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Anwohner fürchten den Dreck des BER

Flughafen Berlin Brandenburg Anwohner fürchten den Dreck des BER

Bürgerinitiativen aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald befassen sich nicht nur mit dem Fluglärm, der vom künftigen Großflughafen BER ausgehen wird. Sie haben noch viel mehr Kritikpunkte. Zum Beispiel die Belastung durch Feinstaub und Ultrafeinstaub.

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Stefanie Waldvogel stellte das neue Feinstaubmessgerät vor.

Quelle: Uta Schmidt

Zeuthen. Derzeit ist der Schallschutz in aller Munde. Doch nicht nur der Fluglärm wird nach der Inbetriebnahme des Großflughafens BER Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen haben. Flugabgase und Ultrafeinstaubbelastungen rücken zunehmend in den Fokus von Umweltverbänden und Vereinen. Das Umweltbundesamt hat deshalb dieser Tage ein Forschungsprojekt an eine Firma in Karlsruhe vergeben. Diese wird zum Thema „Einfluss eines Großflughafens auf die Ultrafeinstaubkonzentration“ in den kommenden 27 Monaten Untersuchungen im Rhein-Main-Gebiet durchführen.

Bürgerinitiativen kooperieren bei Messgeräte-Kauf

„Auch wir warnen seit langem vor den negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Ultrafeinstaub im Umfeld des Flughafen Berlin-Brandenburg, die in den kommenden Jahren stark ansteigen werden“, sagt Stefanie Waldvogel vom Bürgerverein in Zeuthen. Um diese Entwicklung dokumentieren zu können, haben sich die Bürgerinitiativen Teltow gegen Fluglärm, Müggelheim, Unser Großbeeren, Bürgerverein Leben in Zeuthen, FBI Friedrichshagener Bürgerverein und der BVBB Bürgerverein Brandenburg-Berlin im August gemeinsam ein Staubmessgerät angeschafft. Die Kosten von 10 000 Euro stammten ausschließlich aus Spendenmitteln.

Derzeit würden Messungen im Bereich der Südbahn vorbereitet. Damit könnten Vergleichsdaten zum Betrieb auf der Südbahn ab kommenden Sommer und auf dem späteren BER erhoben werden. Nachdem das Gerät bereits in Teltow zum Einsatz kam, wird es jetzt in Großbeeren eingesetzt. „Wir sind gerade dabei, ein Konzept zur längerfristigen Messung zu entwickeln. Unsere Daten werden dann mit meteorologischen Daten und Daten zum tatsächlichen Flugverkehr verknüpft und ausgewertet“, sagt Waldvogel.

Kritik an veröffentlichten Feinstaub-Werten

Der Grund für eine derart kostenintensive Anschaffung zur unabhängigen Ultrafeinstaubmessung sehen die Bürgervereine in der Qualität der bislang veröffentlichten Werte und deren Erhebung. „Rings um die Flughäfen gibt es Luftgüte-Messstationen, die regelmäßig das Ergebnis liefern: die Luft sei dort nicht schlechter als überall anders auch. Inzwischen wissen wir aber, dass diese Messstationen die überwiegende Mehrzahl der von den Triebwerken ausgestoßenen Partikel gar nicht erfassen können“, sagt Waldvogel. Die hocheffizienten modernen Flugzeugtriebwerke würden vor allem Partikel im ultrafeinen Bereich mit einem Durchmesser von 10 bis 20 Nanometern ausstoßen. Bei der Verbrennung von einem Kilogramm Kerosin würde eine Billiarde solcher Partikel entstehen.

Antrag im Landtag gescheitert

Bundesweite Vorreiter bei der Messung von Ultrafeinstaub an Flughäfen sind die Bürgerinitiativen im Frankfurter Raum. Sie haben erreicht, dass das Land Hessen zusammen mit dem Umweltbundesamt zunächst eine temporäre Messeinrichtung in Raunheim betreibt. Diese Ultrafeinstaub-Messstation wird jetzt zu einer dauerhaften Einrichtung umgebaut. In Brandenburg soll es hingegen in absehbarer Zeit keine derartige Messeinrichtung geben. Ein entsprechender Antrag der Grünen und der Freien Wähler ist im Landtag abgelehnt worden.

„Dass Feinstaub gesundheitsschädlich ist, ist inzwischen allgemein bekannt, deshalb gibt es dafür Grenzwerte, Umweltzonen in Innenstädten, Rußfilter für Dieselfahrzeuge und vieles mehr“, sagt die Zeuthenerin. Ultrafeinstaub stehe sogar im Verdacht, besonders gesundheitsschädlich zu sein, da er aufgrund seiner geringen Größe die Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers überwinden und durch die Atmungsorgane direkt ins Blut und damit in den ganzen Körper gelangen könne. Umweltpolitiker der Region fordern, dass es letztlich auch für Ultrafeinstaub zur Festlegung von Grenzwerten kommen müsse.

Von Uta Schmidt

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