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Dahme-Spreewald Anwohner beklagen Ärztemangel
Lokales Dahme-Spreewald Anwohner beklagen Ärztemangel
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12:50 12.08.2016
Das Evangelische Gymnasium hat sich längst in der Gemeinde etabliert. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Schönefeld

In der Gemeinde Schönefeld mit ihren sechs Ortsteilen dreht sich naturgemäß viel um den Flughafen – sowohl um den BER, für den es noch immer keinen gesicherten Eröffnungstermin gibt, als auch um Schönefeld-Alt. Gleichwohl sind für die Einwohner der Gemeinde aber auch andere Themen im Ort wichtig. Die MAZ wollte es jetzt genau wissen. Womit sind die Schönefelder zufrieden und wo wünschen sie sich dringend Veränderungen?

Chefredakteur Thoralf Cleven bat die Schönefelder daher, an einer MAZ-Umfrage teilzunehmen, die sich zunächst vier Schwerpunkten im Ort zuwandte. Die MAZ wollte unter anderem wissen, ob in der Gemeinde Schönefeld ein weiteres Gymnasium neben dem Evangelischen Gymnasium gebraucht wird. 57 Prozent der Umfrageteilnehmer – sie kommen aus rund 70 Haushalten in der Gemeinde – spricht sich dafür aus, das vom Landkreis Dahme-Spreewald geplante staatliche Gymnasium in Schönefeld zu errichten. 18 Prozent würden lieber die bestehenden Schulen in der Gemeinde erweitern, um Plätze für weitere Schüler zu schaffen. Weitere zwölf Prozent der Umfrage sehen nach der Eröffnung des Evangelischen Gymnasiums vorerst keinen Bedarf, sieben Prozent halten die Schullandschaft in der Gemeinde insgesamt für ausreichend.

Zu wenige Fach- und Hausärzte

Ebenso wollte die MAZ von den Schönefeldern wissen, wie es aus ihrer Sicht um die medizinische Versorgung im Ort bestellt ist. Wie präsent dieses Thema ist, spiegelt sich in den Antworten wieder. Viele Umfrageteilnehmer haben hier gleich mehrere Antwortmöglichkeiten genutzt. Jeweils rund 50 Prozent beklagen zu wenige Fachärzte in der Gemeinde und nutzen deshalb Angebote in der näheren Umgebung wie in Berlin und Königs Wusterhausen. 28 Prozent der Teilnehmer schätzen zudem die Versorgung mit Fachärzten als unzureichend ein. Lediglich vier Prozent der Umfrageteilnehmer halten die ärztliche Versorgung in Schönefeld für ausreichend.

Große Einigkeit herrscht ebenso bezüglich des BER. Die MAZ wollte von den Schönefeldern wissen, wie sich der BER ihrer Ansicht nach auf die Entwicklung der Gemeinde auswirken wird. Mit 57 Prozent der Umfrageteilnehmer befürchtet mehr als die Hälfte vor allem wachsende Belastungen durch Fluglärm und Verkehr. Gleichwohl bedeutet der Hauptstadtflughafen für 21 Prozent auch die Chance auf attraktive Arbeitsplätze. 18 Prozent der Umfrageteilnehmer hoffen auf die Entstehung einer hervorragenden Infrastruktur, für neun Prozent liegt der Fokus auf den steigenden Steuereinnahmen für die Gemeinde.

Gespaltene Meinungen zu Udo Haase

Darüber hinaus wollte die MAZ von den Schönefeldern wissen, wie zufrieden sie mit ihrem Bürgermeister Udo Haase (parteilos) sind. Grundsätzlich zeigt die Auswertung, dass zumindest die Umfrageteilnehmer sich in diesem Punkt nicht einig sind. Immerhin: 45 Prozent sind mit ihrem Gemeindechef zufrieden oder sehr zufrieden. Gut ein Fünftel der Teilnehmer – 22 Prozent – sind nicht zufrieden, 21 Prozent sehen sich nicht in der Lage, die Arbeit des Bürgermeisters zu beurteilen.

Ansonsten brennt den Schönefeldern etwa der Bau von bezahlbaren und seniorengerechten Wohnungen auf den Nägeln. Gleich mehrere Umfrageteilnehmer beklagen darüber hinaus die schlechte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln an Berlin. Diese sei zwar vom Bahnhof Schönefeld Flughafen aus kein Problem mehr, der Weg aus den Ortsteilen zum Bahnhof allerdings gestalte sich schwierig, da die Busse nur selten fahren. Zudem wünschen sich einige Bürger mehr Einkaufsmöglichkeiten. „Eine Kaufhalle fehlt“, beklagt etwa ein Umfrageteilnehmer aus Schönefeld.

Kritik an der Gemeineverwaltung

Auch die Gemeindeverwaltung wird kritisiert. So seien Grünanlagen und Grünstreifen oft schlecht gepflegt. „Der Bürgermeister und seine Gemeindevertreter haben die alteingesessenen Bürger vergessen“, schreibt ein anderer Teilnehmer der MAZ-Umfrage. Ebenso werden fehlende Freizeitangebote und Angebote für Jugendliche beklagt. Mit dem Wegfall von Freibad und Tennisplätzen sei das ohnehin schon begrenzte Angebot noch einmal deutlich geschmälert worden, wie ein weiterer Umfrageteilnehmer aus Großziethen bemängelt.

Von Stephanie Philipp

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