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Angst vor dem Verkehrskollaps

BER / Schönefeld Angst vor dem Verkehrskollaps

Die Gemeinde Schönefeld will die Infrastruktur rund um den künftigen Großflughafen BER verbessern, aber das wird teuer. Es geht schließlich darum, dass künftig 30 Millionen Passagiere jährlich zu ihren Fliegern kommen, ohne im Verkehrschaos zu stehen.

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Bürgermeister Udo Haase verweist auf die Verkehrsverbindungen im Flächennutzungsplan.

Quelle: Uta Schmidt

Schönefeld. Die Uhr tickt: Egal, ob der BER Ende 2017 oder doch erst 2018 ans Netz gehen sollte, auf den Straßen rund um den neuen und alten Flughafen in Schönefeld droht in den kommenden Jahren ein Verkehrskollaps. Denn nach der Schließung des Tegeler Airports werden Individualverkehr und ÖPNV mehr als 30 Millionen Passagiere pro Jahr den Hauptstadtflughafen auf den jetzt schon zum Teil überlasteten Trassen ansteuern.

„Es gibt eine Initiative von Kreistagsabgeordneten aus den Norden des Landkreises Dahme-Spreewald zur Planung einer Konferenz, die sich mit der Verkehrsplanung rund um den BER beschäftigen soll. Die anstehenden Probleme werden wir nur mit Hilfe der Landesregierung lösen können“, sagt der Vorsitzende der Schönefelder Gemeindevertretung und Kreistagsabgeordnete Olaf Damm (CDU).

Noch sind die Straßen in Schönefeld häufig frei

Noch sind die Straßen in Schönefeld häufig frei. Das wird sich mit Inbetriebnahme des BER ändern.

Quelle: Uta Schmidt

Der „Infrastruktur-Gipfel“ soll Anfang November mit prominenter Besetzung aus Land- und Flughafengesellschaft stattfinden und ein Verkehrskonzept für die Airport-Region auf den Weg bringen. Kreis-Baudezernent Chris Halecker (Linke) dazu: „Das Land kennt die Probleme durch das Dialogforum genau, sah aber bisher wenig Handlungsbedarf zur Umsetzung. Wir haben dazu eine andere Auffassung.“ So soll auf dem „Gipfel“ etwa die mögliche Umwidmung der A113 zur Stadtautobahn und damit kürzere Abfahrten in Richtung BER diskutiert werden.

Weiterbetrieb von Schönefeld als Verkehrsproblem

Die Hauptprobleme in Sachen Verkehrsanbindung basieren auf dem geplanten Weiterbetrieb des SXF-Airports und den Bau des Regierungsflughafens. Weil in Zukunft an die 40 Millionen Fluggäste über den Airport Berlin Brandenburg reisen, wird der Flugbetrieb auf dem SXF noch mindestens fünf Jahre parallel zum BER betrieben. 65 Millionen Euro investiert die Flughafengesellschaft deshalb bis zum nächsten Jahr, um die Terminal- und Parkraumkapazitäten dort aufzustocken sowie neue Wege zu bauen.

Seitdem die Erweiterungs- und Umbaupläne für den alten Flughafen, der in Ergänzung zum Betrieb auf dem BER für die nahe Zukunft flott gemacht wird, auf dem Tisch liegen, fordert die Gemeinde Schönfeld immer wieder ein neues Verkehrskonzept für das gesamte Umfeld, so Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos). „Es macht Sinn, den alten Schönefelder Flughafen so ertüchtigt weiter zu betreiben, damit es nach Eröffnung des BER nicht gleich zum Kollaps im Flugbetrieb kommt. Aber das heißt auch, dass die nötige Verkehrsinfrastruktur geschaffen werden muss .“ Problematisch wären der Bau des neuen Regierungsflughafens und die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Verkehrsfluss. Haase favorisiert den Regierungsflughafen in Tegel, wo ohnehin eine Havarie-Startbahn vorgehalten werden müsste.

18 Verkehrsprojekte mit 79 Millionen Euro Umfang

Seine Gemeinde hat errechnet, dass bis zum Jahr 2022 insgesamt 18 neue Verkehrsbauprojekte in Schönfeld mit einem Gesamtvolumen von 79 Millionen Euro realisiert werden müssten, wenn in Zukunft der Passagier- und Besucheransturm bewältigt werden soll. Nur eine Maßnahme dabei ist die Fertigstellung der Jürgen-Schumann-Allee, genannt nach dem in Mogadischu erschossenen Piloten der „Landshut“.

Mit einer Länge von vier Kilometern schafft sie die Verbindung zwischen den BER- und SXF-Terminals und sie kann zudem als redundante Straßenverbindung genutzt werden. Die Planung wird im Schönefelder Ortsteil vor dem alten Terminal durch die Gemeinde finanziert, die Bauausführung soll durch die Flughafengesellschaft realisiert werden.

Waltersdorfer Ortsmitte muss entlastet werden

Zu den wichtigsten Vorhaben gehören zudem im Ortsteil Waltersdorf der Ausbau der sogenannten Ikea-Kreuzung und der Bau eines Kreisverkehres an der Kreuzung Berliner/Schulzendorfer/Diepenseer/Königs Wusterhausener Straße zur Entlastung der Ortsmitte. „Diese Verkehrsanbindungen sind vor allem für die bis zu 60 000 BER-Angestellten wichtig, die ihre Arbeitsplätze erreichen müssen“, sagt Haase. Die Gemeinde übernehme ebenso die Kosten für den Ausbau der Autobahn-Anschlussstelle „Hubertus“, die 2019 ans Netz gehen soll.

Hintergrund

Mehr als 79 Millionen Euro sind nötig, um die Verkehrsinfrastruktur rund um den BER zu schaffen. Die Gemeinde Schönefeld hat 18 wichtige Baumaßnahmen geplant.

Projekte sind die Transversale zwischen Waltersdorf, dem Berlin-Business-Park und Schönefeld sowie der weitere Ausbau der sogenannten „Achse 7“ mit drei Kreiseln als neuen Flughafenzubringer. Für dieses Vorhaben stellte die Gemeinde 2016 etwa 2,3 Millionen Euro in ihren Haushalt ein.

Im Planfeststellungbeschluss für den BER ist der neue Autobahnanschluss „Hubertus“ verankert, den die Gemeinde Schönefeld für 14,3 Millionen Euro aus eigenem Budget bauen will.

Weil Passagiere den Schönfelder SXF-Flughafen weiterhin über den S-Bahnhof Schönefeld erreichen werden, wird nun auch dessen Erscheinungsbild aufpoliert. Bis Jahresende ist zudem die Installierung eines Besucher-WCs und neuer Fahrkartenautomaten geplant. „Erst nach der endgültigen Entscheidung über den Standort des Regierungsflughafens sowie der weiteren Nutzung des SXF-Airports will die Bahn entscheiden, wie es mit dem S-Bahnhof weitergehen soll. Wenn dann ein Neubau nötig werden sollte, ist dies eine weitere Großinvestition“, sagt Haase. Er fordert zudem die Verlängerung der U-Bahn-Linie 7 von Berlin-Rudow nach Schönefeld. Auch die ist schon seit Jahren geplant und im Schönefelder Flächennutzungsplan dargestellt.

Von Uta Schmidt

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