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Dahme-Spreewald Anwohner fürchten um Wohngebiet
Lokales Dahme-Spreewald Anwohner fürchten um Wohngebiet
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07:18 23.08.2014
„Es ist zu befürchten, dass der Ortberg geschlossen werden muss.“ Rudi Darge, Anwohner im Teurower Quartier Quelle: MAZ
Halbe

Der Bürgermeister von Halbe, Ralf Kunze (Freie Wähler), sprach in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend davon, nun hoffentlich etwas Frieden für die Bewohner des Wohngebietes „Am Ortberg“ geschaffen zu haben. Gerade hatten die Gemeindevertreter einstimmig den Beschluss gefasst, vorerst die 2000 Euro Stromkosten für das Quartier in Teurow zu übernehmen. Im Juni musste hier das Licht ausgeschaltet werden, weil die Anwohner kein Geld mehr hatte.

Anwohner fürchten Schließung des Wohngebiets

Doch damit wurde nach Meinung von Rudi Dargel, der am Ortberg seit 2002 zu Hause ist, nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein gegossen. In der Einwohnerfragestunde hatte er einen erneuten Anlauf genommen, die ganze Dramatik rund um das Wohngebiet darzustellen. Vor lauter Aufregung verzettelte er sich, hatte Mühe sich zu fassen und brachte schließlich doch seine ganze Sorge zum Ausdruck: „Wenn es bei uns so weitergeht, ist zu befürchten, dass das Wohngebiet geschlossen werden muss“, sagte er.

Hintergrund ist ein Nachwendekrimi ohne Ende. Denn in den 90er Jahren war der Bauträger pleite gegangen. Die Hauseigentümer hatten selbst für den Weiterbau gesorgt, auch für die Infrastruktur gesorgt. Doch dann übernahm die Kommune nicht wie ursprünglich angedacht Straßen und Versorgungsleitungen, weil das technische Regelwerk nicht eingehalten worden sei. Später musste sogar das Klärwerk geschlossen werden, nachdem Vandalen eingedrungen waren und die Anlage zerstört hatten. Jetzt fahren jeden Tag mobile Entsorger nach Teurow, um die Abwasser der Einwohner von insgesamt 50 Häusern zu entsorgen. Die Kosten sind immens. Am Tag müssen dafür rund 250 Euro bezahlt werden. Wegen des Dilemmas ist schon seit Jahren ein erbitterter Streit zwischen „Ortberglern“, der Kommune, dem Amt Schenkenländchen und dem Landkreis entbrannt.

Wahrscheinlich werden Gerichte eingeschaltet

Diese Auseinandersetzung wollte Bürgermeister Kunze in der Gemeinderatssitzung nicht weiter fortsetzen. „Die Angelegenheit wird mit großer Wahrscheinlichkeit vor Gericht enden“, sagte er. Damit begründete er auch, nicht weitere Einlassungen dazu vornehmen zu wollen. Allerdings bezeichnete er den Ortberg als „Katastrophengebiet“. Wütend verließ daraufhin Dargel das Treffen. „Ich kann nicht länger hier sein, weil ich es nicht ertrage“, sagte er noch im Hinausgehen.

Andere Einwohner aus Halbe, die der Sitzung beiwohnten, zeigten sich enttäuscht von dem Verlauf. Sie waren der Meinung, dass Kunze hier nicht die Meinung des Amtes hätte vertreten sollen. Er hätte sich viel mehr stark machen müssen für seine Bürger. Eigentlich wünschen sich alle, dass Ruhe in die Angelegenheit kommt.

Gemeinde muss eventuell mehrere 100.000 Euro zahlen

Doch am Rande der Sitzung wurde heiß über das Drama Ortberg diskutiert. Für Halbe geht es dabei möglicherweise um sehr viel Geld. Falls die Gemeinde die Einfahrtsstraße in das Wohngebiet übernehmen und in einen besseren Zustand versetzen muss, könnte allein das mehrere 100.000 Euro kosten. Sollte sich sogar herausstellen, dass die Kommune sämtliche Infrastrukturanlagen übernehmen und in einen einwandfreien Zustand bringen muss, geht es um weit mehr Geld, zumal die Frage im Raum steht, ob die Anlagen überhaupt in Ordnung gebracht werden können. Angeblich wurden sämtliche Versorgungsleitungen unsachgemäß kreuz und quer über die einzelnen Grundstücke verlegt.

Von Andrea Müller

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