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Anwohner fühlen sich geopfert

Märkisch Buchholz Anwohner fühlen sich geopfert

In Märkisch Buchholz gab es eine Einwohnerversammlung zu einem Vertrag, den Märkisch Buchholzer Stadtverordnete mit dem Unternehmen Engie, das Gas fördern und aufbereiten will, erarbeiten. Nach verschiedenen Anregungen der Bürger muss nun weiter verhandelt werden.

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Engie-Projektleiter Gunnar Assmann (l.), Bürgermeisterin Bianca Urban sowie die Stadtverordneten musste sich vielen Fragen aus dem Publikum stellen.

Quelle: Grunow

Märkisch Buchholz. Stadtverordnete aus Märkisch Buchholz haben mit dem Unternehmen Engie, das in der Nähe der Stadt Gas fördern und aufbereiten will, über einen Kooperationsvertrag verhandelt. Das Konzept wurde nun in einer Einwohnerversammlung vorgestellt. „Wir haben Sie eingeladen, damit Sie aktiv an dieser Vereinbarung mitwirken dürfen“, erklärte die ehrenamtliche Bürgermeisterin Bianca Urban (Buchholz: offen und bunt) den rund 50 Anwesenden.

Ziel ist eigentlich, in der Stadtverordnetenversammlung im Dezember über den Vertrag abzustimmen. Doch am Freitagabend wurden noch einige Anmerkungen der Einwohner gesammelt, über die nun mit Engie verhandelt werden muss. Angeregt wurde, dass zusätzlich zu regelmäßigen geplanten Grundwasseruntersuchungen auch auf eventuelle Luftverschmutzungen getestet und das Thema Verpressung von Lagerstättenwasser angesprochen werden soll.

Einige Details sind bereits ausgearbeitet

Bislang erfasst sind unter anderem Details zur Erschließung des Gewerbegebietes und zur Kostenübernahme durch Engie, zu Ausgleichsmaßnahmen und dass Fracking und CO 2-Verpressung ausgeschlossen werden sowie zum Brand- und Katastrophenschutz und zur Verkehrsbelastung. Außerdem wird festgelegt, dass sämtliche bereits für die ursprüngliche Planung Engies getroffenen Verabredungen im Hinblick auf Licht- und Schallemissionen auch für den nun geplanten, außerhalb des Stadtgebiets liegenden Standort gelten sollen. Rein rechtlich gesehen kann die Kommune bislang einen gewissen Einfluss nur bei den Planungen auf Stadtgebiet geltend machen. Genehmigungsbehörde für das Engie-Vorhaben ist das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe.

Erst im Frühjahr wurde bekannt, dass Engie nicht aus den seit Mitte der 1980er-Jahre bestehenden Sonden fördern will, sondern zwei der drei bei Märkisch Buchholz und Münchehofe gelegenen Sonden zurückgebaut werden und stattdessen am Standort der Sonde Märkisch Buchholz 1 – nahe B179 Richtung Leibsch – zwei neue Bohrungen realisiert werden. Die geplante Gasaufbereitungsanlage soll nicht im Gewerbegebiet am Rande von Märkisch Buchholz entstehen, sondern bei den neuen Sonden und damit im Naturschutzgebiet. Im Gewerbegebiet sollen stattdessen die Verwaltung sowie ein Flüssiggaslager angesiedelt werden. Für das Unternehmen gibt es derzeit Verkaufsbestrebungen. Die Planungen für Märkisch Buchholz gehen dennoch weiter. Das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung steht noch aus. Engies Ziel ist, im ersten Quartal 2017 die Antragsunterlagen einzureichen. Mit einer Genehmigung für den geplanten Rückbau der Sonden MB1 und MB3 wird noch im kommenden Jahr gerechnet, so dass die Arbeiten dazu Anfang 2018 beginnen könnten. „Für den Fall, dass der Antrag genehmigungsfähig ist, wollen wir das Bestmögliche herausziehen“, so Bianca Urban.

Standortwahl in der Kritik

René Altreuther von der Bürgerinitiative „Bürger in Bewegung“ (BI) hatte einen Fragenkatalog vorbereitet: „Wie viele Arbeitsplätze entstehen und wie viele davon für Menschen aus der Region?“, wollte er unter anderem wissen. Zwölf Fachkräfte, so Engie-Projektleiter Gunnar Assmann, würden benötigt, man wolle auch junge Leute aus der Region ausbilden. Mehrfach angesprochen wurde die Standortwahl der geplanten Anlage. „Wir fühlen uns geopfert“, sagte einer der Anwohner.

Matthias Loehr, wirtschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, empfahl, dass zügig eine Entscheidung zur Kooperationsvereinbarung gefällt wird, „um bei einem Verkauf von Engie die Sicherheit dieses Vertrages zu haben“. Ralf Irmscher, Sprecher der BI und ehrenamtlicher Bürgermeister von Münchehofe, warnt dagegen: „Mit dem Kooperationsvertrag signalisiert die Stadt: Wir wollen das.“

Von Karen Grunow

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