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Dahme-Spreewald Analog-Countdown in Dahmeland-Fläming läuft
Lokales Dahme-Spreewald Analog-Countdown in Dahmeland-Fläming läuft
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11:17 12.04.2016
Bis 2018 werden die TV-Zuschauer in der Region noch mit ihren alten Röhrenfernsehern schauen können. Quelle: DPA
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Dahmeland-Fläming

Wer von neumodischen Flachbildfernsehern nichts wissen will und zu Hause am liebsten in das alte Röhrengerät schaut, dürfte vergangene Woche einen Stich gespürt haben: Unitymedia, der zweitgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber, hat angekündigt, zum 30. Juni 2017 das analoge Kabelfernsehen in mehreren Bundesländern abzuschalten. Mehrere Millionen Haushalte werden bis dahin einen neuen Fernseher brauchen, wenn sie nicht vor einem leeren Bildschirm sitzen wollen. In der Region Dahmeland-Fläming dürfte 2018 mit der alten Technologie Schluss sein. Doch die Abschaltung des analogen Kabelfernsehens bringt auch Vorteile – gerade im ländlichen Raum.

„Wenn die Leitungen nicht mehr für analoges Fernsehen gebraucht werden, werden Kapazitäten für Internet und Telefonie frei“, erklärt Jan Czemper, Technikexperte bei der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg. „Darum haben die Kabelanbieter oft auch das beste Internetangebot.“ Deren Infrastruktur sei häufig besser und die Bandbreiten beim Internet höher als bei den klassischen Telefonanbietern. „Mit Kabel-TV alleine kann heute ohnehin kein Anbieter mehr am Markt bestehen“, so Czemper.

Hintergrund

Die größten Kabelnetzbetreiber in der Region sind Vodafone-Kabeldeutschland, Tele Columbus und EWE-Tel.

Der Vorteil des digitalen TV-Signals ist, dass es für Bild- und Ton-Daten weniger „Platz“ braucht als das analoge Signal. Dadurch lassen sich auf dem gleichen Raum wie ein analoger Sender mehrere digitale verbreiten – und das im High Definition (HD) Standard.

Die öffentlich-rechtlichen Sender bieten ihre Programme heute bereits standardmäßig in HD an für alle, die ein passendes Empfangsgerät haben.

Die privaten Sender verschlüsseln ihr HD-Programm, um es zu empfangen, braucht man ein zusätzliches Gerät und ein entsprechendes Abo.

Zum Empfang des digitalen TV-Signals braucht es einen Digital-Receiver, der in modernen Fernsehern bereits standardmäßig verbaut ist.

Noch immer sind in Deutschland 4,5 Millionen Haushalte ausschließlich an das analoge Kabel-TV angeschlossen.

In ganz Brandenburg gibt es etwa 530 000 Fernsehanschlüsse.

Schon zum 1. Mai 2012 wurde bundesweit das analoge Satelliten-Fernsehen abschaltet.

Dass die Abschaltung des analogen TV-Signals die Menschen vor allzu große Probleme stellt, kann sich Jan Czemper nicht vorstellen. In Berlin und Brandenburg – engmaschiger ist das Verbraucherverhalten nicht erfasst – sind heute schon rund drei Viertel aller Haushalte auf digitales Fernsehen eingestellt. „Für uns gilt ein Haushalt als digitalisiert, wenn mindestens ein modernes Gerät im Haus ist“, erklärt Jan Czemper. Alte Röhrengeräte dienten häufig noch als Zweit- oder Drittgerät, während im Wohnzimmer längst der neue Flachbildfernseher stehe – und die sind schließlich für das digitale TV-Signal ausgelegt. „Und selbst wer nur einen Röhrenfernseher nutzt, hat im Haus in aller Regel die technischen Voraussetzungen für Digital-Fernsehen“, so der Technikexperte weiter.

Denn die Kabelanbieter schicken standardmäßig beide Signale, das analoge und das digitale, an die Haushalte. Wer auf digitales Fernsehen umsteigen will, kann sich entweder einen neuen Fernseher kaufen, oder einen entsprechenden Empfänger, der das analoge Signal umwandelt. „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass der Umstieg relativ problemlos für die Kunden ist“, sagt Jan Czemper. „Bei älteren Leuten kommt vielleicht der Schwiegersohn oder ein Nachbar vorbei, um alles einzurichten. Aber den Service bieten auch die lokalen Elektronikmärkte für einen kleinen Aufpreis ein.“

Noch kein fester Termin für Abschaltung des analogen Kabelfernsehens

Erste Erfahrungen mit der Abschaltung eines TV-Signals haben die Landesmedienanstalten 2012 gemacht. Zum 1. Mai jenes Jahres wurde in ganz Deutschland das analoge Satelliten-TV abgeschaltet. Seither gilt ein Richtwert von 80 Prozent aller Haushalte, die für das digitale Signal gerüstet sein müssen, bevor das analoge Signal abgeschaltet wird. Bundesweit gelten derzeit 72,5 Prozent der Haushalte als digitalisiert.

Für die Abschaltung des analogen Kabelfernsehen gibt es noch keinen festen Termin, aber in den Gesprächen zwischen Landesmedienanstalten, Netzbetreibern, Wohnungsgesellschaften und Kartellamt zeichnet sich das Jahr 2018 ab. Das zumindest wäre das Wunschdatum vom Verband deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA). Denn für die Netzbetreiber ist es teuer und aufwendig, das Programm der TV-Sender in zweierlei Signalen in die Haushalte zu schicken. Dass sich die Netzbetreiber nicht längst auf ein Ausstiegsdatum geeinigt haben, ist dem Bundeskartellamt geschuldet: „Würden sich die Netzbetreiber unter sich auf ein Datum einigen, könnte das Kartellamt das als Absprache und Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung verbieten“, erklärt Jan Czemper. Darum würden die Gespräche von den Landesmedienanstalten moderiert. Manche Netzbetreiber fordern auch eine gesetzliche Regelung für den Ausstieg.

Anbieter halten am analogen Signal fest

Doch das bisherige Festhalten vieler Betreiber am analogen Signal hat noch andere Gründe: „Die großen Wohnungsgesellschaften schreiben manchmal 2000 Haushalte gleichzeitig für den Anschluss ans Kabel-TV-Netz aus“, sagt Jan Czemper. „Wenn dann die anderen Anbieter noch das analoge Signal im Angebot haben und man selbst nicht, kann das ein Wettbewerbsnachteil sein.“ Dann hielten die Netzbetreiber lieber an der alten Technik fest. Insofern ist der Alleingang von Unitymedia fast ein wenig gewagt.

Aus Brandenburg kommen derweil auch andere Signale: „Bei unseren wichtigsten Kunden – also Wohnungswirtschaft, Senderpartnern und Endkunden – gibt es nach wie vor eine hohe Nachfrage nach analogen Programmen“, sagt Hannes Lindhuber, der Pressesprecher vom Netzbetreiber Tele Columbus, der in Berlin und Brandenburg nach eigenen Angaben rund eine Million Haushalte versorgt und nach Vodafone-Kabeldeutschland die Nummer zwei in der Region ist. „Und unser wichtigstes Ziel ist es, den bestehenden Bedarf zu bedienen.“ Eine Abschaltung der analogen Programme werde man ohne gesetzlichen Zwang nur gemeinsam mit den Partnern entscheiden. „Grundvoraussetzung ist aber ein Anteil an digitalen Nutzern von mindestens 80 bis 90 Prozent“, so Lindhuber.

Von Martin Küper

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