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Annäherungen trotz Gegensätzen

Münchehofe Annäherungen trotz Gegensätzen

Linken-Landespolitiker Matthias Loehr besucht die künftige Ökogemeinde Münchehofe: Auf Einladung des Bürgermeisters Ralf Irmscher besichtigte Loehr die Biomilch- und -käseproduktion in der Gläsernen Molkerei und lernte das Dorf kennen, in dem die Menschen ihr Leben inmitten des Landschaftsschutzgebiets besonders schätzen.

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Vor der Gläsernen Molkerei: Ralf Irmscher, Klaus Frericks, Matthias Loehr, Hans Sonnenberg, Olier Theel (v.l.).

Quelle: Karen Grunow

Münchehofe. Einen sonnigen Tag hat sich Matthias Loehr, Sprecher für Tourismus und Wirtschaftspolitik der Linksfraktion im Brandenburgischen Landtag, für seinen Besuch in Münchehofe ausgesucht. Der ehrenamtliche Bürgermeister Ralf Irmscher hat ihn eingeladen, um ihm das besondere Konzept des Dorfes, das Ökogemeinde werden will, vorzustellen.

Zuletzt sind sich die beiden begegnet bei einer Diskussion in Lübben zu den Gasförder- und -aufbereitungsplänen des Unternehmens Engie zwischen Märkisch Buchholz und Münchehofe. Irmscher ist als Bürgermeister und als Sprecher der Bürgerinitiative „Bürger in Bewegung“ ein entschiedener Gegner des Vorhabens. Loehr und er sind in vielem unterschiedlicher Meinung, was die Zukunft der Region angeht. Aber bei der Diskussion habe er gemerkt, dass es eben auch Annäherungen gebe, sagt Irmscher. Deshalb begrüßt er den Landespolitiker auf dem Parkplatz vor der Gläsernen Molkerei herzlich, auch Hans Sonnenberg vom Naturpark Dahme-Heideseen und Schenkenländchens Hauptamtsleiter Oliver Theel sind dabei.

Molkerei ist Kern für den Traum von der Ökogemeinde

Wie Klaus Frericks, einer der drei Geschäftsführer der Molkerei, erläutert, arbeiten dort rund 50 Mitarbeiter in drei Schichten. Sie füllen die Bio-Milch ab und produzieren den Käse. Das Gebäude der Molkerei sei ein wesentlicher Kern für den Traum von der Ökogemeinde. 2009, erzählt Irmscher, wurde gemeinsam mit Studenten der Fachhochschule Eberswalde ein Konzept entwickelt. „Seitdem ackern wir. Kleine Schritte, aber effiziente Schritte.“

Eigentlich könnte sich das Dorf das Label „Ökogemeinde“ einfach verpassen. Aber die gemeinsame Sorge für das Wachsen der Idee nehmen die Münchehofer in diesem flächenmäßig riesigen, dünn besiedelten Dorf ernst; sogar energieautarke Wohnhäuser gibt es. Eine Vision ist, vielleicht wieder eine Kita im Ort aufzubauen, unter ökologischen Gesichtspunkten. Die Umrüstung auf LED-Straßenbeleuchtung läuft, im nächsten Jahr soll in allen drei Ortsteilen freies W-Lan eingerichtet werden.

Naturpark umschließt Ortslagen Münchehofes

Doch es gibt Hemmnisse, sagt Hauptamtsleiter Theel mit Blick auf den Landesentwicklungsplan. „Wir haben keine Bauflächen“, sagt Irmscher. Aber mehrere Anfragen von potenziellen Interessenten pro Monat.

Hans Sonnenberg erzählt über den Naturpark, der die Ortslagen Münchehofes umschließt. „Das Verständnis ist: Naturpark ist entwickelte Kulturlandschaft“, sagt er. Und er spricht von den Kooperationen in der Region, wie die Menschen vor Ort erreicht werden können – auch durch Engagement des Naturparks beim Tag des offenen Denkmals. Für Irmscher ist es eben auch der Naturpark, der den hohen Erholungswert des Dorfs ausmacht. „Eine schöne Landschaft, die wollen wir erhalten“, schlägt Matthias Loehr eine Brücke zu den Gasförder- und -aufbereitungsplänen. Dass man diese verhindern könne, hält er für ausgeschlossen. „Deshalb bin ich für den kooperativen Weg“, plädiert er für genaue vertragliche Regelungen, wie sie die Stadt Märkisch Buchholz mit dem Unternehmen aushandelt. Irmscher erklärt, wie sein und das Vertrauen vieler in Engie erschüttert wurde; er zählt Beispiele auf für nicht eingehaltene Zusagen. Loehr hört zu, verspricht, sich damit zu beschäftigen.

Im Hofladen der Molkerei, der zugleich ein Dorfkonsum ist – alles bio –, deckt sich Loehr zum Abschluss dann noch ein. Natürlich mit Käse aus Münchehofe.

Von Karen Grunow

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