP und Ehrenführer der SS. Als Landrat des Kreises Jüterbog-Luckenwalde müsste er die von Rochows enteignen und von ihren Gütern jagen. Doch er ist selbst Hals über Kopf geflohen, seine Familie zurücklassend. Hedda Hopf, die damals das Mädchen war, erinnert sich an ihre abenteuerliche Flucht auf dem Dach eines Zuges gen Westen: „Irgendwann hatten wir unseren Vater wiedergefunden. Sein Leben verdankte er nur dem Umstand, dass er in der Kristallnacht 1938 jegliche Pogrome gegen Juden verboten hatte.“

Nach 45 Jahren zurück im Osten

Doch die Welt der Deutschen liegt 1945 in Scherben: Hans Wichard von Rochow wird tot im Wald aufgefunden. Und in der Jagdhütte am Forsthaus erschießt sich die Offiziersfamilie. Sie wird auf dem Privatfriedhof am Forsthaus begraben.

Die MAZ-Osterwanderung

Die 24. MAZ-Osterwanderung führt am Ostermontag über einen zehn Kilometer langen Rundkurs rund um Schlenzer.

Start und Ziel der Wanderung ist der Sportplatz in der Straße „Zum Sportplatz“.

Das 200-Seelen-Dorf Schlenzer ist ein Ortsteil der Gemeinde Niederer Fläming und über die B102 und B115 erreichbar. Genügend Parkplätze sind vorhanden.

Eröffnet wird die MAZ-Osterwanderung um 10 Uhr von dem Geschäftsführer des MAZ-Regionalverlages Dahmeland-Fläming, Lothar Mahrla, und dem Bürgermeister von Niederer Fläming, David Kaluza (parteilos).

Für die Versorgung sorgen Gastronomen und die Schlenzer Dorfgemeinschaft. Zum Programm gehört ein Auftritt der Sernower Trachtengruppe.

Das Ende der Veranstaltung ist gegen 15 Uhr geplant.

1989 kehrt Hedda Hopf nach 45 Jahren in den Osten zurück, entdeckt das Forsthaus im Walde und stellt als Berlinerin fest: „Diese Verlassenheit hier – phantastisch!“ Dort leben noch zwei Töchter des Försters Letz: „Sie staunten, weil plötzlich ein Westwagen vor ihrer Tür stand“. Vielleicht auch nur, weil nie ein Auto vor ihrer Tür gestanden hatte? Die hochbetagten Damen fahren noch immer mit ihrem Pferdewagen zum Dorfkonsum nach Schlenzer. Hedda Hopf besucht die Schwestern bis zu deren Tod und zieht dann mit ihrem Mann ins Forsthaus: „Für alles-Hannes Riemann“ steht auf dem Zettel, den Frau Görlitz hinterlegt hat. Johannes Riemann aus Schlenzer ist immer zur Stelle, wenn das Wasser versiegt. Mit einem Tritt gegen die Pumpe läuft alles wieder. Die Idylle im Wald endet, als die Forstwirtschaft einen „richtigen Förster“ für das Haus sucht. Seit mehr als 20 Jahren wohnt Thoralf Lau hier. Auch er schätzt die Abgeschiedenheit.

Von Angela Rändel

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